Die beste Aktion des Tages zeigte Lukas Podolski, als das Spiel längst vorbei war. Trotz des blamablen 0:1 (0:1) gegen Hannover 96 ging der Nationalspieler in die Fankurve, wo er gemeinsam mit seinem Sturmkollegen Milivoje Novakovic ausgepfiffen wurde. Es waren Pfiffe voller Wut, aber auch Pfiffe voller Angst.

Denn so wie sich der 1. FC Köln an diesem Nachmittag präsentiert hatte, ist er reif für den Abstieg – in einer Saison, in der mit der Verpflichtung Podolskis eine große Zukunft eingeleitet werden sollte. Aber gerade der Rückkehrer will einfach nicht zu großer Form auflaufen. Am Samstag war er maßgeblich daran beteiligt, dass Hannovers Torwart Robert Enke bei seiner Rückkehr nach langer Krankheit einen ruhigen Nachmittag verbringen konnte. Podolski schoss in 90 Minuten nicht einmal aufs Tor.

„Ich kann die Fans verstehen, dass sie gepfiffen haben“, sagte der Kölner mit fester Stimme und legte mit scharfem Tonfall eine niederschmetternde Analyse nach: „Wir waren schwach, sehr schwach. Wir haben das Spiel verdient verloren. Das war nichts. Das war ein Gegner auf Augenhöhe, und dieser Gegner auf Augenhöhe hat uns beherrscht.“

Dies sah auch der Trainer so. „Das war bis jetzt unser schlechtestes Spiel“, kommentierte Zvonimir Soldo den leblosen Auftritt seines Teams: „Von Engagement und Leidenschaft war nichts zu sehen.“ 0:10 Torschüsse lautete die Bilanz nach Hälfte eins, unter dem Strich wurde Enke nur zweimal mit Distanzschüssen geprüft.

Diese Harmlosigkeit zieht sich durch die komplette Saison. In den bislang elf Punktspielen haben die Kölner lediglich sechs Treffer erzielt. Und die wurden möglichst gerecht verteilt – Podolski teilt sich die Führung der internen Torjägerliste mit fünf Kollegen.

Nur wegen der besseren Tordifferenz standen die Kölner am Samstag nicht auf einem Abstiegsplatz, auch deshalb wird das kommende Spiel ein ganz besonderes. Am Sonntag kommt es zum Krisengipfel, wenn der 15. beim Tabellenletzten Hertha BSC in Berlin antritt. „Wir kamen nie in die Zweikämpfe und sind nicht als Team aufgetreten“, sagte Podolski nach der Niederlage gegen Hannover und fügte sarkastisch an: „So können wir nicht nach Berlin fahren, da bleiben wir lieber zu Hause.“