Abstiegskampf

Otto Rehhagel sieht Hertha vor "Entscheidungsschlacht"

Der Hertha-Trainer fordert im Endspurt der Saison von seinen Spielern vollen Einsatz im ersten Endspiel gegen Freiburg.

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Dem ersten Endspiel im Kampf gegen den drohenden Abstieg gab Otto Rehhagel einen martialisch klingenden, aber doch irgendwie passenden Namen. „Es gibt eine Entscheidungsschlacht gegen Freiburg“, sagte der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC vor der richtungweisenden Begegnung am Dienstag im heimischen Olympiastadion. Vor allem auf Kampf und Einsatzwillen komme es an, um sich im Saisonendspurt doch noch vor dem bitteren Gang in die Zweite Liga zu retten, betonte der 73-Jährige.

„Wir müssen diese Spiel unbedingt gewinnen, um weiter eine Chance zu haben. Wir konzentrieren uns dabei nur auf uns und werden die richtigen Antworten auf das Spiel der Freiburger geben“, sagte Rehhagel während der Pressekonferenz am Montag, und Manager Michael Preetz ergänzte: „Wir stehen vor fünf Finals und werden dort alles geben.“

Mit zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und drei Zählern hinter dem ersten Nichtabstiegsrang könnte der Hertha der Sprung nach oben mit einem Sieg gelingen, allerdings kommt in dem SC Freiburg das Überraschungsteam der letzten Wochen in die Hauptstadt. Unter Führung von Trainer Christian Streich sind die Breisgauer, die zuletzt 14 von 18 möglichen Punkten geholt hatten, bis auf den 13. Platz geklettert, aber noch längst nicht gerettet. „Wir wissen, was in Berlin auf uns zukommt. In der Offensive haben sie personell viel Qualität“, sagte Streich: „Wir sind jedenfalls hochfokussiert.“

Während sich Freiburg am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg nach zuletzt drei Siegen in Serie einen Punkt erkämpfte (2:2), gab es auch für die Hertha beim torlosen Unentschieden beim Champions-League-Anwärter Borussia Mönchengladbach am Samstag ebenfalls immerhin einen Zähler. „Ein gefühlter Punktgewinn“, sagte Christian Lell: „Ein Punkt für die Moral und die Fans.“ Aber eben auch nur ein Punkt, nicht mehr. Und der hilft der „Alten Dame“ nicht wirklich weiter, um aus dem Tabellenkeller herauszukommen.

Trotzdem sagt der in der Kritik stehende Preetz: „Es ist am Ende ein Punktgewinn, ein ganz, ganz wichtiger. Der Wert zeigt sich aber nicht immer sofort.“ Auch Lob für den Trainer gab es von Ex-Profi Preetz: „Otto Rehhagel arbeitet Tag und Nacht für Hertha BSC, für mich, für alle ist er immer erreichbar. Es ist eine wunderbare Zusammenarbeit. Seine Verpflichtung war kein Irrtum.“

Allerdings ist die Bilanz des Trainer-Methusalems nach sieben Spielen auf der Bank mehr als durchwachsen: Zwei Siegen und einem Remis stehen vier Niederlagen gegenüber. Rehhagel urteilte selbst, „für die mentalen Verhältnisse“ in Mönchengladbach ein sehr gutes Spiel gemacht zu haben: „Darauf wollen wir gegen Freiburg aufbauen. Die Mannschaft hat dagegengehalten und gezeigt, dass sie den Kampf gegen den Abstieg zu 100 Prozent angenommen hat.“

Fast schon gewohnt unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereiteten sich die Berliner am Sonntag und Montag auf das drittletzte Heimspiel der Saison vor. Auf was es besonders ankommt, fasste Andreas Ottl treffend zusammen: „Nur mit harter Arbeit kommt man da unten raus.“ Und ausgerechnet Gegner Freiburg hat vorgemacht, wie das gehen kann.