Bayer Leverkusen hat zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga übernommen. Das Team von Trainer Bruno Labbadia gewann bei Werder Bremen 2:0 (0:0) und verdrängte Aufsteiger 1899 Hoffenheim von Platz eins.

„Wir bringen unser Spiel nicht durch und machen immer wieder die gleichen Fehler. Wir müssen nun Ruhe bewahren. Wir haben momentan nur ein Ziel, und das ist das nächste Spiel", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Sein Leverkusener Kollege Bruno Labbadia war voll des Lobes für seine Elf: „Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war toll. Wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden und kaum Chancen zugelassen. Und vorne haben wir auf unsere Chance gewartet."

Derweil kassierte Hans Meyer im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr auf die Trainerbank von Borussia Mönchengladbach die erste Niederlage. Drei Tage nach dem glücklichen 1:0 gegen den Karlsruher SC verlor der fünfmalige deutsche Meister beim VfL Wolfsburg 0:3 (0:1) und verpasste den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

„Bis zur 40. Minute haben wir gespielt, wie ich es nicht für möglich gehalten hatte. Nach dem 0:1 hat Wolfsburg aber seine ganze Klasse ausgespielt. Da hat uns in der zweiten Halbzeit die Kraft und Konzentration gefehlt. Gegenüber unserer Mannschaft hat Wolfsburg mehr Klasse“, räumte Meyer ein. Sein Gegenüber Felix Magath war dagegen zufrieden: „Die Niederlage in München hat Spuren hinterlassen. Wir waren am Anfang nicht so sicher, haben uns aber im Laufe des Spiels gesteigert. Das macht mich optimistisch“,


Schalke 04 gewann beim Karlsruher SC souverän mit 3:0 (2:0) und verbuchte nach vier Liga-Spielen in Folge ohne Sieg wieder einen Dreier. Während die Königsblauen zumindest vorläufig den dritten Tabellenplatz übernahmen, droht der KSC nach der vierten Niederlage in Folge immer weiter durchgereicht zu werden.

Cottbus weiter Letzter

Tabellenletzter bleibt Energie Cottbus. Die Lausitzer holten beim 1:1 (1:0) im Kellerduell bei Arminia Bielefeld aber immerhin einen Punkt. Dabei brachte Dimitar Rangelow die Gäste in der 31. Minute zunächst in Führung und kassierte nur 13 Minuten später wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Artur Wichniarek (63.) gelang mit seinem siebten Saisontor der Ausgleich für die Arminia, die zumindest bis Mittwoch die Abstiegszone verließ.

„Wir haben nicht schlecht gespielt, allerdings die letzte Konsequenz am gegnerischen Strafraum vermissen lassen. Der erste Fehler wurde direkt bestraft. Wir sind zumindest verdient zum Ausgleich gekommen“, meinte Bielefelds Trainer Michael Fronzeck. Sein Cottbuser Kollege Bojan Prasnikar sagte: „Wir haben auswärts einen Punkt geholt. Damit bin ich zufrieden, weil wir in der zweiten Halbzeit in Unterzahl gespielt haben.“

In Bremen war Werder über weite Strecken spielbestimmend, doch Bayer hielt jederzeit dagegen. Das Leverkusener Führungstor erzielte der Chilene Arturo Vidal (71.), der nach einer verunglückten Faustabwehr von Bremens Ersatztorwart Christian Vander aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben brauchte. Der Ex-Bremer Manuel Friedrich machte schließlich alles klar (81.). Werder wartet damit seit vier Liga-Spielen auf einen Sieg.


In Wolfsburg brachte der Brasilianer Grafite den VfL in der 40. Minute durch einen Foulelfmeter in Führung. Der Angreifer war zuvor selbst im Strafraum von Gladbachs Torwart Frederic Löhe gefoult worden. Der erst 20-jährige Löhe ersetzte überraschend anstelle von Christofer Heimeroth den verletzten Uwe Gospodarek und kam zu seinem Erstliga-Debüt. Beim 2:0 durch Alexander Madlung (55. ) war Löhe allerdings machtlos. Das 3:0 markierte Zvjezdan Misimovic (79.) erneut per Foulelfmeter.

Platzverweis für Franz

Schalke war in Karlsruhe klar überlegen und sorgte durch Tore von Kapitän Marcelo Bordon (15.) und Kevin Kuranyi (19.) schon früh für klare Verhältnisse. Der KSC verlor dann Kapitän Maik Franz, der in der 56. Minute Gelb-Rot sah, nachdem er die Zuschauer aus Sicht von Fifa-Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) zu sehr angestachelt hatte. Jefferson Farfan (67.) sorgte für die Entscheidung.

„Wenn wir so weiterspielen, dann werden auch die Ergebnisse wieder stimmen. Ich hoffe, wir können am Wochenende daran anschließen und eine Serie starten“, meinte Schalkes Nationalspieler Heiko Westermann, und KSC-Coach Edmund Becker resümierte: „Wenn man die Möglichkeiten hat, ein Spiel zu gewinnen und geht dann als Verlierer vom Platz, das kostet Selbstvertrauen. Wir haben Schalke in die Karten gespielt.“

Am Mittwoch könnte der Hamburger SV mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart wieder auf einen Champions-League-Platz zurückkehren. Titelverteidiger Bayern München tritt bei Eintracht Frankfurt an und hofft auf den dritten Liga-Sieg in Folge. Außerdem spielt Hertha BSC Berlin gegen Hannover 96.

sid/fb