Schalke 04

Phänomen Raul lässt Magaths Kritiker verstummen

Felix Magaths Transferpolitik in dieser Saison wurde viel kritisiert. Mit dem phänomenalen Raul hat Schalkes Trainer aber komplett richtig gelegen.

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Vor dem Champions League Spiel FC Valencia gegen Schalke 04 feiern die Fans in Spanien vor allem Schalkes Raul.

Video: Reuters
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Die Rückkehr nach Spanien wurde zu einem persönlichen Triumph. Beim 1:1 der Schalker in Valencia bewies Raúl Goncales Blanco seinen Landsleuten, dass er immer noch zu den besten Stürmern der europäischen Fußballszene zählt. Und der 33-jährige frühere Torjäger von Real Madrid stellte – erneut – unter Beweis, dass die umstrittene Einkaufspolitik von Felix Magath zumindest nicht völlig verfehlt war.

Mit seinem 69. Treffer in der Champions League, dem bereits dritten in der laufenden Saison, lieferte Raúl Argumente für den Trainer, der sich auf Schalke derzeit vielen Skeptikern gegenüber sieht: Neben vielen Fehleinschätzungen, denen Magath speziell bei den Umbesetzungen in der Defensive unterlegen war, lag er bei der riskanten Verpflichtung von Raúl richtig.

Das können auch seine Kritiker nicht leugnen. Denn die Fähigkeiten dieses Spielers sind so außergewöhnlich, dass sie scheinbar auch der naturgemäßen Erschlaffung der Muskulatur im fortgeschrittenen Fußballalter trotzen. Raúls Antritt ist zwar nicht mehr so explosiv wie vor fünf Jahren – aber die Geschicklichkeit, mit der sich vor seinem Tor von seinem Gegenspieler lösen konnte, ist immer noch charakteristisch für sein Spiel.

Noch wertvoller machen Raúl jedoch innere Werte: Auch nach einer schwierigen Anfangsphase im Anschluss an seinen Wechsel nach Deutschland steckte er nicht auf. Er kämpfte sich hinein in eine fremde Liga, eine unstrukturierte Mannschaft und in einen traditionell unruhigen Verein. Er mag sich nach Madrid zurückgesehnt haben, aber er biss sich in Gelsenkirchen durch. Das ist, nach den Erfolgen, die er bei Real feiern konnte, nicht selbstverständlich.

Raúl verkörpert das Gegenteil von dem, was derzeit als „Söldnermentalität“ gegeißelt wird: Er ist ein Profi, der durch Professionalität besticht. Deshalb kann er Magath vielleicht sogar helfen, eine bislang ziemlich verkorkste Saison zumindest etwas erträglicher zu gestalten.