Der Traum von Borussia Dortmund von einem Fußball-Wunder ist im Elfmeter-Krimi geplatzt. Nach einer starken Vorstellung haben sich die Westfalen als einziger deutscher Vertreter aus dem Uefa-Pokal verabschiedet. Dem BVB gelang zwar im Erstrunden-Rückspiel nach einem 0:2 im ersten Duell beim italienischen Erstligisten Udinese ein 2:0 (2:0,1:0) nach Verlängerung, doch beim anschließenden 3:4 im Elfmeterschießen versagten dem zweifachen Torschützen Tamas Hajnal (45.+1 und 90.+2) und Jakub Blaszczykowski die Nerven. „Das ist sehr bitter. Wir haben einen großen Fight geliefert, toll gespielt und gekämpft. Eigentlich hätten wir den Sieg verdient gehabt“, sagte Torhüter Roman Weidenfeller und Hajnal ergänzte: „Eigentlich hätten wir schon in der regulären Spielzeit das 3:0 schießen können.“ Trainer Jürgen Klopp sagte: „Die Mannschaft hat ein Riesenspiel gemacht und von der ersten Sekunde an das Heft in die Hand genommen. Das lindert den Schmerz aber nur ein bisschen."
Der Ex-Dortmunder Mladen Petric war wieder der entscheidende Mann beim HSV: Der Kroate sorgte mit seinen beiden Toren für den Einzug des Hamburger SV in die Gruppenphase des und sicherte seiner Mannschaft 500.000 Euro Siegprämie. Der Angreifer, der beim 2:0 (1:0)-Auswärtssieg der Hanseaten beim rumänischen Verein Unirea Urziceni in der 27. und 50. Minute zweimal traf, erweist sich immer mehr als Glücksfall für die Norddeutschen. Der 27-Jährige war nach dem torlosen Unentschieden aus dem Hinspiel vor zwei Wochen auch im dritten Wettbewerb der Matchwinner. Schon im DFB-Pokal gegen Bochum und in der Bundesliga gegen Mönchengladbach hatte der Zugang aus Dortmund mit insgesamt drei Toren die Partien für den HSV entschieden. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn wir nicht weitergekommen wären“, sagte HSV-Trainer Martin Jol. „Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Wir haben die Tore zur richtigen Zeit gemacht und kompakt gestanden.“
Der VfL Wolfsburg qualifizierte sich nach Hertha BSC (0:0 am Dienstag bei St. Patrick's) als zweiter Klub aus der Bundesliga für die Gruppenphase. Zwei Wochen nach dem 1:0-Sieg vor heimischem Publikum reichte den Niedersachsen am Donnerstag im Rückspiel bei Rapid Bukarest ein 1:1 (1:0), um bei ihrem Europacup-Comeback nach neun Jahren eine Runde weiter zu kommen. Der Brasilianer Grafite (16.), der schon das Siegtor im Hinspiel erzielt hatte, brachte das Team von Felix Magath vor 6000 Zuschauern in Führung, Vasile Maftei (70.) gelang der Ausgleich. „Wir haben die Aufgabe sehr gut gelöst, und ich bin froh, dass wir die Gruppenphase erreicht haben“, sagte VfL-Coach Felix Magath. Der 55-Jährige bemängelte lediglich die Chancenverwertung seiner Mannschaft: „Das kennen wir ja schon, dass wir da Probleme haben.“Das Aus löste bei Rapid Bukarest Ausschreitungen der eigenen Fans und die Entlassung von Trainer Jose Pereiro aus. Nachdem die Rapid-Anhänger randaliert und mit Steinen nach Klub-Besitzer Fahti Tener geworfen hatten, reagierte Tener mit der sofortigen Entlassung des Portugiesen. Rund 1000 aufgebrachte Anhänger des Tabellenzehnten der rumänischen Liga hatten während und vor allem nach dem Spiel ihrem Ärger lautstark Luft gemacht. Kräfte der Spezial-Polizei nahmen zwölf Randalierer fest.
Schalke nur 1:1 gegen Nikosia
Trotz einer über weite Strecken grauenvollen Vorstellung schaffte der FC Schalke 04 den Sprung in die Gruppenphase. Allerdings boten die Schalker beim mühsamen 1:1 (0:1) im Rückspiel gegen Apoel Nikosia vor allem in der ersten Spielhälfte eine mehr als dürftige Leistung und verspielte sechs Tage nach dem 0:1 beim 1. FC Köln weiteren Kredit bei den Fans. Vor 52.214 Zuschauern gingen die Gäste aus Zypern durch Helio Pinto (6.) sogar in Führung, ehe Christian Pander (57.) mit einem herrlichen Freistoß in den Winkel zumindest noch eine totale Blamage gegen den krassen Außenseiter verhinderte.
Ein schmeichelhafter Sieg und ein glückliches Unentschieden im Rückspiel - nur mit Hängen und Würgen sowie dank eines treffsicheren Mario Gomez erreichte der VfB Stuttgart die Gruppenphase. Gegen den bulgarischen Erstligisten Tscherno More Warna stand der Deutsche Meister von 2007 bereits vor einer Blamage, bleibt aber nach einem 2:2 (0:0) vor eigenem Publikum weiter im Wettbewerb. Das Hinspiel zwei Wochen zuvor hatten die Schwaben nach zwei Treffern von Gomez schmeichelhaft mit 2:1 gewonnen. Jordan Jurukow (47.) und Georgi Rusew (79.) hatten die Gäste 2:0 in Führung geschossen, ehe Thomas Hitzlperger (82.) und Gomez in der vierten Minute der Nachspielzeit das Weiterkommen besiegelten. „Wir haben 80 Minuten gedacht, es wird ein Spaziergang. So etwas darf normalerweise nicht passieren“, schimpfte Gomez. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, befand auch Trainer Armin Veh. „Mit unserem Anspruch und unserer Qualität müssen wir so einen Gegner eigentlich dominieren. Es ist doch klar, dass ich damit nicht zufrieden sein kann.“
Dass die Stuttgarter vor nur 10.000 Zuschauern überhaupt einen Treffer gegen die lange Zeit harmlosen Bulgaren zuließen, war schon peinlich genug, dann aber glich das 0:1 auch noch einer Slapstick-Nummer. Serdar Tasci spielte beinahe unbedrängt von einem Gegenspieler den Ball von der Außenlinie in den Strafraum, passte aber derart ungenau auf den ihm entgegenkommenden Jens Lehmann, dass der Torhüter beim Versuch, die Kugel noch zu erwischen, wie auf einer Eisbahn ausrutschte. Jurukow musste nur noch einschieben.
sid/dpa


