Sein Erfolgsrezept ist ebenso einfach wie genial: In den ersten acht Pflichtspielen in Liga und DFB-Pokal hatte Vedad Ibisevic trotz vielversprechender Leistungen vergeblich auf einen Treffer gewartet. Dann bekam der Stürmer von der TSG 1899 Hoffenheim endlich seine neuen, leuchtend gelben Fußballschuhe geliefert. Prompt gelang ihm ein Erfolgserlebnis – und das gleich dreimal.
Mit seinem ersten Hattrick in der Bundesliga hatte Ibisevic am Sonntag den völlig überforderten Tabellenletzten Hertha BSC beim 5:1 für die Kraichgauer fast im Alleingang abgefertigt. Danach sagte der Bosnier: „In der letzten Zeit haben die Tore gefehlt, aber ich habe nicht schlecht gespielt. Heute kamen die Tore ja wie von selbst.“ Natürlich spüre er eine große Erleichterung: „Es tut sehr gut, wieder getroffen zu haben. Tore geben immer zusätzliches Selbstvertrauen.“
Mit seinem Hattrick setzte Ibisevic zugleich einer torlosen Zeit von fast zehn Monaten ein Ende. Zuletzt hatte der 25-Jährige am 5. Dezember 2008 beim 1:2 der Hoffenheimer gegen den FC Bayern München getroffen. Damals hatte er den Aufsteiger mit 18 Toren bis zur Winterpause zur überraschenden Führung nach der Hinrunde geführt. Selbst der Torrekord des großen Gerd Müller (40 Treffer in einer Saison) schien in Gefahr.
Doch im Testspiel gegen den Bundesliga-Rivalen Hamburger SV am 14. Januar 2009 zog sich Ibisevic einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und musste in der Folge auf die gesamte Rückrunde verzichten. Es war mit ein Grund dafür, dass das Hoffenheimer Herbstmärchen ein jähes Ende nahm und der der Aufsteiger noch bis auf den achten Rang durchgereicht wurde. Erst im Mai stieg Ibisevic wieder ins Training ein, am 2. August absolvierte er in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den FC Oberneuland (2:0) sein erstes Pflichtspiel nach der Zwangspause.
Tore zu schießen, das verlerne er nicht, hatte Trainer Ralf Rangnick ihm auch in Zeiten der Flaute Mut gemacht. Genau das musste am Sonntag auch Hertha BSC erfahren: Schon nach 44 Sekunden lag der Ball zum ersten Mal im Kasten der Berliner. Nach einer Vorlage von Chinedu Obasi hatte Ibisevic zum ersten Mal getroffen. Es war das bislang schnellste Tor in der laufenden Saison.
Alle freuten sich mit ihm
Der Jubel im Stadion war kaum verklungen, da fand ein Flankenball von Sejad Salihovic den Kopf des wiederentdeckten Torjägers – 2:0 in der vierten Minute. Ein weiteres Mal traf der Bosnier nach 20 Spielminuten, womit der fünftschnellste Hattrick in der Geschichte der Liga perfekt war. „Jeder in der Mannschaft hat sich total für ihn gefreut“, beschrieb Rangnick nach dem Spiel die Stimmung in der Mannschaft.
Auch das Publikum im Stadion war sichtlich beglückt und spendete dem Mann des Tages bei seiner Auswechslung (67. Minute) minutenlang Applaus. Nach dem höchsten Bundesligasieg der Vereinsgeschichte und dem fünften Pflichtspielerfolg in Serie fühlen sie sich im Kraichgau ohnehin schon wieder zu Höherem berufen. Das Team, derzeit Dritter mit drei Punkten Rückstand auf den HSV und Leverkusen, hat in jedem Fall das Potenzial, auch am Ende der Saison noch unter den besten Klubs der Liga zu stehen.
Von einer oft zitierten Fußballweisheit halten sie bei der TSG 1899 Hoffenheim dagegen nicht sehr viel: Das zweite Jahr ist eben doch nicht immer das schwerste.





















