++++ Der usbekische Schiedsrichter Rawschan Irmatow hat am Dienstagabend in Kapstadt beim Halbfinale zwischen Uruguay und den Niederlanden einen WM-Rekord eingestellt . Die Begegnung im Green-Point-Stadion war bereits die fünfte des 32-Jährigen bei der Endrunde - kein Referee war bei ein und derselben Weltmeisterschaft häufiger im Einsatz. Benito Archundia aus Mexiko und der Argentinier Horacio Elizondo hatten 2006 ebenfalls fünf Spiele gepfiffen und so einen Rekord aufgestellt, den Irmatow jetzt erreichte. Asiens Schiedsrichter des Jahres war schon beim Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko (1:1) im Einsatz. Es folgten England gegen Algerien (0:0) und Griechenland-Argentinien (0:2) in der Vorrunde, sowie das Viertelfinale der deutschen Elf gegen Argentinien (4:0). Vor dem ersten Spiel hatte es erhebliche Bedenken gegen den Usbeken gegeben, doch Irmatow wischte mit einer starken Leistung alle Zweifel beiseite. „Ich gebe einfach in jedem Spiel mein Bestes - das ist meine Einstellung“, sagte er. Auch bei der Begegnung der DFB-Elf pfiff er stark - mit einer Ausnahme: die Gelbe Karte, die Thomas Müller die Teilnahme am Halbfinale gegen Spanien kostete, war nicht angemessen.

++++ Die Polizei im WM-Gastgeberland Südafrika hat die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft . Das umfasse auch die verbleibenden Teams bei der Weltmeisterschaft, sagte der Leiter der WM-Sicherheitskommission, Polizeioffizier André Pruis. „Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen vor den Halbfinalspielen und dem Finale heraufgesetzt“, bestätigte er. Es handle sich jedoch um eine reine Vorsichtsmaßnahme – ein konkretes Bedrohungsszenario gebe es nicht. In Kapstadt wird am Dienstagabend Niederlande gegen Uruguay spielen, in Durban am Mittwoch Deutschland gegen Spanien. ++++

++++ Die deutschen Fans haben sich mit überwältigender Mehrheit für eine Vertragsverlängerung des Deutschen Fußball-Bundes DFB mit Bundestrainer Joachim Löw ausgesprochen. Das ergab die vom Dortmunder Meinungsforschungsinstitut promit durchgeführte SID SportMonitor-Umfrage. 92 Prozent der Befragten wünschen sich demnach, dass der 50-Jährige auch nach der WM im Amt bleibt. Der Vertrag von Löw läuft mit Turnierende aus. ++++

++++ Bei einer Niederlage im WM-Halbfinale gegen Spanien und der Teilnahme am kleinen Finale wird es wohl keinen Empfang der deutschen Nationalmannschaft in Berlin geben. Dies erklärte Teammanager Oliver Bierhoff am Dienstag vor der Abreise nach Durban, wo am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und Sky live) die Partie gegen die Spanier stattfindet. Zu den genauen Plänen wollte sich Bierhoff allerdings nicht äußern: „Wir haben beschlossen, dass wir erst das Spiel am Mittwoch abwarten und dann in die genaue Planung einsteigen.“ Angedacht ist jedoch, dass sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw nach einer Finalteilnahme den deutschen Fans nach der Rückkehr von Südafrika voraussichtlich am Dienstag (13. Juli) in Berlin präsentieren wird. Nach dem dritten Platz bei der WM 2006 und dem zweiten bei der EM 2008 waren Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab von den Anhängern am Brandenburger Tor empfangen worden. Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, hat der DFB aber bereits mit dem Berliner Senat Kontakt aufgenommen, um die logistischen Voraussetzungen für eine große Feier zu schaffen. Allein aus Sicherheitsgründen ist ein mehrtägiger Vorlauf erforderlich. Sollte die Nationalmannschaft am Samstag aber nur im Spiel um Platz drei stehen, würde der DFB-Tross voraussichtlich am Sonntagabend von Johannesburg nach Frankfurt/Main zurückfliegen und sich von dort nach einer kleinen Zeremonie am Flughafen in den Urlaub verabschieden. ++++

