Eine Woche vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking wird Russlands Leichtathletik von einem Dopingskandal erschüttert. Wie der Leichtathletik-Weltverband IAAF am Donnerstag mitteilte, wurden sieben russische Athletinnen, darunter drei olympische Goldhoffnungen, wegen des Verdachts der Manipulation von Dopingproben vorläufig gesperrt. „Sie werden definitiv nicht bei Olympia an den Start gehen“, sagte der russische Verbandspräsident Walentin Balachnitschjow.

DNA-Auffälligkeiten seien ausschlagggebend für die Entscheidung gewesen. Bei erneuten Analysen von gelagerten Dopingproben aus dem vergangenen Jahr wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Diese Methode verfolgt die IAAF nach eigenem Bekunden seit mehr als einem Jahr. Balachnitschjow erkannte das Ergebnis freimütig an: „Dies war für die IAAF der Grund, unsere Athletinnen zu verdächtigen, und das gibt ihr das Recht, sie zu sperren.“

Unter den Suspendierten befinden sich drei Athletinnen, die in Peking Gold im Visier hatten: Diskuswerferin Darya Pischtschalnikowa, die ebenso die Jahres-Weltrangliste anführt wie 800- und 1500-m-Läuferin Jelena Sobolewa, sowieTatjana Tomaschowa, die Nummer 2 weltweit über 1500 m.

Desweiteren sind Hammerwurf-Weltrekordlerin Gulfija Chanafejewa, Mittelstrecklerin Olga Jegorowa, 800-m-Läuferin Swetlana Tscherkassowa und Julia Fomenko (1500 m) betroffen.

Unter Doping-Verdacht sind offenbar auch die beiden rumänischen Leichtathletinnen Elena Antoci und Cristina Vasiloiu. Die für Olympia gemeldeten Sportlerinnen werden der Einnahme von Epo verdächtigt. Hinweise darauf gebe ein erster Doping-Test, der im Doping-Analyselabor in Lausanne ausgewertet wurde, erklärte der Präsident des Rumänischen Olympischen Komitees, Octavian Morariu, am Donnerstag im rumänischen Fernsehen. Man wolle in jedem Fall einen B-Test machen lassen und danach entscheiden, ob die beiden Sportlerinnen wie vorgesehen nach Peking geschickt werden.

sid/tsch