US Open

Berlinerin Sabine Lisicki erreicht die zweite Runde

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Die Weltranglisten-25. Sabine Lisicki hat als fünfter deutscher Tennisprofi bei den US Open in New York die zweite Runde erreicht. Die 19-jährige Berlinerin setzte sich in ihrem nervenaufreibenden Auftaktmatch gegen Aravane Rezai aus Frankreich durch.

Für Sabine Lisicki (19) war ihr Auftaktmatch bei den US Open in New York alles andere als das erwartete Kinderspiel. Am ersten offiziellen „Familientag“ in der Turnier-Geschichte gewann die Berlinerin nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle mit 7:6 (7:4), 6:7 (4:7), 6:1 gegen Aravane Rezai (Frankreich) und folgte nach 2:21 Stunden Spieldauer einem deutschen Quartett in die zweite Runde.

Die erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzte Lisicki offenbarte ungewohnte Aufschlagschwächen. Die fehlende Spielpraxis wegen einer wochenlangen Pause nach einer Schulterverletzung war der Weltranglisten-25. anzumerken. Die Berlinerin leistete sich 16 Doppelfehler, zudem unterliefen ihr 53 (!) sogenannte leichte Fehler. Doch nach dem sie den Tiebreak im zweiten Durchgang verloren hatte, der zudem eine geschlagene Stunde dauerte, konnte sich Lisicki im dritten Durchgang endlich konzentrieren. In nur 25 Minuten regelte die Wimbledon-Viertelfinalistin die Angelegenheit und setzte sich souverän mit 6:1 durch. In der zweiten Runde ist Lisicki nun auch gegen die Australierin Anastasia Rodionowa Favoritin.

Benjamin Becker in der ersten Runde ausgeschieden

Dagegen ist Benjamin Becker (Orscholz) in der ersten Runde ausgeschieden. Der 28-Jährige verlor gegen Fernando Verdasco (Spanien) mit 5:7, 4:6, 5: 7. Becker ist der achte der insgesamt 19 gestarteten Deutschen, der den Zweitrunden-Einzug verpasste. Vor drei Jahren hatte der Weltranglisten-45. noch im Achtelfinale gestanden. Der 25-jährige Verdasco hatte erst am Sonntag in New Haven sein erstes Hartplatzturnier gewonnen.

Auch Julia Görges (Bad Oldesloe) war an der Auftakthürde gescheitert. Die 20-Jährige unterlag Paris-Siegerin Swetlana Kusnezowa (Russland) mit 3:6, 2:6. Für die stark erkältete Görges war es bei ihrer dritten US-Open-Teilnahme die dritte Erstrunden-Niederlage. „Ich habe mich nicht schlecht verkauft, aber trotzdem ist es deprimierend“, meinte Görges.

Am ersten „Family Day“ in der Turnier-Historie waren Tausende Kinder und Jugendliche auf die Anlage in Queens geströmt und sorgten für eine lautstarke Atmosphäre. Dessen ungeachtet bereitete sich Simon Greul (Stuttgart) in aller Ruhe auf dem abgelegenen Platz 15 auf seinen großen Auftritt vor. Der 28-Jährige trifft heute oder Donnerstag auf Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) - und hat sich bereits einen Schlachtplan zurechtgelegt. „Ich muss voll durchziehen und viel riskieren. Ich freue mich auf dieses Spiel, auch wenn die Aufgabe vielleicht unlösbar ist“, sagte Greul vor dem ersten Duell mit dem Weltranglistenersten, der nach seinem sechsten US-Open-Titel in Folge greift. Während Greul bei seinem Fünfsatz-Sieg zum Auftakt viel Kraft ließ, marschierte Titelverteidiger Federer locker in die zweite Runde. Da die erst wenige Wochen alten Zwillingstöchter Charlene und Myla mit im Big Apple sind, muss Vater Federer improvisieren. „Manchmal reicht es nur für fünf, sechs Stunden Schlaf. Aber es ist wichtig für die Kleinen, dass Mami und Papi zusammen sind“, sagte Federer.

US Open sind mit 21,6 Millionen Dollar dotiert

Erst am Mittwoch sind die letzten drei der 19 gestarteten Deutschen mit ihren Erstrunden-Einsätzen an der Reihe. Neben Greul hatten bei der mit 21,6 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung auch Tommy Haas (Sarasota/USA), Philipp Kohlschreiber (Augsburg) sowie Qualifikantin Angelique Kerber (Kiel) die zweite Runde erreicht.

Haas machte bei seinem Auftakt der Wind zu schaffen. „Da bekomme ich immer wässrige Augen. Mein Spiel hatte viele Höhen und Tiefen“, urteilte der 31-Jährige nach dem Vier-Satz-Sieg gegen Alejandro Falla (Kolumbien). In der nächsten Runde trifft Haas auf Robert Kendrick (USA).

( BMO )