"Auszeit"

Flüchtling Mourinho bräuchte einen Wäschekorb

Auch Ruhm kann nerven! Selbst in China erkennen die Fans Startrainer Mourinho und jagen ihn. Dem Meister des Versteckspiels fehlten für die Flucht die Accessoires.

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Er wird zwar "the special one" genannt. Dass Jose Mourinho aber auch außerhalb des Fußballs nicht für alle Dinge die passende Lösung hat, bekam der Star-Trainer nun im fernen China zu spüren. In Guangzhou, wo er sich gerade mit Real Madrid aufhält, ist Mourinho am Montag von fanatischen Fans zur Flucht gezwungen worden. Da sich vor seiner Unterkunft zahlreiche Journalisten versammelt hatten, war der Coach von Reals Sicherheitspersonal über das Einkaufszentrum aus dem Hotel geführt worden. Doch der Plan schlug fehl, weil rund 200 Fans den Trainer sofort erkannten und sich an seine Fersen hefteten.

Dabei weiß der Trainer doch eigentlich, wie das Versteckspiel funktioniert. Als er 2005 für ein Spiel von der Uefa gesperrt worden war und nicht das Stadion betreten durfte, wusste sich der damalige Chelsea-Trainer im Hinspiel gegen den FC Bayern doch auch zu helfen. Mourinho war mehrere Stunden vor dem Anpfiff unbemerkt in die Kabine an der Stamford Bridge gegangen und nach dem Abpfiff in eine Wäschebox gekrabbelt, in der er dann aus dem Stadion getragen wurde. Eine grandiose Idee und der Beweis für den Ideenreichtum seiner Spezies. Schon Ottmar Hitzfeld, der wie Mourinho die Champions League mit zwei verschiedenen Vereinen gewonnen hat, wusste sich 1994 gut zu tarnen.

Hitzfeld, damals Trainer von Dortmund, wollte sich den Hamburger Jörg Albertz in der der Partie gegen 1860 anschauen. Auf dem Weg zum Stadion zog sich Hitzfeld eine schwarze Perücke über, setzte sich eine Sonnenbrille und eine Basecap mit der Aufschrift "Worldcup USA“ auf. Mit einer Stehplatzkarte mischte er sich unters Volk. Die Tarnung war perfekt – im Gegensatz zu Albertz' Spiel, der nie nach Dortmund kam.