Morgenpost Online: Nach dem Sieg über Hannover haben Sie den Spielern ein Fass Bier versprochen. Was gab es denn diesmal?

Mario Basler: Da wir Sonntag schon wieder spielen, ging es moderat zu. Ich habe den Jungs Ausgang bis ein Uhr gegeben. Ich will nicht hoffen, dass einer länger gemacht hat. Dann wird’s richtig teuer.

Morgenpost Online: Aber Sie haben doch früher auch mal den Zapfenstreich missachtet?

Basler: Das war für mich ja auch richtig teuer.

Morgenpost Online: Und was ist mit Bier und Zigaretten?

Basler: Meine Spieler dürfen alles, wenn sie auf dem Platz Leistung bringen. Wenn nicht, gibt’s Ärger.

Morgenpost Online: Hat es Sie gewurmt, dass Arminia sieben Stammspieler geschont hat?

Basler: Nein, dass war die Entscheidung des Trainers. Mir hat das nur geholfen, ich konnte das als Motivationshilfe einsetzen. Natürlich habe ich meinen Spielern gesagt, dass die Bielefelder sich überheblich verhalten und wir sie dafür bestrafen werden. Aber mal ehrlich: Die Ersatzspieler jammern doch immer, dass sie nicht spielen. Gegen uns hätten sie doch mal zeigen können, was sie drauf haben.

Morgenpost Online: Zur Halbzeit stand es 0:0, und bei der Fernsehschalte in Ihre Kabine konnten die Zuschauer verfolgen, wie Sie unter anderem die sichere Abwehr gelobt haben. Fünf Minuten später stand es 0:2.

Basler: Tja, da ist der Keks normalerweise gegessen. Als Trainer kann man dann nur noch Offensivspieler einwechseln und hoffen, dass es etwas bewirkt. Das war gegen Bielefeld der Fall. Da entwickelte sich plötzlich eine Eigendynamik.

Morgenpost Online: Ihre Mannschaft glich aus, siegte in der Verlängerung. Ist die Freunde auf der Bank ähnlich wie damals, als sie auf dem Feld standen?

Basler: Nein, als Trainer bist du hilfloser. Da machst du deine Arbeit unter der Woche. Beim Spiel kannst du nicht mehr viel bewegen.

Morgenpost Online: Nach der Partie sagten Sie, Sie würden einen Spielerpass beantragen, wenn Eintracht Trier jetzt Bayern München zugelost bekäme.

Basler: Man muss doch auch mal einen kleinen Spaß machen. Ich glaube, damit würde ich meiner Mannschaft keinen Gefallen mehr tun.

Morgenpost Online: Wäre Ihr ehemaliger Verein der Wunschgegner?

Basler: Gegen die Bayern – das wäre schon das absolute Highlight. Aber viel wichtiger wäre, dass wir mal das Live-Spiel bekommen. Das bringt Geld in die Kassen, das wir gut gebrauchen können.

Morgenpost Online: Dürfen die Kameras dann auch wieder in Ihre Kabine?

Basler: Ja, das hat im ersten Spiel geholfen, im zweiten auch. Warum sollte ich das ändern? Allerdings lasse ich das Fernsehen nur rein, wenn das Spiel noch offen ist. Wenn wir 0:4 zurückliegen würden, bliebe die Tür zu.

Morgenpost Online: Motiviert Ihre Spieler die Präsenz der Kamera?

Basler: Ja. Wenn das Kamerateam in der Halbzeit in die Kabine will, sehen meine Spieler, dass sie etwas erreicht haben. So oft sind sie als Viertligaklub ja nicht im Fernsehen.

Morgenpost Online: Sprechen Sie anders mit Ihren Spielern, wenn eine Kamera dabei ist?

Basler: Nein, ich bin ich. Ich verstelle mich doch nicht für das Fernsehen.

Morgenpost Online: Kann der Erfolg im Pokal für Sie zum Karriere-Sprungbrett werden?

Basler: So denke ich nicht. Ich fühle mich sehr wohl in Trier, habe noch zwei Jahre Vertrag. Aber natürlich würde ich mir auch zutrauen, einen Bundesligaklub zu trainieren. Dafür habe ich ja schließlich meinen Fußballlehrerschein gemacht.