DFB-Pokal

Schalke 04 mit Zittersieg – Auch Hoffenheim weiter

Jefferson Farfan erlöste mit seinem Treffer kurz vor Schluss den FC Schalke 04 in Augsburg. Hoffenheim siegte souverän gegen Gladbach.

Schalke 04 ist dank Jefferson Farfan ein versöhnlicher Jahresausklang gelungen. Nach dem Einzug ins Achtelfinale der Champions League und zuletzt drei Siegen nacheinander in der Bundesliga mischt die Mannschaft von Trainer Felix Magath nach dem Treffer des Peruaners zum 1:0 (0:0) beim Zweitliga-Tabellenführer FC Augsburg auch im DFB-Pokal weiter mit.

Durch den glanzlosen und hart erkämpften Erfolg, den Farfan erst in der 84. Minute sicherstellte, erreichte der Vizemeister erneut das Viertelfinale. Schalke war in der vergangenen Saison im Halbfinale an Titelverteidiger Bayern München gescheitert.

Ein spielerisches Highlight war das Spiel der beiden Halbfinalisten der vergangenen Saison nicht, Strafraumszenen waren bis weit in die zweite Halbzeit hinein an einer Hand abzuzählen. Schalke besaß gegen die geschickt verteidigenden Gastgeber sogar erst in der 78. Minute seine erste Chance überhaupt, wenn auch gleich eine große: Augsburgs Verteidiger Axel Bellinghausen aber schlug den Schuss von Raul, der erstmals im DFB-Pokal zum Einsatz kam, von der Torlinie.

„Es war eine schwere Aufgabe, das habe ich auch nie anders erwartet. Augsburg war hochmotiviert, auch wegen der schlechten Bodenverhältnisse war es für uns schwierig. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft insgesamt zufrieden“, sagte Schalkes Trainer Felix Magath, der den Weihnachtsurlaub wie zuvor schon angedeutet „wegen des guten Auftretens in den letzten Spielen“ bis zum 2. Januar verlängerte.

Das Spiel war vielmehr von Beginn an geprägt von hohem Einsatz. Vor allem der FC Augsburg, im Frühjahr auf dem Weg ins Endspiel des DFB-Pokals von Werder Bremen gestoppt, ging mit großer Leidenschaft in das Spiel. Die Schwaben besaßen lange sogar ein optisches Übergewicht, kamen aber kaum zu Chancen, weil die Abwehr der Gäste meist sicher stand - oder sich zur Not mit Fouls vor dem Strafraum behalf.

Der FC Schalke ging vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften Augsburger Arena nicht minder engagiert zu Werke, scheiterte aber mit seinem Bemühen, mit schnellen oder wahlweise kontrollierten Angriffen vor das Tor von Augsburgs Schlussmann Simon Jentzsch zu kommen. Dessen Vorderleute waren taktisch gut eingestellt, machten geschickt die Räume eng und unterbanden Pässe aus dem Mittelfeld auf die Angreifer.

Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend, Strafraumszenen waren Mangelware. Erst in der 23. Minute besaß der Augsburger Stephan Hain die erste Chance des gesamten Spiels und bis zur Halbzeit auch die einzige. Aus guter Position im Strafraum verzog er den Ball aber neben das Tor von Manuel Neuer. Danach wurde das Spiel zunehmend ausgeglichener, Schalke tauchte nun häufiger in der Augsburger Hälfte auf, fand aber keine Lücken der Augsburger Abwehr.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie 90 Minuten lang versucht hat, eine Runde weiterzukommen. Wir können erhobenen Hauptes aus diesem Spiel gehen. Es ist schade, wir haben uns mit unseren Mitteln sehr teuer verkauft.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte der Erstligist den Druck, vor allem Farfan machte über die rechte Angriffsseite Betrieb. Mehr als der erste Eckball des gesamten Spiel in der 52. Minute sprang aber zunächst nicht heraus. Stattdessen eröffnete sich FC Augsburg die zweite und bis dahin beste Chance des Spiels zum Führungstreffer: Tobias Werner scheiterte allerdings am gut postierten Torhüter Neuer (65.). Nach der Großchance von Raul erzielte dann aber auf der Gegenseite Farfan die Entscheidung.

