Nach der Nullnummer gegen Israel gab es bei der neuen Fußball-Generation der U21-Europameister nur einen Gewinner: Thomas Müller. Die gute Laune des Senkrechtstarters vom deutschen Rekordmeister Bayern München hatte allerdings nichts mit dem Spiel zu tun, sondern mit dem von Bundestrainer Joachim Löw angekündigten Aufstieg in den Kreis des A-Teams. „So etwas hört man natürlich gerne“, sagte der 20-Jährige und hatte gut Lachen.
Telefonischen Kontakt zu Löw hatte Müller noch nicht. „Ich habe das auch nur über die Medien erfahren“, meinte der Offensivspieler, der von Löw eine Berufung für die Länderspiele im November gegen Chile und Ägypten in Aussicht gestellt bekommen hat. Zusätzlichen Druck verspürt Müller dadurch nicht. „Das Ziel bleibt, konstant gute Leistungen zu zeigen. Und unter Druck steht man bei den Bayern immer“, erklärte Müller: „Dort gilt es, als Mannschaft in den kommenden Wochen erfolgreich zu sein.“
Das war er mit der U21 in Frankfurt gegen Israel nur bedingt. „Es ist etwas anderes, ob man wie in München von Stars umgeben ist, oder wie bei der U21 selbst noch mehr in der Verantwortung steht“, sagte Müller, der das Nachwuchsteam des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) deshalb nach wie vor „als gute Plattform sieht, um sich weiterzuentwickeln“.Dass die Erben des EM-Titels noch viel Arbeit vor sich haben, wurde bei der verpatzten Generalprobe für die EM-Qualifikation deutlich. „Wir sind nicht zufrieden. Wir haben uns vorgenommen, jedes Spiel zu gewinnen“, sagte Innenverteidiger Benedikt Höwedes und rügte: „Wir waren vor dem Tor nicht geil genug.“
Müllers Teamkollege Holger Badstuber, der ebenfalls schon mit der A-Nationalmannschaft in Verbindung gebracht wird, stellte indes das Positive in den Vordergrund. „Wir haben wie schon beim 3:0 gegen Slowenien kein Gegentor zugelassen. Die Defensive ist gefestigt“, meinte der Abwehrspieler. Dass die Israelis nicht trafen, war aber auch ein Verdienst des Stuttgarter Torhüters Sven Ulreich, der vor allem in der ersten Halbzeit mehrmals stark parierte.
U21-Coach Rainer Adrion zog trotz des 0:0 ein positives Fazit. „Die Mannschaft ist sowohl auf als auch neben dem Platz zusammengewachsen. Ich blicke sehr zuversichtlich in die Zukunft“, sagte der 55-Jährige.
Doch die Situation für Adrion ist nicht leicht. Nach dem 1:2 gegen Tschechien ist die Teilnahme an der Endrunde 2011 in Dänemark und damit auch die Qualifikation für Olympia 2012 in London stark gefährdet. Da nach Mesut Özil, Marko Marin, Andreas Beck, Manuel Neuer und Sami Khedira auch Kapitän Jerome Boateng ins A-Team aufgestiegen ist, standen nur noch fünf Europameister im Kader. Und in Müller steht der nächste Leistungsträger vor dem Absprung.
SID


