Schalke-Boss Tönnies

"Rangnick ist geistig erschöpft. Er ist ausgebrannt"

Schalke-Chef Clemens Tönnies zeigt sich im Interview mit Morgenpost Online völlig überrascht von Ralf Rangnicks Erkrankung. Auch die Spieler sind fassungslos.

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Morgenpost Online: Herr Tönnies, wann haben Sie vom Rücktritt Ihres Cheftrainers erfahren?

Clemens Tönnies: Unser Manager Horst Heldt hat mich Mittwochabend angerufen und mir gesagt, dass er mit Ralf Rangnick zusammengesessen hat, er ihm seine Situation geschildert und um seinen Rücktritt gebeten hat.

Morgenpost Online: Haben Sie auch mit Rangnick gesprochen?

Tönnies: Anschließend nach dem Gespräch mit Horst Heldt. Ralf Rangnick hat mir versichert, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weitermachen kann. Ich muss das akzeptieren. Der Mensch Ralf Rangnick ist jetzt erst mal wichtiger als der Verein. Er hat seinen Rücktritt mit geistiger Erschöpfung erklärt. Er ist ausgebrannt.

Morgenpost Online: Gab es dafür bislang keine Anzeichen?

Tönnies: Nein, absolut nicht. Es kam für mich aus heiterem Himmel. Ich habe einen sehr engen Kontakt zu ihm. Bei mir hat sich nichts angedeutet.

Morgenpost Online: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Rangnick um den Rücktritt bat?

Tönnies: Ich war bestürzt und fassungslos. Die Nachricht traf mich wie ein Blitz. Ich kann es immer noch nicht fassen. Es tut mir unendlich leid, dass wir Ralf Rangnick jetzt verlieren. Wir müssen aber die Person und die Gesundheit von Ralf Rangnick über die Interessen des Vereins stellen. Es ist viel wichtiger, dass er wieder ganz gesund wird. Dafür wünsche ich ihm von Herzen alles Gute.

Morgenpost Online: Wie hat die Mannschaft reagiert?

Tönnies: Genauso bestürzt wie ich. Einigen fehlten einfach die Worte.

Morgenpost Online: Wie sind Sie mit Rangnick verblieben?

Tönnies: Dass er mit sofortiger Wirkung den Cheftrainerposten niederlegt.

Morgenpost Online: Kann er als Cheftrainer wieder zurückkommen?

Tönnies: Daran ist nicht zu denken. Es braucht doch eine lange Zeit bis er geheilt ist. Spätestens seit dem Tod von Robert Enke wissen wir doch wie gefährlich eine solche Krankheit ist.

Morgenpost Online: Wie geht es jetzt weiter?

Tönnies: Wir werden einen neuen Cheftrainer suchen. Dabei plädiere ich immer dafür, die beste Lösung vor der schnellsten zu finden.

Morgenpost Online: Gibt es schon Kandidaten?

Tönnies: Nein, dazu ist alles noch zu frisch.

Morgenpost Online: Wer sitzt am Samstag auf der Bank?

Tönnies: Unsere Co-Trainer Seppo Eichkorn und Markus Gisdol.