DFB-Pokal

Dortmund gewinnt Elfmeterkrimi in Düsseldorf

Dortmund steht im Pokal-Viertelfinale. Die Borussia musste aber beim Zweitliga-Spitzenreiter Düsseldorf lange zittern. Einfacher hatte es da Hoffenheim.

Foto: REUTERS

Die Notelf von Borussia Dortmund hat sich in Unterzahl ins Pokal-Viertelfinale gekämpft. Der Deutsche Meister gewann sein Achtelfinale beim Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf mit 5:4 (0:0, 0:0) nach Elfmeterschießen. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Ivan Perisic.

Zuvor hatte Roman Weidenfeller gegen Thomas Bröker gehalten. Der BVB stand nach der Gelb-Roten Karte gegen Patrick Owomoyela in der 34. Minute fast neunzig Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz.

„Das unglaublich, was die Mannschaft heute gezeigt hat. Alle gehen auf dem Zahnfleisch, die Jungs haben alles rausgehauen. Das ist ein unglaublicher Abschluss für dieses Jahr“, sagte Dortmunds Coach Jürgen Klopp. „Das Spiel war richtig hart, das werden wir noch ein paar Tage in den Knochen haben“, sagte Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz. Torwart Michael Ratajczak meinte niedergeschlagen: „Heute hat's leider nicht gereicht.“

Drei Veränderungen beim BVB

Dortmund war in den vergangenen beiden Jahren jeweils frühzeitig gescheitert, 2009/10 im Achtelfinale beim VfL Osnabrück (2:3) und 2010/11 in der 2. Runde bei Kickers Offenbach (2:4 nach Elfmeterschießen). Insgesamt war der BVB in den letzten 16 Jahren zuvor nur einmal ins Viertelfinale eingezogen und hatte in der Saison 2007/08 anschließend das Finale gegen den FC Bayern 1:2 nach Verlängerung verloren.

BVB-Trainer Jürgen Klopp musste seine Startformation im Vergleich zum Hinrunden-Abschluss beim SC Freiburg (4:1) auf drei Positionen verändern. Für den verletzten Brasilianer Felipe Santana (Teilabriss des Außenbandes im Sprunggelenk) rückte Owomoyela in die Innenverteidigung.

Anstelle von Marcel Schmelzer (Oberschenkelprobleme) spielte Chris Löwe links in der Viererkette, Torjäger Lucas Barrios musste kurzfristig Shinji Kagawa (Magenprobleme) ersetzen. Zudem fehlten Mario Götze (Muskelfaserriss), Neven Subotic (Gesichtsfraktur), Sven Bender (Kieferbruch) und Moritz Leitner (Rippenbruch).

In der mit 54.000 Zuschauern ausverkauften Düsseldorfer Arena erwischten die Dortmunder den besseren Start. Barrios (4.) und Jakub Blaszczykowski (8.) prüften Michael Ratajczak in der Anfangsphase, doch die Kopfbälle bereiteten dem Fortuna-Schlussmann keine Mühe. Kurz danach fing der Keeper eine scharfe Hereingabe von Löwe ab (11.).

Dortmund blieb die spielbestimmende Mannschaft, die nächste Torgelegenheit hatte aber der Zweitliga-Herbstmeister aus Düsseldorf. Abwehrspieler Assani Lukimya schoss aus knapp 30 Metern knapp drüber (19.). Kurz darauf traute sich BVB-Stürmer Robert Lewandowski auf der Gegenseite aus ähnlich großer Distanz. Ratajczak musste sich mächtig strecken, klärte aber zur Ecke (25.).

Kurz darauf kamen die Düsseldorfer, die am Wochenende beim 2:3 gegen den SC Paderborn die erste Niederlage nach 27 Pflichtspielen kassiert hatten, zu zwei aussichtsreichen Chancen. Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz (27.) prüfte Roman Weidenfeller im Dortmunder Tor, der vom BVB umworbene Maximilian Beister (29.) schoss zu hoch.

Aus den Kabinen kamen die Gastgeber mit viel Schwung. Erneut war es Lambertz, der einen ersten Warnschuss in Richtung Weidenfeller abgab (46.). Doch der BVB-Keeper parierte ebenso sicher wie vier Minuten später gegen Beister (50.). Nach torlosen 90 Minuten hatte Rösler mit einem Kopfball, den Weidenfeller über die Latte lenkte, die erste Chance in der Verlängerung (92.). Glück hatte Dortmunds Lukasz Piszcezk, der einen Flugkopfball an den Pfosten des eigenen Tores setzte (98.).

Dank seiner bosnischen Torgaranten steht 1899 Hoffenheim zum fünften Mal im Viertelfinale des DFB-Pokals: Treffer von Sejad Salihovic (23.) und Vedad Ibisevic (49.) bescherten den Badenern am Dienstag den 2:1 (1:1)-Sieg gegen den FC Augsburg, mit dem das Team von Holger Stanislawski einen versöhnlichen Jahresabschluss feierte.

Vor der Minuskulisse von nur 10.375 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena traf Torsten Oehrl (36.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich für den FCA, dem im zweiten Durchgang die Entschlossenheit für eine erneute Wende fehlte.

Das Stanislawski-Team bestimmte die Partie zwar in der ersten halben Stunde, konnte jedoch spielerisch nicht überzeugen. In der 12. Minute zielte Peniel Mlapa bei der ersten Chance für 1899 knapp links am Tor vorbei. Gegen den Freistoß des Spezialisten Salihovic gab es für Augsburgs Keeper Mohamed Amsif wenig später nichts zu halten. Der Schlenzer des überragenden Bosniers schlug knapp neben dem Pfosten ein.

Von den Augsburgern war zunächst wenig zu sehen. Erst in der Schlussphase der ersten 45 Minuten taute der in der Liga zuletzt zweimal ungeschlagene Neuling auf und machte auch mit Offensivaktionen auf sich aufmerksam. 1899-Keeper Tom Starke klatschte in der 36. Minute eine scharfe Hereingabe von Tobias Werner vor die Füße von Oehrl, der aus kurzer Distanz zum 1:1 traf.

Eine bosnische Koproduktion ließ die Fans der Kraichgauer kurz nach der Pause zum zweiten Mal jubeln: Ibisevic drückte eine Freistoß-Flanke von Salihovic am kurzen Pfosten stehend entschlossen zum 2:1 über die Linie. „Das Weiterkommen war Pflicht. Wir sind glücklich, dass es geklappt hat“, sagte Ibisevic, „es war eine turbulente Hinrunde.“

In eigener Sache: Neu auf der iPad-App der „Welt“ – eine umfangreiche Sportdatenbank