Eisschnelllauf-EM

Claudia Pechstein weht aus den Medaillenrängen

Claudia Pechstein hat am zweiten Tag der EM in Budapest das 1500-m-Rennen verpatzt. "Der Wind ist schuld", sagte die 39-Jährige, die noch Medaillenchancen hat.

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Als Spitzenreiterin ging sie auf die dritte Strecke, nun muss Claudia Pechstein sogar noch um ihre elfte EM-Medaille bangen. Am zweiten Tag der Eisschnelllauf-Europameisterschaften stürzte die fünfmalige Olympiasiegerin nach einem schlechten 1500-Meter-Rennen in 2:08,72 Minuten auf Platz vier der Gesamtwertung ab und muss nun über 5000 Meter am Sonntag auf Verfolgungsjagd gehen.

„Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die 1500 Meter nicht meine Lieblingsstrecke sind. Und bei diesen Bedingungen war das eher eine Lotterie“, erklärte die 39-jährige Berlinerin nach 70-minütiger Bedenkzeit.

Bundestrainer Stephan Gneupel wollte hingegen nicht nur die äußeren Bedingungen für den Einbruch mit Platz zehn auf der Mittelstrecke verantwortlich machen. „Im Duell mit der Niederländerin Ireen Wüst haben sich beide aufgerieben, wollten alles über den Kampf erreichen und sind dabei verkrampft“, so die Analyse des Erfurters. „Wir haben beide nicht die besten Bedingungen gehabt“, sagte Pechstein und haderte mit dem Wetter: „Der Wind ist schuld, Sablikova hatte Glück.“

Sablikova in Front

Die große Gewinnerin des Tages war Titelverteidigerin Martina Sablikova aus Tschechien, die mit einem deutlichen Streckensieg in 2:03,64 Minuten die Spitze im Klassement übernahm und nun mit 4,11 Sekunden Vorsprung ihrem vierten EM-Titel entgegen strebt. „Martina wird gewinnen und ich kämpfe noch um Platz zwei“, gab sich Claudia Pechstein kämpferisch. Auf Platz zwei rangiert Olympiasiegerin Ireen Wüst und verfügt über 7,66 Sekunden Vorsprung auf Pechstein.

„Die 5000 Meter werden ein ganz anderes Rennen. Ich bin überzeugt, dass Claudia noch auf Platz zwei laufen wird“, gab sich Gneupel zuversichtlich. Dazu muss die dreimalige Europameisterin aber auch noch 2,72 Sekunden auf die drittplatzierte Russin Julia Skokowa gutmachen, um sich zumindest noch die Bronzemedaille zu sichern.

„Ich habe gesagt, ich will eine Medaille. Noch ist eine Strecke offen. Und das ist meine Spezialstrecke. Ich habe also gute Chancen, es zu schaffen“, meinte Pechstein, die auf Sablikova allein auf der letzten Runde drei Sekunden verlor.

Glücklich war Isabell Ost aus Berlin, die nach drei Strecken zwar nur Platz 14 belegt, aber aufgrund ihres 6. Platzes über 3000 Meter für das Finale der besten zwölf Läuferinnen am Sonntag qualifiziert ist. Für Bente Kraus (Berlin/Platz 20) sind die Titelkämpfe vorzeitig beendet.

Das deutsche Herren-Duo war zuvor mit hinteren Plätzen in die Titelkämpfe gestartet. Der Erfurter Patrick Beckert belegte über die 500 Meter in 38,56 Sekunden den 24. Platz, der Inzeller Langstreckenspezialist Moritz Geisreiter kam in 39,33 Sekunden auf Rang 26.

Schnellster Sprinter war wie schon in den vergangenen zwei Jahren der Pole Konrad Niedzwiedzki, der in 36,89 den Bahnrekord gleich um 0,66 Sekunden drückte. Die Favoriten Havard Bökko (Norwegen/37,25) und Sven Kramer (Niederlande/37,77) starteten mit den Plätzen fünf beziehungsweise zwölf in die Konkurrenz.