Am Donnerstagmittag erhielt Bruno Labbadia auf dem Podium im Presseraum der Nordbank-Arena Verstärkung von Tomas Rincon. Der Trainer des HSV, mangels eines Sportdirektors derzeit in Doppelfunktion tätig, verkündete, dass der 21-Jährige einen Vertrag bis 2014 unterzeichnet habe. „Tomas ist in den vergangenen Wochen von Null auf 100 durchgestartet. Wir sehen Entwicklungspotenzial und hoffen, dass er den Schub mitnehmen wird“, sagte Labbadia und schaute zu Rincon herüber, der lächelnd hinzufügte: „Ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat.“

Lange Zeit hatte es danach ausgesehen, als würde der Venezolaner nicht über eine Statistenrolle beim HSV hinauskommen. Er pendelte zwischen Ersatzbank und Tribüne, ehe ihn die Verletztenmisere plötzlich in die Mannschaft spülte. Das Pech einiger Kollegen wurde zu seinem Glück. „Tomas stand parat, als es auf ihn ankam. Er war sofort da, weil er sich im Training nie hängen gelassen und immer hart an sich gearbeitet hat“, lobte Labbadia.

Die Hamburger Verantwortlichen wandelten den am 31.Dezember auslaufenden Leihvertrag in ein festes Arbeitsverhältnis um, die Ablöse beträgt 450.000 Euro. „Ich freue mich, diese Chance zu bekommen und werde alles dafür tun, um ein Teil der Mannschaft zu sein“, sagte Rincon, der im vergangenen Winter aus seiner Heimat von Deportivo Tachira in die Hansestadt gekommen war.

Labbadia bezeichnete die Einigung mit dem Südamerikaner als „Baustein“ für die Zukunft des Vereins – und ein weiterer soll schon bald hinzugefügt werden: Der Trainer hat die Vorgespräche mit Frank Rost abgeschlossen und dem Vorstand um Klubchef Bernd Hoffmann das Signal gegeben, die Verhandlungen über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem 36-Jährigen aufzunehmen.

„Ich habe meine Entscheidung getroffen“, berichtete Labbadia, nun liegt es an Hoffmann, Einigung mit dem Routinier zu erzielen, der sich kürzlich noch öffentlich beklagt hatte, seit Wochen nichts von Seiten des Vereins gehört zu haben. Ein Vorstoß, der Trainer und Vorstand so gar nicht gefiel. „Frank ist immer auf dem aktuellen Stand“, betonte Labbadia und verteidigte das zögerliche Vorgehen: „Als Verein muss man seine Hausaufgaben machen, verschiedene Dinge klären, bewerten und abwägen.“

Dieser Prozess ist nun beendet, in Kürze soll Rost seinen auslaufenden Vertrag verlängern und damit auch in der kommenden Saison für den HSV zwischen den Pfosten stehen. Die Hamburger Profis begrüßen diese Entwicklung. „Frank ist ein sehr guter Torwart und auch als Führungsspieler ungemein wichtig für unsere Mannschaft. Er bringt konstant seine Leistung – und das ist wichtig auf dieser Position“, sagte Kapitän David Jarolim.

Mit Rincon und mit Rost reisen die Hamburger am Freitag nach Franken, am Sonnabend steht die Partie beim 1. FC Nürnberg auf dem Programm. Die Personalsituation hat sich ein wenig entspannt, Eljero Elia und Mladen Petric, die zuletzt gegen 1899 Hoffenheim (0:0) nur zu Teileinsätzen kamen, dürften in der Startformation stehen.

Er fühle sich gut, habe die Woche genutzt, um Kraft zu sammeln, sagte Petric: „Ich bin bereit – jetzt liegt die Entscheidung beim Trainer.“ Dieser mochte sich jedoch nicht in die Karten schauen lassen. „Mladen hat in den vergangenen Tagen einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Ob er beginnt oder zunächst auf der Bank sitzt, wird man kurzfristig sehen“, erklärte Labbadia.

Der Angreifer hofft dabei auf ein Mitspracherecht: „Klar, ich spiele lieber von Anfang an. Wenn die Mannschaft kräftemäßig abbaut, wie gegen Hoffenheim, kann man nicht mehr viel bewegen.“