Einige Bayern-Profis lagen niedergeschlagen auf dem Rasen, andere trotteten gefrustet in die Kabine – und Bastian Schweinsteiger ging auf Marco Materazzi los. Mit vereinten Kräften aus beidenTeams musste der deutsche Nationalspieler von einem Angriff auf den italienischen Weltmeister von 2006 abgehalten werden. Materazzi, der WM-Bösewicht des „Sommermärchens“, hatte vor fünf Jahren den Franzosen Zinédine Zidane im Finale von Berlin so lange provoziert, bis dieser die Nerven verlor und nach einem Kopfstoß gegen den Italiener die Rote Karte sah. Italien gewann den Titel schließlich durch ein 5:3 im Elfmeterschießen.

„Jetzt kann ich Zidane verstehen“, sagte Schweinsteiger auch später noch aufgebracht nach dem 2:3 im Achtelfinal-Rückspiel und dem K.o. der Bayern in der Champions League gegenInter Mailand im „Sky“-Studio. „Der hat mich schon vor dem Spiel im Kabinengang provoziert und nach dem Spiel nochmal“, berichtete Schweinsteiger.

Nach dem Erfolg in der Allianz Arena tanzte Tattoo-Mann Materazzi, der bei Inter nur noch Reservist ist, ausgelassen auf dem Platz herum. Irgendwas – bestimmt nicht Nettes – rief er dann in Richtung Schweinsteiger, der prompt die Beherrschung verlor. Inters Fitness-Trainer Stefano Rapetti ging dazwischen, mehrere Spieler mussten Schweinsteiger schließlich zurückhalten. Welche Worte ihm der Italiener entgegengeschleudert hatte, verriet der Bayern-Profi nicht. Schweigend verließ er am Dienstagabend die Arena.

dpa/pk