"Auszeit"

Bekenntnis zum Bikini im Beachvolleyball

Bisher war der Bikini ihre Arbeitskleidung – aber auch die neue Kleiderordnung wird für Frauen im Beachvolleyball wenig ändern.

Plötzlich standen sie als Spanner da. Dabei hatte die „Times“ nur vermeldet, dass Großbritanniens Politiker sich bei der Versorgung mit Tickets für die Olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August) größtenteils für Beachvolleyball entschieden hatten.

Dass das Sandfeld an der Whitehall unmittelbar vor ihren Büros aufgeschüttet wird, wissen nur wenige Sportfans, sie verorteten die Auswahl eher im Reglement des Weltverbandes FIVB, das Athletinnen Bikinis mit maximal sieben Zentimetern Stegbreite vorschrieb.

Ob die Herren Politiker ihren Unmut, in eine falsche Ecke gestellt zu werden, nun kundtaten, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass die Regelhüter des Verbandes eine neue Kleiderordnung beschlossen haben.

Künftig dürfen Frauen auch lange Oberteile mit Ärmeln tragen – und auch weite Shorts, die allerdings drei Zentimeter oberhalb der Knie enden müssen, „um Bräuche und/oder religiöse Gründe zu respektieren“.

Nach 20-jähriger Vermarktung der nackten Haut eine „echte Überraschung“ für Laura Ludwig. Deutschlands Topspielerin will aber am Bikini festhalten, es sei denn, es fände sich ein Sponsor für die zusätzliche Fläche.

„Ich habe es nicht als frauenfeindlich empfunden. Viele haben den Bikini freiwillig ja noch knapper als vorgeschrieben getragen. Er ist unsere Arbeitskleidung, wir fühlen uns wohl darin. Aber ich finde es schön, wenn wir nun nicht mehr ständig auf die Vorschrift angesprochen werden. Und wenn nach islamischen Männern nun auch mal deren Frauen bei uns mitmischen können.“

Wurde ja auch Zeit. Schließlich hat der FIVB 220 Mitgliedsverbände in aller Welt. Doch auch die neue Kleiderordnung erlaubt noch immer nicht allen Frauen die Teilnahme am Beachvolleyballspiel.