++++ Die eigens für die WM in Südafrika eingerichteten Schnellgerichte haben seit Anfang Juni etwa 100 Schuldsprüche gefällt – nur drei Angeklagte wurden freigesprochen. Insgesamt hätten sich die Gerichte mit 216 Fällen beschäftigen müssen, teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Mthunzi Mhaga, in Johannesburg mit. Einige Verfahren seien noch nicht abgeschlossen, zahlreiche andere seien vorzeitig eingestellt worden. Die große Zahl der Verurteilungen zeige die hervorragende Vorarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei, betonte Mhaga. Die Palette der Anklagen reichte von Raub über Körperverletzung bis hin zum Schwarzmarkthandel mit WM-Tickets. Für die WM-Schnellgerichte wurden 110 Richter, 260 Staatsanwälte, rund 200 Übersetzer sowie fast 1 500 Hilfskräfte freigestellt. Der Sonderetat beträgt umgerechnet mehr als vier Millionen Euro. ++++

++++ Für ein kostenloses WM-Ticket ist ein südafrikanisches Ehepaar durch einen Fluss voller Krokodile geschwommen. Maurice und Nicole Meyer aus Nelspruit nahmen nach Angaben der „Beeld"-Zeitung am Wettbewerb eines örtlichen Rundfunksenders teil, der ein VIP-Ticket im Wert von 100.000 Rands (10.800 Euro) ausgelobt hatte. Es soll dem Hörer überreicht werden, der etwas Besonderes dafür vollbringt. Meyer betonte später, er habe sich ein wenig über die lauwarmen Angebote vieler Hörer geärgert. Daher habe er seine Frau überredet, gemeinsam mit ihm durch den Crocodile River zu schwimmen. Der Bruder des Mannes sorgte nicht nur für den Videobeweis, sondern stand für Notfälle auch mit dem Gewehr unterm Arm am Ufer bereit. Der Gewinner des Wettbewerbs ist noch nicht ermittelt. ++++

++++ Nach der Aufhebung des Bannstrahls für die "Super Eagles" durch die nigerianische Regierung am Montag hat auch der Weltverband Fifa von allen Sanktionen Abstand genommen. Nach Angaben der Fifa versicherte Staatspräsident Goodluck Jonathan in einem Brief, dass Nigerias Regierung den Nationalmannschaften nicht länger verbietet, in den kommenden zwei Jahren an jeglichen internationalen Wettbewerben teilzunehmen. ++++

++++ Einen begeisternden Empfang erlebten die Spieler der ghanaischen Nationalmannschaft , darunter auch der gebürtige Berliner Kevin Boateng, bei der Ankunft in der Hauptstadt Accra. Am Kotoka-Flughafen hatten sich schon sechs Stunden vor der erwarteten Ankunft Tausende Fans eingefunden. Als die Maschine mit der Mannschaft der „Black Stars“ mit zweistündiger Verspätung um 01. 30 Uhr MESZ landete, brandete lauter Jubel auf. Die Anhänger der ghanaischen Auswahl, die unglücklich im WM-Viertelfinale in Südafrika gegen Uruguay im Elfmeterschießen den Kürzeren gezogen hatte, schwenkten Fahnen, schlugen Trommeln und bliesen Vuvuzelas, als die Spieler die Gangway des Flugzeugs hinunterstiegen. Auf Transparenten stand zu lesen: „Wir lieben unsere Helden, Ihr habt Ghana und Afrika stolz gemacht!“ Die Ghanaer hatten als drittes Land nach Kamerun (1990) und Senegal (2002) die Runde der letzten Acht bei einer Weltmeisterschaft erreicht. ++++

dpa, sid