EM-Qualifikation

"Schwarzer Abend" für Hitzfeld – Rooney sieht Rot

Die Tätlichkeit von Wayne Rooney überschattet Englands EM-Qualifikation. Ottmar Hitzfeld hingegen hadert nach dem Aus der Schweiz mit dem Unparteiischen.

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Als Ottmar Hitzfeld mit der Schweiz einen „schwarzen Abend“ erlebte, legte sich durch Wayne Rooneys Rote Karte ein dunkler Schatten über Englands direkte EM-Qualifikation . Der Superstar von Manchester United flog nach einem üblen Tritt gegen Miodrag Dzudovic beim 2:2 (2:1) der Three Lions in Montenegro nur einen Tag nach der Verhaftungen seines Vaters vom Platz.

Er erzürnte damit nicht nur seinen Trainer Fabio Capello. Sauer war auch Hitzfeld nach dem endgültigen Schweizer Aus durch das 0:2 (0:0) in Wales, vor allem auf Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden.

Während die Zeitungen im Mutterland des Fußballs Rooney nach dessen zweiten Platzverweis im Nationaltrikot nach dem Ausraster bei der WM 2006 im Viertelfinale gegen Portugal als „Dummkopf“ und „Idioten“ beschimpften, wollte Capello nichts beschönigen: „Ich war überrascht, weil es direkt vor mir passiert ist. Aber die Rote Karte war richtig.“ Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Ergolding hatte Rooneys Tritt völlig korrekt als Tätlichkeit gewertet. „Er hat einen dummen Fehler gemacht, und ich bin nicht glücklich. Er hat hat gesagt: ’Ja, sorry’. Mehr kann ich nicht tun“, sagte Capello.

Rooneys Vater verhaftet

Der englische Nationaltrainer sieht keinen Zusammenhang zwischen Rooneys Kurzschlussreaktion und dem Verfahren gegen Vater Wayne Rooney senior und Onkel Richie . Die Beiden waren am Donnerstag zusammen mit einem halben Dutzend weiterer Personen in Liverpool wegen des Verdachts verhaftet worden, bei einem Spiel der schottischen Premier League einen Wettbetrug begangen zu haben. „Der Spieler war frustriert wegen der Sachen, die auf dem Platz passiert sind, nicht wegen etwas abseits davon“, sagte Capello.

In Podgorica lagen die Briten nach Toren von Ashley Young (11.) und Darren Bent (31.) bereits 2:0 vorne, kassierten dann aber kurz vor der Pause den Anschlusstreffer durch Elsad Zverotic (45.). Andrija Delibasic schoss Montenegro in der Nachspielzeit mit dem Ausgleich in die Play-offs und die Schweizer in das Tal der Tränen.

"Ein weiterer Tiefschlag"

„Natürlich mussten wir mal zuerst die eigene Niederlage verdauen. Dann hab ich die Nachspielzeit beim Schweizer TV geschaut und musste mit eigenen Augen das 2:2 von Montenegro sehen. Das war natürlich ein weiterer Tiefschlag“, sagte Hitzfeld und sprach von einem „schwarzen Abend“. Nach einer Roten Karte gegen Reto Ziegler (55.) hatten Arsenals Aaron Ramsey (60./Foulelfmeter) und Tottenhams Gareth Bale (71.) für Wales getroffen. Hitzfeld nannte Zieglers Platzverweis „total überzogen“, und „über den Elfmeter könnte man zumindest auch diskutieren. Gut war der Schiedsrichter nicht.“

In der Gruppe D fällt die Entscheidung zwischen Frankreich und Bosnien-Herzegowina erst im direkten Duell am Dienstag (21.00 Uhr) im Stade de France. Den 5:0 (4:0)-Sieg der Bosnier gegen Luxemburg konterten die Franzosen mit einem 3:0 (2:0) gegen Albanien. Frankreich, das auf den verletzten Bayern-Star Franck Ribery verzichten musste, hat einen Punkt Vorsprung.

Auch Portugal und Dänemark haben ihr Endspiel. Am letzten Spieltag der Gruppe H treffen die beiden punktgleichen Teams am Dienstag (20.15 Uhr) in Kopenhagen aufeinander, wobei Portugal nach dem 3:1-Hinspielsieg ein Unentschieden reicht. Dänemark schoss sich am Freitag mit einem 4:1 (4:1) auf Zypern warm, Portugal schlug anschließend Island 5:3 (3:0).

Griechenland hat nach dem 2:0 (0:0) im Spitzenspiel gegen Kroatien durch die Treffer von Giorgis Samaras (71.) und Theofanis Gekas (79.) vom Zweitligisten Eintracht Frankfurt ebenso die direkte Qualifikation vor Augen wie Russland durch das 1:0 (0:0) in der Slowakei. Das Spiel in Griechenland wurde von schweren Krawallen überschattet, Hooligans warfen Leuchtfackeln und einen Molotow-Cocktail in den kroatischen Block.

Weltmeister Spanien feierte mit dem 2:0 (2:0) in Tschechien im siebten Spiel den siebten Sieg. Auch Vizeweltmeister Niederlande bewahrte seine weiße Weste. Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar von Schalke 04 traf zum mageren 1:0 (1:0) gegen Moldau, dem neunten Sieg für „Oranje“. Hinter dem Europameister von 1988 hat Schweden nach einem 2:1 (1:0) in Finnland den zweiten Platz sicher.

Belgien hat sich derweil ein Finale gegen Deutschland erkämpft. Die „Roten Teufel“ gewannen ihr letztes Heimspiel gegen Kasachstan 4:1 (2:0) und verdrängten damit die Türkei vom zweiten Platz.