Pokal-Achtelfinale

Fürth düpiert Club – FC Bayern müht sich weiter

München trifft in letzter Minute zum Sieg in Bochum. Fürth gewinnt das Derby in Nürnberg. Einige Club-Fans zeigten sich nach dem Abpfiff als schlechte Verlierer.

Foto: Bongarts/Getty Images/Getty

Dank Arjen Robben hat der FC Bayern München die Pokalpflichtaufgabe beim VfL Bochum schadlos überstanden und das fünfte Mal in Serie das Viertelfinale erreicht. Der Niederländer sorgte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit (90.+1) am Dienstag für den 2:1 (0:1)-Arbeitssieg beim Zweitligisten. Die VfL-Führung vor 29.299 Zuschauern in der Bochumer Arena durch Giovanni Federico (26.) glich Toni Kroos (52.) aus.

„So brutal ist Fußball“, sagte Christoph Dabrowski, der den Münchnern mit einem Fehler im Aufbau den späten Sieg ermöglicht hatte. „Leider ist einem erfahrenen Spieler wie mir der Fehler passiert. Es tut mir unheimlich leid für die Mannschaft.“ Robben räumte dagegen ein: „Wir haben es uns unheimlich schwer gemacht. Die Bochumer können stolz sein, sie haben alles gegeben und ein richtig gutes Spiel gemacht.“

Bayern-Trainer Jupp Heynckes sagte: „Es war ein typischer Pokal-Fight und ich wusste vorher, dass es ein enges Spiel werden würde.“

Club-Fans rasten aus

Im 254. fränkischen Fußball-Derby mit dem 1. FC Nürnberg feierte die SpVgg Greuther Fürth einen verdienten 1:0 (1:0)-Achtelfinalerfolg und zog das dritte Mal seit 2004 in die Runde der besten acht Teams ein. Edgar Prib erzielte in der 15. Minute das entscheidende Tor für den Zweitligisten, der auch nach der Gelb-Roten Karte für Bernd Nehrig (66.) den Nürnberger Angriffen standhielt.

Teile des Nürnberger Anhangs zeigten sich nach Spielschluss als miserable Verlierer. Rund 100 „Fans“ stürmten den Innenraum des Nürnberger Stadions und rannten in Richtung des Gästeblocks. Nach einem kurzen Handgemenge konnten beide Parteien jedoch schnell voneinander getrennt werden.

„Ich finde das beängstigend, wenn Fans - egal von welcher Mannschaft - dieses Spiel dazu nutzen, um so aufzutreten. Das ist nicht mein Verständnis von Fußball. Das macht mich traurig, bei aller Freude über den Sieg“, sagte Fürths Trainer Mike Büskens.

Das Viertelfinale, das am Mittwochabend ausgelost wird, findet am 7./8. Februar 2012 statt.

Die Bayern starteten ohne ihre erfolgreichsten Pokal-Torschützen Mario Gomez und Thomas Müller in Bochum. Olic stürmte zunächst für Gomez, Müller war wegen einer Oberschenkelverhärtung gar nicht im Kader. Nach einer angriffslustigen Anfangsphase des Rekordmeisters, die der VfL dank seines Abwehrbollwerks ohne Gegentreffer überstand, kamen die Westfalen immer besser ins Spiel. Nach einem feinen Querpass von Mirkan Aydin brauchte Federico den Ball nur über die Linie zu schieben.

Mit der Einwechslung von Gomez für Olic und David Alaba für Luiz Gustavo erhöhten die Münchner den Druck und wurden belohnt. Kroos kombinierte mit Gomez auf der linken Seite und überwand Bochums Torwart David Luthe aus zehn Metern.

Nur mühevoll erholte sich das Heimteam von diesem Rückschlag, die vereinzelten Konter blieben jedoch harmlos. Auf der anderen Seite verzog Robben (67.) nur um Zentimeter am Pfosten vorbei und ließ die Bayern erst kurz vor dem Schlusspfiff jubeln.

„Natürlich wollten wir das souveräner gestalten. Wir waren die bessere Mannschaft, haben das aber nicht in Chancen ummünzen können. Es kann sich aber keiner beschweren, wenn wir das Spiel 2:1 gewinnen“, sagte Kroos.

In der zweiten Auftaktpartie der Runde der besten 16 war ein Klassenunterschied noch weniger zu erkennen. Beflügelt durch den 5:0-Sieg zum Vorrundenabschluss gegen Union Berlin spielte Greuther Fürth auch im Derby entschlossen nach vorne und nutzte gleich die erste Unaufmerksamkeit der Club-Abwehr eiskalt aus.

Als Christopher Nöthe nach einer Viertelstunde einen Eckball von Heinrich Schmidtgal mit dem Kopf verlängerte, stand Prib völlig frei und köpfte zum 0:1 ein.

Nach der zweiten Gelben Karte für Nehrig binnen 17 Minuten rannten die Nürnberger in Überzahl auf das Fürther Tor an, blieben jedoch ohne Erfolg. Die Gäste hatten Glück, dass Schiedsrichter Knut Kircher den vermeintlichen Ausgleich durch Daniel Didavi (79.) wegen eines Aufstützens von Albert Bunjaku nicht anerkannte.

„Es ist ein wunderbares Gefühl. So etwas erlebt man nicht jeden Tag, sich bei so einem traditionsreichen Spiel in die Legenden einzutragen. Wir haben in der ersten Halbzeit gut kombiniert. Der Sieg war verdient, weil wir mehr investiert haben und dem Druck standgehalten haben. Man muss dankbar sein, dass man so etwas erleben kann“, sagte Torschütze Prib.

„Wir haben nach dem 0:1 den Faden verloren und zu wenig gemacht. In der zweiten Halbzeit waren wir die bessre Mannschaft. Aber wir haben versagt, das Tor zu machen. Wir haben eine Riesenchance verpasst, aber das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, sagte Nürnbergs Mittelfeldspieler Daniel Didavi.

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