Als Bundestrainer Joachim Löw die „Bergtour 2008“ ausrief, gab es nur ein Ziel. Wien, die letzte Etappe auf dem Weg zum Gipfel, der Endspielort der Europameisterschaft. Sonntagabend endete hier der mühsame Aufstieg der vergangenen Wochen. Und der lang gehegte Traum vom Titel. Die deutsche Nationalmannschaft verlor das Finale. 0:1 gegen Spanien. Am Ende durfte die bessere Mannschaff den Pokal in den Wiener Nachthimmel stemmen.
Im Ernst-Happel-Stadion wurden der deutschen Mannschaft ihre Grenzen aufgezeigt. Sie wollte diesen Pokal, aber das allein reichte nicht. Diesmal nicht. Die Spanier war zu kaltblütig im Sturm, zu konzentriert im Mittelfeld und zu kompromisslos in der Defensive. Der deutschen Auswahl fehlte die nötige Entschlossenheit, das Glück. Und letztlich auch die spielerische und individuelle Qualität für den ganz großen Triumph.
Was bleibt, ist der wenig tröstende zweite Platz. Und die Erkenntnis, dass die deutsche Mannschaft aus ihren Möglichkeiten mehr gemacht hat als die meisten anderen. Sie hat das Turnier nie dominiert, sie hat die Gegner selten beherrscht. Die Elf von Bundestrainer Joachim Löw hat bis auf das Viertelfinale gegen Portugal nie geglänzt, aber immer gekämpft. Auch gegen Spanien. Sie hat versucht, ihre durch das ganze Turnier sichtbaren Problemzonen zu kaschieren. Aber am Ende gewinnen eben nicht immer die Deutschen.
Enttäuschung ist angebracht, Verzweiflung nicht. 2006 wurde die deutsche Elf Dritter bei der WM, zwei Jahre später ist sie Zweiter der EM. Zu einem großen Titel hat es wieder nicht gereicht. Die Platzierungen sind ein Indikator dafür, dass die Entwicklung der Mannschaft in die richtige Richtung geht. Aber der Abend von Wien hat auch gezeigt, dass es noch ein langer Weg auf den Fußball-Gipfel ist.




