EM-Gastgeber 2012

Polnische Hooligans greifen Legia-Spieler an

Die Gewalt der Hooligans in Polen stoppt nicht einmal vor dem eigenen Team. Legia-Verteidiger Rzezniczak wurde nach einer Heimpleite bespuckt und geschlagen.

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Hooligans aus dem EM-Gastgeberland Polen schrecken auch vor Angriffen auf Spieler der eigenen Mannschaft nicht zurück. Nach einer Niederlage des Warschauer Vereins Legia beim Heimspiel gegen Ruch Chorzow beschimpfte und bespuckte ein Fan den Legia-Verteidiger Jakub Rzezniczak. Das berichtete die polnische Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“. Dem in der Fanszene bekannten Mann war es trotz Absperrungen gelungen, auf den Rasen zu kommen. Dem sich wehrenden Spieler verpasste er eine Ohrfeige.

Dem Blatt zufolge konnte der Mann nach dem Zwischenfall das Stadion ungehindert verlassen. „Er wurde weder festgenommen noch mit einem Stadionverbot belegt“, hieß es in „Gazeta Wyborcza“. Nach Informationen der Zeitung gibt es zwischen der Vereinsführung und der aggressiven Fanbewegung eine Absprache. „Für das Versprechen, dass es keine großen Krawalle geben wird, schließt der Verein vor kleinen Sünden die Augen“, beschrieb das Blatt die Taktik der Legia-Führung.

Polnische Gewaltfans schüchtern seit langem die Spieler ein. Für Schlagzeilen hatte vor Jahren ein Zwischenfall in Zabrze in Schlesien gesorgt. Die Fans zwangen die Spieler des Vereins Gornik, als Strafe für schlechte Ergebnisse im Training Trikots mit einer beleidigenden Aufschrift anzuziehen.

Die Gewalt wirft einen langen Schatten auf den polnischen Fußball. Beim Fußball-Länderspiel im litauischen Kaunas, das Polen 0:2 verlor, wurden vor einer Woche rund 60 Rowdys nach Krawallen festgenommen.