1. FC Köln

Podolski zeigt starke Reaktion nach Entmachtung

Beim Pokal-Sieg des 1. FC Köln gegen SC Wiedenbrück bereitete Lukas Podolski zwei Tore vor. Die Fans feierten den Stürmer – auch ohne Kapitänsbinde.

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Angeführt von einem starken Lukas Podolski hat der 1. FC Köln die Auftakthürde im DFB-Pokal souverän gemeistert und dem neuen Trainer Stale Solbakken im ersten Pflichtspiel einen guten Einstand beschert.

Der Nationalstürmer war an zwei der drei Tore zum 3:0 (2:0) beim Regionalligisten SC Wiedenbrück 2000 beteiligt und zeigte sich von seiner Entmachtung als Kapitän unbeeindruckt. Für die Ostwestfalen endete dagegen das erstmalige Gastspiel im Pokal-Wettbewerb erwartungsgemäß nach der ersten Runde.

Vor 12.000 Zuschauern im ausverkauften Heidewaldstadion – der SC war wegen der großen Karten-Nachfrage umgezogen – erzielten zweimal Milivoje Novakovic (23. und 45.) sowie Mato Jajalo (78.) die Treffer für den FC. Die Kölner waren dabei dem Außenseiter aus Wiedenbrück in allen Belangen überlegen und hatten das Spiel jederzeit im Griff.

Einen guten Eindruck hinterließ dabei Podolski, dem das ganze Theater der letzten Wochen um das Kapitänsamt nicht anzumerken war. Der 26-Jährige verteilte in der Offensive die Bälle gut und war im ersten Durchgang auch an den beiden Treffern von Novakovic beteiligt.

Beim ersten Tor konnte Sebastian Lange einen Schuss des Nationalstürmers nur nach vorne abprallen lassen, Novakovic braucht nur noch einschieben. Beim zweiten Treffer hatte Podolski den Ball mustergültig für den slowenischen Nationalspieler aufgelegt, der per Kopf traf.

Podolski ist also trotz aller Irrungen und Wirrungen ganz der Alte. Während des Spiels wurde er von den gut 3000 mitgereisten FC-Fans frenetisch mit „Lukas-Podolski-Sprechchören“ gefeiert.

Der 89-malige Nationalspieler war Anfang der Woche von Solbakken als Kapitän abgesetzt worden, stattdessen wurde der brasilianische Verteidiger Pedro Geromel zum neuen Spielführer ernannt, was in Köln die Gemüter erhitzt hatte.

Podolski selbst besaß in der achten Minute auch die erste Chance des Spiels, als er an Lange scheiterte. Ohnehin durften sich die Gastgeber bei ihrem Schlussmann bedanken, dass sie nicht schon in der ersten Halbzeit aussichtslos ins Hintertreffen gerieten. So entschärfte Lange weitere Großchancen von Adil Chihi (31.) und Miso Brecko (33.).

In der Defensive ließ der FC unterdessen kaum etwas anbrennen. So versuchte es Dominik Jansen mal mit einem Distanzschuss, doch der Ball ging einige Meter über das von Miro Varvodic gehütete Tor. Der Kroate vertrat den verletzten Stammkeeper Michael Rensing (Knieprellung) und war nahezu beschäftigungslos.

Dabei bemühten sich die Wiedenbrücker redlich und hatten im Mittelfeld auch durchaus einige ansehnliche Spielzüge zu bieten. Im Abschluss war die Mannschaft des früheren Bundesligaprofis Thomas Stratos aber harmlos.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer ein ähnliches Bild. Der FC diktierte Ball und Gegner und kam zu weiteren Großchancen. Die beste vergab zunächst Novakovic freistehend nach Zuspiel von Podolski (59.), ehe Jajalo für die endgültige Entscheidung sorgte.