++++ Bei den WM-Feiern in Spanien sind zwei Menschen ums Leben gekommen. In Algeciras im Süden des Landes stürzte ein 33-Jähriger in den Tod, als er auf einem Balkon den Sieg der spanischen Nationalelf über die Niederlande bejubelte. Im südwestspanischen Cáceres ertrank ein 48 Jahre alter Mann, der mit anderen Fans gewaltsam in ein Schwimmbad eingedrungen war, um sich im Wasser abzukühlen. Millionen Menschen im ganzen Land waren in der Nacht auf die Straßen gestürmt, um den ersten Fußball-WM-Titel in der Geschichte Spaniens zu feiern. Laut Polizeiangaben hat es dabei 260 Verletzte gegeben. 50 von ihnen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die meisten Blessuren waren die Folge von zu hohem Alkoholgenuss und von Stürzen nach Kreislaufproblemen. In Madrid herrschten während des Finals noch Temperaturen von rund 35 Grad Celsius. In Barcelona nahmen die Sicherheitskräfte 21 Randalierer fest, die Autos und Müllcontainer in Brand gesetzt hatten. ++++
++++ In den Niederlanden sind nach der WM-Finalniederlage gegen Spanien Fußball-Partys in einigen Städten in Krawalle und Schlägereien ausgeartet. Dutzende Randalierer wurden vorrübergehend festgenommen. Insgesamt sei die Nacht zum Montag aber trotz weit verbreiteter Enttäuschung der Fans über das 0:1 der Oranje-Elf gegen Spaniens „La Roja“-Team „weitgehend problemlos verlaufen“, sagte ein Polizeisprecher. In Den Haag gingen Polizisten im Stadtzentrum gegen rund 200 Randalierer vor. 40 wurden kurzzeitig festgenommen. Einige Dutzend Festnahmen gab es auch in anderen Städten, darunter in Den Bosch, Maastricht und Venlo. Die Lage habe sich jedoch rasch wieder beruhigt. Hunderttausende seien von den Fanmeilen – darunter fast 180.000 Menschen auf dem Museumsplein in Amsterdam – ohne nennenswerte Zwischenfälle nach Hause zurückgekehrt. Vielerorts wurde trotz der allgemeinen Enttäuschung noch ein wenig gefeiert, dass die Niederlande immerhin zum dritten Mal nach 1974 und 1978 den Vizeweltmeister-Titel erkämpft haben. Das Oranje-Team wurde am Montag auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol erwartet. Die Spieler sollten aber von wartenden Fans abgeschottet werden und den Airport unsichtbar für Kameras verlassen. An Dienstag wird die Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk zu einer offiziellen Huldigung durch Königin Beatrix in deren Amtssitz Paleis Nordeinde in Den Haag empfangen. Anschließend werden sie zu einer Jubelfeier auf der Fanmeile vor dem Reichsmuseum in Amsterdam erwartet. Ein großer Bootskorso über Amsterdams Grachten fällt allerdings aus – den hätte es nur gegeben, wenn die Spieler den WM-Pokal mitgebracht hätten. ++++
++++ Nach ihrem historischen WM-Triumph in Südafrika ist Spaniens Nationalmannschaft am Montag in die Heimat zurückgekehrt. Der Airbus mit der „selección“ und dem Pokal an Bord landete am Nachmittag auf dem Flughafen Madrid Barajas. Die Spieler wurden mit einem Transparent begrüßt, auf dem zu lesen war: „Willkommen in einem glücklicheren Land – Danke.“ Abgeschirmt von der Öffentlichkeit sollte das Team dann in ein nahe gelegenes Hotel gebracht werden. Am Abend sollen David Villa, Andrés Iniesta und Co. von König Juan Carlos und Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero empfangen werden. Anschließend werden sie in einem offenen Doppeldeckerbus durch Madrid fahren. Zum Abschluss ist eine große Party mit 150000 Fans auf einer Esplanade nahe dem Stadtpark Casa de Campo geplant. ++++
++++ Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat der WM "neun von zehn Punkten“ in seiner Bewertung gegeben. Dies sagte der Schweizer Boss des Weltverbandes auf einer Bilanz-Pressekonferenz am Montagmittag in Johannesburg. Das Afrika entgegengebrachte Vertrauen wäre gerechtfertigt worden, meinte Blatter. ++++
++++ Nach dem verlorenen WM-Endspiel in Johannesburg gegen Europameister Spanien hat ein Rätselraten um die Zukunft von Bondscoach Bert van Marwijk eingesetzt. Dieser besitzt zwar einen gültigen Vertrag bis zum Ende der EURO 2012 in Polen und der Ukraine, doch der Direktor des niederländischen Fußball-Bundes KNVB, Henk Kesler, soll von einer Offerte eines großen Fußballverbandes für van Marwijk berichtet haben. Der Fußballlehrer war einst Chefcoach des Bundesligisten Borussia Dortmund. „Ich habe mit dem KNVB eine Absprache getroffen. Ich kann gehen, wenn da etwas kommt, dass ich nicht nein sagen kann“, sagte van Marwijk im NOS-Interview: „Ja, Henk weiß wohl mehr als ich. Zu mir hat er noch nichts gesagt. Aber er ist auch nicht mein Manager. Ich gehe davon aus, dass ich bem KNVB bleibe. Aber man weiß ja nie.“ ++++
sid/dpa/gm





