++++ Chelsea s Teammanager Luiz Felipe Scolari hat mit einem verbalem Rundumschlag die Kollegen von Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack zurechtgestutzt. „Es ist mein Job zu entscheiden, welche elf Spieler auf dem Platz stehen. Der Job der Spieler ist es, zu spielen. Fertig aus“, konterte der Brasilianer Kritik an seiner Person aus Reihen der Mannschaft. Zuvor hatte Scolari die Topstars Didier Drogba und Deco für das Pokalspiel gegen Southend am vergangenen Mittwoch (4:1) aus dem Kader gestrichen. „Kein Spieler ist mehr Opfer als der Verein und ich. Wir sind alle Leidtragende“, kommentierte er seine Entscheidung. Zumindest Drogba soll am Samstag gegen Stoke City wieder im Kader stehen. Unterdessen soll es auch Unstimmigkeiten mit Kapitän John Terry und Mittelfeldstar Frank Lampard geben. Die englischen Nationalspieler sollen ihren Vorgesetzten aufgefordert haben, die Trainingsintensität zu erhöhen. Dies dementierte Scolari allerdings umgehend: „Das ist Müll. Und mehr sage ich auch nicht dazu.“ Der Brasilianer steht beim Klub des Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch unter Erfolgsdruck, nachdem Chelsea in den letzten Partien schwache Leistungen gezeigt hatte. Besonders die deutliche 0:3-Niederlage beim Konkurrenten Manchester United hatte den Kritikern Scolaris neue Nahrung gegeben. Chelsea liegt derzeit mit vier Punkten Rückstand hinter Tabellenführer Liverpool auf Platz drei der Premier League. ++++
++++ Der Wechsel des russischen Nationalspielers Andrej Arschawin von Uefa-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg zum FC Arsenal in die englische Premier League steht offenbar kurz vor dem Abschluss. „Wir sind in Verhandlungen und haben große Hoffnung, dass wir schon in wenigen Tagen etwas erreichen“, sagte Gunners-Teammanager Arsene Wenger . Arschawin selbst hatte sein Interese an einem Transfer zu den Kanonieren unlängst öffentlich gemacht. „Ich hoffe, dass die Vereine eine Einigung erzielen“, sagte er. Der 27 Jahre alte Stürmer hat mit starken Auftritten bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz zahlreiche Klubs auf sich aufmerksam gemacht. Arsenal soll etwa 13,5 Millionen Euro für ihn geboten haben. Zenit hatte zunächst über 20 Millionen Euro gefordert, ist nun aber kompromissbereit. Wenger stellte klar, dass Arsenal nicht bereit ist, Arschawin um jeden Preis nach London zu holen - zumal der Angreifer nicht mehr für die Champions League spielberechtigt ist, weil er dort in dieser Saison schon mit Zenit angetreten ist. „Wir werden unseren Prinzipien treu bleiben“, sagte Wenger. ++++
++++ Der Präsident des spanischen Meisters Real Madrid , Ramón Calderón , hat seinen Rücktritt erklärt . Wie am Freitag aus Vereinskreisen verlautete, teilte der Klubchef seine Entscheidung auf einer Krisensitzung des Vorstands in Madrid mit. Er zog damit die Konsequenzen aus dem Skandal um einen Wahlbetrug bei der Verabschiedung des Vereinsbudgets im Dezember 2008. Als Interimspräsident soll der bisherige Vize Vicente Boluda bis zum Ende der Saison die Geschicke des Vereins lenken, hieß es. Dann solle ein neuer Vereinspräsident gewählt werden. Die Sportzeitung „Marca“ hatte aufgedeckt, dass an der Abstimmung zur Verabschiedung des Etats mehrere falsche Delegierte teilgenommen hatten, die nicht stimmberechtigt waren. ++++
++++ Gerald Asamoah (30), Stürmer des Bundesligisten FC Schalke 04 , muss sich wegen zu schnellen Fahrens erneut vor Gericht verantworten . Das Essener Landgericht bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach sich das Amtsgericht in Dorsten am 6. Februar noch einmal mit dem Fall beschäftigt. Asamoah war im Februar 2007 mit 190 km/h in einer Tempo-80-Zone geblitzt worden. Er war auf dem Weg ins Krankenhaus zu seiner Ehefrau Linda, die mit Zwillingen in den Wehen lag. Bei der ersten Verhandlung im April 2008 war Asamoah zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft Essen hatte aber ein Fahrverbot erwirken wollen und legte gegen das Urteil Rechtsbeschwerde ein. Das Oberlandesgericht Hamm verwies daraufhin den Fall im August 2008 zurück an das Gericht in Dorsten. Nun könnte dem Schalker Stürmer doch noch ein Fahrverbot drohen. ++++
