Seine Haare wehten im Wind, ansonsten machte Torsten Frings am Donnerstagvormittag einen aufgeräumten Eindruck. Frust, dass Bundestrainer Joachim Löw beim Länderspiel kommenden Mittwoch gegen England (19. November) auf ihn verzichtet, war dem Mittelfeldspieler von Werder Bremen nicht anzumerken. Es war ja vorher telefonisch so abgesprochen – und außerdem sein eigener Vorschlag.

„Die Lösung ist für beide Seiten das Beste. Jogi Löw möchte jetzt etwas ausprobieren. Bei mir muss er nichts mehr ausprobieren. Wenn Löw weiß, dass er mich nicht braucht, muss ich mich auch nicht auf die Bank setzen“, sagte der 78-malige Nationalspieler nach dem Vormittagstraining.

Frings ist von Joachim Löw wegen fehlender Form nicht nominiert worden. „Ich habe ihm gesagt, dass ich für dieses Spiel ohne ihn plane“, sagte Löw. Bei einem Formanstieg sei er künftig aber ein „Bestandteil der Mannschaft“.

Der 31-Jährige, der ebenso wie DFB-Kapitän Michael Ballack im vergangenen Monat mit Löw aneinandergeraten war und sich anschließend beim Bundestrainer entschuldigt hatte, möchte weiteren Wirbel vermeiden. „Das Spiel gegen England ist nicht irgendein Spiel, sondern ein echter Klassiker. Die Mannschaft muss sich in Ruhe auf dieses Spiel vorbereiten und braucht keinen Mist, der dann in der Zeitung steht. Ich muss doch im Training Löw nur einmal blöde angucken und sofort steht das in den Medien“, sagt Frings.

Für Klaus Allofs ist der Verzicht auf den Mittelfeldspieler kein gutes Zeichen: „Ich sehe das nicht als Hinweis für seine weitere Zukunft in der Nationalmannschaft“, so der Werder-Manager. Trainer Thomas Schaaf hingegen ist glücklich: „Ich freue mich über jeden Spieler, den ich bei mir habe und mit dem ich in Ruhe arbeiten kann.“

Nur zu Wochenbeginn muss Schaaf auf seinen Leistungsträger verzichten. Als Mitglied des Mannschaftsrates wird Frings am Montag nach Berlin reisen, um an den Verhandlungen über die Prämien für die WM-Qualifikation teilzunehmen.

sid/jr