Bayern München

Willi Lemke stichelt gegen schweigsamen Robben

Obwohl er in Hoffenheim immerhin schon wieder eine Halbzeit spielen durfte, schweigt Bayern-Star Arjen Robben weiter. Willi Lemke hat dafür kein Verständnis.

Wo Worte wenig bewirken würden, sollte man(n) Taten sprechen lassen. Misslich nur, wenn diese Taten hinterher als dröhnendes Schweigen vernommen werden. So wie bei Arjen Robben.

Schon nach dem 2:0 unter der Woche in der Champions League gegen Manchester City war Bayern Münchens Flügelflitzer weniger durch besonders bemerkenswerte Beinarbeit aufgefallen – kein Wunder, er wurde ja erst in der 90. Minute eingewechselt – als durch konsequente Wortkargheit. Auch nach dem 0:0 am Samstag in der Bundesliga stürmte Robben, diesmal in der 46. Minute ins Spiel gekommen, weniger gefährlich auf Hoffenheims Tor zu als vielmehr nach dem Abpfiff an lästigen Fragestellern vorbei.

„Das ist noch nicht der Arjen, den wir uns alle wünschen“, stellte Jupp Heynckes später nüchtern fest, wobei Münchens Trainer natürlich die sportliche Leistung des Niederländers auf und nicht dessen mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit neben dem Platz meinte. Robben sei wegen seiner Schambeinentzündung vier Wochen ausgefallen, und „es war eine Entscheidung von uns beiden zusammen, dass Arjen nicht von Anfang an spielt. Er hat mir klipp und klar gesagt, dass er sich noch nicht fit für die Startelf fühlt“ .

Getrost darf Robbens Mundfaulheit also als stummer Ausdruck seiner Unzufriedenheit über die persönliche aktuelle Form interpretiert werden – und wohl auch darüber, dass die Mannschaft ohne ihn ziemlich erfolgreich spielt, Tabellenführer ist und seit 1018 Minuten ohne Gegentor. Zur Frage, ob Schweigsamkeit zum guten Recht von Fußballspielern in besonders exponierten Sportvereinen gehört, gibt es geteilte Meinungen.

Seine eigene nutzte Willi Lemke, Werder Bremens den Münchnern stets in herzlicher Rivalität begegnender Aufsichtsratschef, zur Stichelei wider die Bayern bei "Sky": „Wieso soll das sein gutes Recht sein? Er ist Arbeitnehmer einer Firma. Ich schätze sein Gehalt auf mindestens 300.000 Euro im Monat, wahrscheinlich sogar deutlich mehr. Da gehört das doch dazu. Wir sind doch Profis.“ Und Menschen. Das verkompliziert es.