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Huntelaar-Ersatz Pukki rettet Schalke in Hannover

Ohne den verletzten Torjäger Klaas Jan Huntelaar musste Schalke 04 bei Hannover 96 antreten. Doch der Finne Teemu Pukki vertrat den Holländer glänzend.

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Als der Schlusspfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark erklang, konnte sich Teemu Pukki vor Gratulanten kaum retten. Nach seinem dritten Bundesligaspiel wurde der Finne nicht nur von Weltstar Raul anerkennend in den Arm genomen, auch in der Schalker Fankurve wurde Pukki ausgiebig gefeiert.

Zuvor hatte der Ersatzmann für den wegen seiner Gesichtsverletzungen nicht einsatzfähigen Torjägers Klaas-Jan Huntelaar Schalke 04 vor einer Niederlage im Duell der deutschen Europa-League-Teilnehmer bei Hannover 96 bewahrt. Pukki, der erstmals in der Schalker Startelf stand, rettete mit seinen Toren in der 26. und 73. Minute dem Pokalsieger ein verdientes 2:2 (1:1)-Unentschieden bei den Niedersachsen.

„Ich wollte in meinem ersten Spiel von Beginn an zeigen, was ich kann. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Von daher bin ich ganz zufrieden“, sagte der Mann des Tages in Reihen der Königsblauen.

Davon konnte bei Mirko Slomka keine Rede sein: „Ich bin nicht zufrieden, denn wir hätten das Spiel gewinnen können. Wir hätten unsere Konter besser ausspielen müssen. Am Ende war dann aber Schalke die bessere Mannschaft, die noch zwei gute Chancen hatte. Es ist nicht gut, dass wir so viele Chancen zugelassen haben. Das hat mir gar nicht gefallen“, sagte Hannovers Trainer.

Trotz des Remis verpassten die Gäste die Rückkehr auf den zweiten Tabellenplatz und sind die Rolle des ersten Bayern-Jägers erst einmal wieder los. Die Niedersachsen - vor eigenem Publikum weiterhin ungeschlagen - verbesserten sich immerhin auf Rang sechs der Tabelle.

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Hannoveraner WM-Arena schossen die Gäste die ersten beiden Tore selbst. In der 26. Minute schloss Pukki einen sehenswerten Konter mit dem Führungstreffer ab, doch nur drei Minuten durften die Niedersachsen jubeln: Mit einem unhaltbaren Kopfball überwand der Grieche Kyriakos Papadopoulos seinen eigenen Torhüter Lars Unnerstall, der nur noch entsetzt dem Ball hinterherschauen konnte.

Für das zwischenzeitliche 2:1 war der bis dahin eher blasse Mohammed Abdellaoue (59.) mit einem gut platzierten Kopfstoß in die lange Ecke verantwortlich. Es war der achte Saisontreffer des Norwegers.

Schon nach exakt 90 Sekunden bot sich dem deutschen Pokalsieger eine Riesenchance zur schnellen Führung. Kapitän Benedikt Höwedes kam aus acht Metern Entfernung auch für ihn selbst überraschend frei zum Schuss, drosch den Ball aber über den Querbalken. In der Folgezeit wirkten die Norddeutschen spritziger und kombinationssicherer, konnten die Schalker Deckung selbst aber nicht aushebeln.

Im Gegenteil: Nach genau einer Viertelstunde musste Karim Haggui in letzter Sekunde gegen Pukki klären. Der Finne verpasste seinen zweiten Torerfolg nur knapp, als er in der 56. Minute lediglich das Außennetz traf. Nur 60 Sekunden später scheiterte auf der Gegenseite Didier Ya Konan mit einem Flachschuss nur knapp

96-Trainer Mirko Slomka hatte seine Startelf offensiv ausgerichtet, der Ivorer stand diesmal von Beginn an auf dem Feld. Dennoch waren klare Torgelegenheiten für die Gastgeber, die sich am vergangenen Donnerstag mit 2:1 beim dänischen Meister FC Kopenhagen durchgesetzt hatten, bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Ergolding Mangelware.

Das Team von Coach Huub Stevens - der Niederländer saß zum 200. Mal bei den Königsblauen in der Bundesliga auf der Bank - wirkte hingegen drei Tage nach der enttäuschenden Nullnummer gegen den zyprischen Klub AEK Larnaka vor allem spielerisch verbessert, fand aber erst in der Schlussphase wieder in die Partie. In der 86. Minute scheiterte allerdings Lewis Holtby noch zweimal in glänzender Position gegen Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler. Kurz darauf hatte Konstantin Rausch noch eine große Chance für Hannover.