++++ Der brasilianische Mittelfeldstar Ronaldinho vom AC Mailand ist von der italienischen Liga für drei Pokalspiele gesperrt worden. Ausschlaggebend für die Sperre waren Videoaufnahmen von der Achtelfinal-Niederlage der Lombarden gegen Lazio Rom (1:2) Anfang Dezember, auf denen ein Ellenbogencheck Ronaldinhos gegen David Rozehnnal dokumentiert ist. Der Schiedsrichter hatte diese Aktion offensichtlich nicht bemerkt. Die Sperre wurde von der Liga erst so spät ausgesprochen, weil sie die noch ausstehenden Spiele im Achtelfinale abwarten wollte, das erst am vergangenen Mittwoch beendet wurde. ++++
++++ Trainer Rafael Benitez hat ein Angebot zur vorzeitigen Vertragsverlängerung beim FC Liverpool abgelehnt. Der Spanier fordert laut eines Berichts der Lokalzeitung „Echo“ vor einer Unterschrift mehr Einfluss bei Etatfragen und Spielereinkäufen. Benitez’ derzeitiger Kontrakt endet im Sommer 2010. In der Vorwoche hatte Benitez erklärt, er sei sich mit dem englischen Rekordmeister über eine weitere Zusammenarbeit einig. „Die Vereinseigentümer meinen, dass die Entscheidungen des Trainers vom Vorstand abgesegnet werden müssen. Aber ich weiß, das ich von den Ergebnissen und unseren Fans abhängig bin, sie sind die besten Richter, die ich jemals haben werde“, wurde Benitez von der Zeitung zitiert. Sein Verhältnis zu den amerikanischen Klubbesitzern sei dennoch intakt. „Die einzige Person, die über den Wert eines Spielers entscheiden kann, ist der Trainer, weil er weiß, welche Qualitäten für den Kader wichtig sind“, sagte Benitez. Es ginge ihm nicht um mehr Geld. +++
++++ Torjäger Milivoje Novakovic von Bundesligist 1. FC Köln droht eine längere Zwangspause. Der Slowene laboriert an einer Achillessehnenentzündung . „Das kann in einer Woche ausgeheilt sein, kann aber auch ein oder zwei Monate dauern“, sagte Novakovic im Trainingslager der Kölner im türkischen Belek. Mit den Schmerzen plagt er sich schon seit dem Trainingsauftakt in der Winterpause und musste dehalb schon mehrfach aussetzen. Novakovic war erfolgreichster Torschütze des Aufsteigers in der Hinrunde und liegt mit zehn Treffern auf dem vierten Rang der Torjägerliste. ++++
++++ Leo Beenhakker gilt als aussichtsreicher Anwärter auf den Trainerposten beim 14-maligen niederländischen Fußball-Meister Feyenoord Rotterdam . Neben dem Nationaltrainer Polens werden nach der Entlassung von Gertjan Verbeek auch Mario Been, Trainer des Hamburger Uefa-Cup-Gegners NEC Nimwegen, und der beim FC Utrecht entlassene frühere Nationalspieler Wim van Hanegem gehandelt. Beenhakker soll Wunschkandidat des Vorstands sein. Er hatte 1999 mit Feyenoord den Meistertitel geholt, van Hanegem spielte zehn Jahre für den Traditionsklub und holte die Meisterschaft als Trainer 1993 in die „Kuip“. ++++
++++ Bayer Leverkusen s Ersatztorwart Benedikt Fernandez hat sich am Freitag einer Meniskus-Operation unterziehen müssen. Der Eingriff wurde am Klinikum Köln-Merheim von Chefarzt Prof. Dr. Bertil Bouillon vorgenommen und ist gut verlaufen, wie der Fußball-Bundesligist auf seiner Internetseite mitteilte. Fernandez hatte am Mittwoch das Bayer-Trainingslager im türkischen Belek verlassen und sich genauer am Knie untersuchen lassen. In den kommenden Wochen muss der Schlussmann ein Reha-Programm absolvieren. Wann er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, ist noch nicht absehbar. ++++
++++ Der geschäftsführende Vizepräsident des italienischen Klubs AC Mailand, Adriano Galliani , steht nach Drohungen aus Kreisen der Ultras unter Polizeischutz . Galliani werde seit Monaten so schwer bedroht, dass ihm das Innenministerium polizeiliche Bewacher zur Seite stellte, berichtete das italienische Nachrichtenmagazin „L’Espresso“. Die Beziehungen zwischen dem Mailänder Klub und den Hooligans sind seit längerem gespannt. Die Mailänder Polizei hatte kürzlich einige Mitglieder der gewaltbereiten Gruppierungen festgenommen, da sie die Klub-Führung erpresst haben sollen. Anführer der Ultragruppe üben immer wieder Druck auf den Verein auf, um sich Gratis-Karten oder kostenlose Transfers zu sichern. So waren rund 100 Hooligans des AC Mailand Mitte Dezember in das TV-Studio der Mailänder Gruppe Mediaset eingedrungen. In dem Studio, in dem die Sportsendung „Controcampo“ aufgezeichnet wurde, protestierten die Tifosi gegen teure Ticketpreise. Die TV-Sendung musste unterbrochen werden. Nachdem die Polizei alarmiert worden war, warfen die Randalierer Knallkörper und Steine auf Sicherheitsbeamte. ++++
sid/dpa/jr





