Schalke auf Platz 2

Jetzt ist auch Rangnick ein großer Fan von Raul

Vor knapp zwei Wochen hätte Ralf Rangnick keine großen Einwände gegen einen Raul-Verkauf gehabt. Spätestens mit dem Sieg gegen Gladbach hat sich das geändert.

Er läuft und läuft und trifft und der FC Schalke 04 liegt ihm zu Füßen. Mit Raúl Gonzalez Blanco hat der deutsche Pokalsieger wieder in die Erfolgsspur gefunden und ist nach dem dritten Bundesligasieg in Serie auf dem angestrebten Spitzenplatz angekommen. „Das ist absolut bemerkenswert“, befand Sportvorstand Horst Heldt nach der Gala des spanischen Ausnahmefußballers. Gegen das Abwehrbollwerk von Borussia Mönchengladbach erzielte Raul nicht nur den 1:0 (0:0)-Siegtreffer. Mit einer Laufleistung von mehr als elf Kilometern war der 34-Jährige auch ein Vorbild an Einsatz.

„In dieser Verfassung ist Raúl für uns ein enormer Gewinn“, sagte Trainer Ralf Rangnick nach dem hart erkämpften, aber letztlich verdienten Sieg gegen die zuvor seit mehr als vier Monaten unbesiegten Gladbacher. Wie schon beim 6:1-Spektakel in der Europa League gegen HJK Helsinki kurbelte der unermüdliche Stürmerstar das Spiel seiner Elf immer wieder an und war im richtigen Moment zur Stelle.

Gegen Borussias bärenstarken Keeper Marc-Andre ter Stegen benötigte Raul in der 64. Minute allerdings drei Versuche, um den Ball über die Linie zu drücken. Zweimal hatte ter Stegen, der am Montag verletzt für die U21-Länderspiele gegen San Marino und Weißrussland absagen musste, reaktionsschnell pariert, beim dritten Mal war er machtlos.

Damit haben sich die Schalker hinter den punktgleichen Bayern auf Rang zwei der Tabelle vorgeschoben. „Man kann von einem gelungenen Start sprechen. Wir sind froh, dass wir da oben sind“, sagte Heldt. Rangnick war nicht nur mit dem Sieg, sondern auch mit der Leistung seiner Elf hochzufrieden. „Das war mit Abstand das beste Spiel gegen den Ball, seit ich hier bin. Und es ist auch erfreulich, dass wir zu null gespielt haben“, befand der Schalker Coach. Mittelfeldspieler Lewis Holtby sagte: „Vielleicht wollten wir diesen Erfolg genau um dieses eine Tor mehr als die Gladbacher.“

"Für uns war das Tempo zu hoch"

Die Gäste, die nach ihrer Erfolgsserie als Spitzenreiter in den Spieltag gestartet waren, können den Rückschlag locker wegstecken. „Das war kein Dämpfer, wir haben Fehler gemacht, die einfach mal passieren“, meinte der frühere Schalke-Profi Mike Hanke. Trainer Lucien Favre, der immer betont, dass es eine sehr schwierige Saison werde, erkannte die Stärken der Schalker schnell: „Für uns war das technische Tempo zu hoch.“ Gegen die Tormaschine der Liga (27 Treffer in sieben Pflichtspielen) war das 0:1 noch aller Ehren wert. „Wir haben es über weite Strecken gut gemacht und standen hinten meist gut“, meinte Innenverteidiger Roel Brouwers.

Am Ende gab es noch einen spektakulären Zusammenstoß im Gerangel um den Ball zwischen dem Ex-Gladbacher Alexander Baumjohann und Favre. Der Gladbacher Trainer packte den Schalker-Profi kurz am Kragen, beruhigte sich aber schnell wieder. „Ich wollte einfach schnell den Ball haben, das ist okay“, sagte der Borussen-Coach. Nach der Partie suchte Baumjohann gleich die Gladbacher Kabine auf. „Ich habe ihm gesagt, dass es keine Absicht war“, sagte der Schalker.