14. Spieltag

Hoffenheim auch gegen Freiburg mit zwei Gesichtern

Durch ein Gegentor in der Schlussminute verpasst Hoffenheim den Heimsieg gegen Freiburg. Holger Stanislawskis Umstellungen bleiben ohne Wirkung.

Zu Beginn hatte es in Hoffenheim so ausgesehen, als könne der 20 Jahre alte Brasilianer Roberto Firmino der Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski das Lächeln zurückgegeben. Die Freude nach dem Führungstreffer im Bundesliga-Heimspiel gegen Freiburg war groß. Sie markierte jedoch auch den Schlusspunkt der bis dahin überzeugenden Leistung der Gastgeber. Am Ende bestrafte der Freiburger Joker Garra Dembele eine Hoffenheimer Mannschaft, die erneut zwei Gesichter zeigte und deren Trainer langsam ratlos wirkt.

„Ich kann nicht verstehen, wie man so nachlassen kann“, sagte Holger Stanislawski nach dem 1:1 im eigenen Stadion. Sein Pendant Marcus Sorg jedoch war zufrieden mit seinem Team: „Wir sind zwar auch hier nicht so ist Spiel gekommen, wie wir es uns gewünscht hatten. Aber nach dem 0:1 wurde es bei uns besser.“ Auch Felix Bastians freute sich über den Leistungsabfall der Hoffenheimer. „Durch das Gegentor sind wir ins Spiel gekommen.“

In der Tabelle bringt der Punkt die Mannschaft aus dem Breisgau indes nicht wesentlich voran, sie bleibt Vorletzter. Auch Hoffenheim hält seine Position. „Vom Gefühl ist das fast wie eine Niederlage“, sagte Kapitän Sejad Salihovic mit hängendem Kopf. Der Bosnier konnte die zwei Gesichter seines Teams ebenfalls nicht erklären: „Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte. Wir hätten das Spiel entscheiden müssen.“

Obwohl Freiburg im Abstiegskampf steckt, scheint die Mannschaft von Sorg voller Selbstbewusstsein zu stecken, während sich die Hoffenheimer seltsam emotionslos dem Mittelmaß ergeben. „Wir müssen sehen, dass wir uns das Selbstbewusstsein wieder erarbeiten“, sagte Salihovic. Zu allem Überfluss pfiffen die Fans die eigene Mannschaft nach dem Spiel auch noch aus. „Wir haben gemerkt, dass wir am Zug sind. Man hat gespürt, dass auch das Publikum immer unruhiger wurde“, sagte Freiburgs Coach Markus Sorg.

Julian Schuster, der erneut eine starke Partie im defensiven Mittelfeld des SC Freiburg zeigte, betonte die neue Stärke der Mannschaft: „Wir glauben immer daran, ein Spiel auch noch spät entscheiden zu können und wir werden dafür auch belohnt. Das ist eine neue Qualität von uns.“ Auf diese Eigenschaft, die nun schon zum dritten Mal in Folge mindestens einen späten Punkt sichert, ist Marcus Sorg besonders stolz: „Genau solche Punkte sind es, die dafür sorgen, dass man am Ende über dem Strich steht.“

Holger Stanislawski sieht seine Mannschaft für die kommenden Wochen in der Pflicht: „Wir haben nach dem Führungstreffer alles vermissen lassen. Dennoch hätten wir in Führung gehen können, wenn wir die Konter ausgespielt hätten. Wir müssen hart an uns arbeiten.“ Freiburg arbeitet derzeit hart, kann jedoch eine gegnerische Mannschaft nicht von Beginn an unter Druck zu setzen. „Wir sind anfangs zu passiv. Wir müssen früher die Entscheidung suchen“, sagte Julian Schuster.

Trainer Markus Sorg hat momentan ein sehr glückliches Händchen. Er tauschte zwei Defensive Spieler gegen Offensivkräfte und brachte schließlich mit Dembele den Matchwinner. Der Neuzugang aus Mali erzielte vier Minuten nach seinem zehnten Auflaufen den ersten Treffer. „Es ist wichtig für ihn, dass er getroffen hat. Er wird jetzt noch stärker.“ Diese Stärke, gerade in der Offensive, braucht Freiburg auch, um sich in den kommenden Spielen gegen Hannover und Köln wieder mit drei Punkten zu belohnen. Marcus Sorg ist sich sicher, dass dies gelingt, ebenso wie die Vermeidung des Abstiegs: „Man bekommt immer, was man verdient. Vielleicht nicht gleich, aber am Ende.“