Nächster Nackenschlag für Markus Babbel und den VfB Stuttgart, Riesen-Blamage für Borussia Dortmund: Das Favoritensterben geht im Achtelfinale des DFB-Pokals munter weiter. Der VfB verlor beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth 0:1 (0:1). Nach der fünften Pflichtspiel-Niederlage in Folge droht Teamchef Markus Babbel die Entlassung. Dortmund verlor unterdessen 2:3 (0:2) beim Drittligisten VfL Osnabrück, der zuvor schon den Bundesliga-Zweiten Hamburger SV aus dem Wettbewerb befördert hatte. Damit sind nur noch sechs Bundesligisten im laufenden Wettbewerb vertreten.
Besser machte es der 1. FC Köln, der souverän beim Viertligisten Eintracht Trier 3:0 (2:0) gewann. Im Zweitliga-Duell besiegte der FC Augsburg den MSV Duisburg 5:0 (1:0) und zog damit erstmals ins Pokal-Viertelfinale ein.
Das ist für Stuttgart kein Thema mehr. Nicht einmal ein Jahr nach dem Amtsantritt des mit dem Einzug in die Champions League grandios gestarteten Trainer-Lehrlings Babbel könnte vielmehr seine Zeit bei den Schwaben damit schon wieder vorbei sein.
„Das ist eine schwierige Situation. Es wird nicht einfacher. Ich weiß nicht, wie der Verein zu mir steht. Ich stelle mich der Situation. Ich bin nach wie vor von der Mannschaft überzeugt“, sagte Babbel, der darauf hofft, auch gegen Rekordmeister Bayern München auf der Bank zu sitzen.
Sportvorstand Horst Heldt, der vor dem Spiel einen ultimativen Sieg gefordert hatte, wollte kein Treubekenntnis für Babbel mehr abgegeben. „Jetzt werden wir keine Entscheidung treffen. Wir werden uns zusammensetzen und darüber nachdenken“, sagte Heldt.
Bernd Nehrig machte nach 32 Minuten den ersten Pflichtspiel-Sieg gegen Stuttgart seit 33 Jahren perfekt. Die Gäste zeigten dabei eine restlos enttäuschende Leistung. Beim VfB war erneut kein Aufwärtstrend erkennbar. Trotz der Feldüberlegenheit blieben auf Seiten der Gäste Torchancen lange Zeit Mangelware. Erst in der Schlussphase kamen die Schwaben auf, allerdings ohne Erfolg.
„Wir bestrafen uns selbst. Wir kontrollieren das Spiel, Leidenschaft ist dabei. Aber wenn es ums Tore schießen geht, sind wir nicht gut. Das ist eine beschissene Situation“, sagte VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger. Der Trainer komme bei der Mannschaft noch an, nur der letzte Satz 'Geht raus und gewinnt' nicht.
Doppelpack von Barletta
Diesen Satz haben sich die Osnabrücker zu Herzen genommen. Ihr „Matchwinner“ war vor 16.130 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke Mannschaftskapitän Angelo Barletta. Der 32 Jahre alte Italiener sorgte mit seinen Treffern in der 37. und 42. Minute für die Vorentscheidung, das dritte Tor gelang Benjamin Siegert (69. ) nach einem Alleingang. Die Mannschaft von BVB-Trainer Jürgen Klopp kam zehn Minuten nach Wiederbeginn durch Nuri Sahin zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer, Lucas Barrios erzielte in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Endstand. Für Osnabrück war es der zweite Einzug ins Pokal-Viertelfinale nach 1989.
„Wir haben gespielt wie ein stumpfes Messer. Wir haben viel gemacht und getan, aber nicht geschnitten“, sagte BVB-Verteidiger Patrick Owomoyela. VfL-Trainer Karsten Baumann war dagegen glücklich: „In der ersten Halbzeit hat uns Dortmund vor große Probleme gestellt. Allerdings haperte es in der Abschlussschwäche. Wir haben auf Standards gehofft. So kam es denn auch. Das dritte Tor war überragend und eminent wichtig.“
In Trier trafen Milivoje Novakovic (25.), Youssef Mohamad (29. ) und Maniche (52.) für Köln gegen den Viertligisten, der in der Spielzeit 1997/98 nach Erfolgen gegen die damaligen Europapokal-Sieger Schalke 04 sowie Borussia Dortmund bis ins Halbfinale vorgestoßen war und so den Ruf des Pokalschrecks begründet hatte. Auch in diesem Jahr hatte die Elf von Trainer Mario Basler bereits Bundesligist Hannover 96 und Zweitliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld ausgeschaltet.
„Wir haben das Spiel über die gesamte Distanz vollkommen im Griff gehabt. Wir hätten nur zwei oder drei Tore mehr schießen müssen“, meinte Kölns Nationalspieler Lukas Podolski und träumte bereits vom Endspiel in Berlin: „Es sind nur noch zwei Spiele bis zum Finale. Das Viertelfinale ist ein großer Erfolg für uns, jetzt hoffen wir auf ein gutes Los.“
„Wir wären gerne noch eine Runde weiter gekommen. Aber Köln war heute einfach zu stark für uns. Wir waren chancenlos“, meinte Triers Sportlicher Leiter Fritz Fuchs: „Für uns war der Pokal dennoch ein schöner Traum für uns. Er war lukrativ, aber es wird auch Zeit, dass wir uns wieder auf die Liga konzentrieren.“
Duisburg chancenlos
In Augsburg machten ein Eigentor von Sören Larsen (45.+1) sowie Michael Thurk, Uwe Möhrle (55.), Sandor Torghelle (74.) und Marcel Ndjeng (76.) vor 12.203 Zuschauern in der neuen Augsburger Arena den Sieg für die Gastgeber perfekt. Die Duisburger mussten zudem ab der 51. Minute in Unterzahl agieren, nachdem Caiuby die Rote Karte wegen groben Foulspiels erhalten hatte.
„Augsburg hat uns heute nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen. Das war spielerisch absolut ungenügend, eine Katastrophe“, stellte der maßlos enttäuschte MSV-Trainer Peter Neururer nach dem Debakel seiner chancenlosen Mannschaft fest. „Die ganze Mannschaft hat versagt“, sagte MSV-Profi Björn Schlicke.
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