Europa League

Souveräner Werder-Sieg, auch Hertha gewinnt

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Werder Bremen hat seine Serie ausgebaut und ist nun seit 22 Spielen ungeschlagen. Durch einen verdienten Erfolg in der Europa League gegen Nacional Funchal verteidigte das Team von Trainer Thomas Schaaf Platz eins in seiner Gruppe. Auch Hertha BSC gewann und kann weiter auf den Einzug in die Zwischenrunde hoffen.

Mit einer besseren Reservemannschaft hat Werder Bremen seine Erfolgsserie auch in der Europa League ausgebaut. Der deutsche Pokalsieger setzte sich gegen CD Nacional Funchal aus Portugal mit 4:1 (2:0) durch, blieb durch den mühelosen Sieg zum 22. Mal in Folge ungeschlagen und steht dicht vor dem Gruppensieg. Die bereits qualifizierten Hanseaten können sich sogar am letzten Spieltag eine Niederlage mit einem Tor Differenz bei Verfolger Athletic Bilbao leisten, um als Tabellenführer in die Zwischenrunde im Februar 2010 einzuziehen.

Vor 23.784 Zuschauern im Weserstadion legte Markus Rosenberg schon vor dem Seitenwechsel den Grundstein zum Erfolg. Der schwedische Nationalspieler war in der 31. Minute per Kopfball erfolgreich, nur drei Minuten später gelang ihm aus kurzer Distanz sein zweiter Treffer. Während einer kurzen Schwächephase der Grün-Weißen erzielte Mittelfeldspieler Ruben Micael in der 61. Minute per Freistoß den Anschlusstreffer, bevor Werder sich wieder fing. Marcelo Moreno (84.) und Marko Marin (90.+2) erzielten den Endstand.

„Es war wichtig, einigen Spielern Spielpraxis zu verschaffen, die nicht so oft zum Einsatz kommen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Insgesamt haben wir den Gegner gut im Griff gehabt. Die Mannschaft war engagiert, sie wollte sich beweisen“, sagte Trainer Thomas Schaaf. Auch Nationalspieler Per Mertesacker war zufrieden: „Es gab einige Umstellungen, aber wir haben unsere Sache gut gemacht, auch wenn es zwischendurch sehr eng war. Am Ende haben wir unsere Routine ausgespielt. Auf der Serie dürfen wir uns nicht ausruhen.“

Wie erwartet hatte Trainer Thomas Schaaf auf mehrere Leistungsträger verzichtet, um ihnen vor dem Endspurt in der Bundesliga-Vorrunde eine Pause zu gönnen. So drückten die Nationalspieler Mesut Özil und Marko Marin, der Brasilianer Naldo, der Portugiese Hugo Almeida sowie U21-Europameister Sebastian Boenisch zunächst nur die Reservebank. Für den grippekranken Tim Wiese stand Drittliga-Torwart Sebastian Mielitz im Bremer Gehäuse.

Aber auch ohne diese sechs Stammkräfte übernahm der deutsche Pokalsieger von Beginn an die Initiative. Schon in der vierten Minute scheiterte der österreichische Nationalspieler Sebastian Prödl aus kurzer Distanz. Mittelfeldspieler Peter Niemeyer prüfte in der zehnten Minute Funchals Torhüter Rafael Bracali mit einem Distanzschuss.

Der Tabellenvierte der ersten portugiesischen Liga gab selbst nach dem Rückstand seine überwiegend defensive Taktik nur phasenweise auf und ist damit endgültig ausgeschieden. Das weiterhin sieglose Team war ohne Cheftrainer Manuel Machado an die Weser gereist. Der Coach wurde wegen Komplikationen nach einem operativen Eingriff am Unterleib in ein künstliches Koma versetzt.

Raffael trifft

Die krisengebeutelte Hertha hat in der Europa League das Tor zur K.o.-Runde weit aufgestoßen und dringend benötigtes Selbstvertrauen getankt. Die in der Liga seit 13 Spielen sieglosen Berliner gewannen beim lettischen Vize-Meister FK Ventspils vor nur etwa 2500 Zuschauern dank des Treffers von Raffael (12.) mit 1:0 (1:0). Der Brasilianer ist im „Endspiel“ um den Einzug in die Runde der besten 32 Teams am 16. Dezember gegen Sporting Lissabon nach einer unnötigen Gelb-Roten Karte wegen Meckerns (86.) allerdings gesperrt.

„Man muss ehrlich sagen, dass der Gegner nicht so gut war und uns eine durchschnittliche Leistung gereicht hat. Meine Mannschaft hat gekämpft und endlich auch einmal in der Schlussphase Glück gehabt“, sagte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel, der den Platzverweis von Matchwinner Raffael für „überzogen“ hielt: „Er wird uns mit seiner Spielfreude sehr fehlen.“

Nach dem zweiten Erfolg in der Europa League in Folge haben die Berliner das Weiterkommen aber wieder selbst in der Hand. Schon mit einem Unentschieden gegen Sporting würde Hertha sicher das Ticket für die nächste Runde lösen. Die Zusatzeinnahmen von etwa 1,5 Millionen Euro könnte der klamme Klub für die angekündigten Wintertransfers gut gebrauchen.

( sid/fb )