Bei Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach hält die rasante Talfahrt auch im DFB-Pokal an. Nach fünf Punktspielpleiten in Folge unterlagen die Borussen auch im letzten Pflichtspiel des Jahres im Achtelfinale des DFB-Pokals beim Ligarivalen 1899 Hoffenheim 0:2 (0:1) und fielen bei dem von Trainer Michael Frontzeck ausgerufenen Charaktertest durch.

Der Isländer Gylfi Sigurdsson per Freistoß (35.) und der Senegalese Demba Ba (63.) erzielten die Treffer der Kraichgauer, die zum dritten Mal das Viertelfinale erreichten. Nach der erneuten Niederlage steht Frontzeck beim dreimaligen Pokalsieger damit weiter schwer in der Kritik, wenngleich die Verantwortlichen zuletzt stets beteuerten, mit dem erfolglosen Coach in die Rückrunde gehen zu wollen.

„Das war ein verdientes Ausscheiden. Die bessere Mannschaft ist weitergekommen. Ich bin froh, dass die Seuchen-Hinrunde ein Ende hat. Wir wollen nun in der Winterpause den Kopf klarkriegen, um die Aufgabe Klassenerhalt anzugehen“, sagte Frontzeck. Sein Gegenüber Ralf Rangnick war dagegen zufrieden: „Wir haben verdient gewonnen, obwohl wir in der Bundesliga zuletzt besser gespielt haben. Dort haben wir die Spiele allerdings nicht gewonnen. Diesmal waren wir konzentriert bis zum Schluss und nicht nachlässig.“

Die 23.500 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena sahen in den ersten Minuten eine überlegene Heim-Mannschaft. Nennenswerte Torchancen konnten sich die Hoffenheimer, die ohne den gesperrten bosnischen Stürmer Vedad Ibisevic auskommen mussten, zunächst allerdings nicht erarbeiten.

Von Beginn an gut im Spiel war Mittelfeldspieler Luiz Gustavo. Der zuletzt an den Adduktoren verletzte Brasilianer, über dessen möglichen Wechsel zu Rekordmeister Bayern München seit Tagen spekuliert wird, konnte mit einem Verband auflaufen.

Die Gladbacher, bei denen zahlreiche verletzte Profis fehlten, verzichteten dagegen freiwillig auf Stürmer Mohamadou Idrissou. Frontzeck hatte den Kameruner wegen kritischer Äußerungen aus dem Kader geworfen. Da sich die Gäste aber ohnehin weitgehend auf die Defensivarbeit konzentrierten, fiel das Fehlen Idrissous kaum auf. Allerdings waren auch die Bemühungen der Hoffenheimer weitgehend harmlos. Bis Mitte des ersten Durchgangs lieferten sich beide Teams ein langweiliges Pokalduell.

Erst in der 26. Minute kamen die Gastgeber gefährlich vor das Gladbacher Tor. Nach einem Solo von Sebastian Rudy verfehlte Ba die Hereingabe nur knapp. Besser machte es Freistoß-Spazialist Sigurdsson neun Minuten später. Bei dem Treffer sah Gäste-Torwart Christofer Heimeroth, der sich früh in die falsche Ecke orientierte, allerdings schlecht aus.

Die erste Hälfte machte deutlich, warum Gladbach in der Winterpause personell nachbessern will. In dem Ex-Nürnberger Havard Nordtveit vom FC Arsenal sind die Borussen offensichtlich bereits fündig geworden. Auf der Liste des fünfmaligen Meisters stehen noch Martin Stranzl (Spartak Moskau) und Andreas Granqvist (FC Groningen).

Kurz nach dem Seitenwechsel vergab der Hoffenheimer Boris Vukcevic die Chance zur Vorentscheidung (47.). Beim Schuss des Offensivspielers war Heimeroth zur Stelle. Im Anschluss an diese Szene wurden die Gäste agiler und brachten die Hoffenheimer mehrfach in Verlegenheit. Die beste Chance in dieser Phase konnte allerdings der Hoffenheimer Sigurdsson nicht nutzen (58.). Nur fünf Minuten später traf Ba nach einer Ecke des Bosniers Sejad Salihovic aus kurzer Distanz.

Beste Spieler auf Seiten der Gastgeber waren Salihovic und Rudy. Bei den Borussen konnten vor allem Außenverteidiger Tobias Levels und der US-Nationalspieler Michael Bradley überzeugen.