Freude ja, ?berschw?nglicher Jubel nein. So die Stimmung bei den deutschen Basketball-Nationalspielern nach dem 78:65 (45:26) gegen Brasilien im Viertelfinale des olympischen Qualifikationsturniers in Athen. „Noch sind wir nicht am Ziel, aber wir haben einen wichtigen Schritt gemacht“, meinte Bundestrainer Dirk Bauermann. Jetzt fehlt nur noch ein Schritt, ein Sieg im Halbfinale, um den großen Traum der Mannschaft wahr werden zu lassen.
Um eines der drei noch zu vergebenden Tickets zu den Olympischen Spielen in Peking zu ergattern, muss das Team um NBA-Superstar Dirk Nowitzki nun heute Abend (18 Uhr, live im DSF) gegen Kroatien (83:62 gegen Kanada) gewinnen. Doch es gibt in der Olympiahalle sogar noch eine zweite Chance: Sollten sie verlieren, ben?tigen die Deutschen am Sonntag einen Erfolg gegen den Unterlegenen des zweiten Halbfinales zwischen Griechenland und Puerto Rico.
„Uns war die Nervosit?t schon anzumerken“, gab Demond Greene (14 Punkte) zu. „Aber zum Gl?ck haben wir ja dann die Kurve gekriegt.“ Denn eine Viertelstunde lang klappte bei den Deutschen wenig. Die Brasilianer kamen mit der Anspannung offensichtlich besser zurecht. Vor allem Center Chris Kaman verlor v?llig unverst?ndlicherweise einige B?lle, h?chstens bei Rebounds war der Mann von den Los Angeles Clippers anfangs ein Faktor. Sein NBA-Kollege Dirk Nowitzki hatte seinen Wurf-Rhythmus auch noch nicht gefunden, es hakte ?berall, nur Konrad Wysocki (10) spielte mit Mut. In der 15. Minute, es stand 19:14 f?r Brasilien, nahm Bauermann eine Auszeit. Es gab gen?gend Besprechungsbedarf.
Der 50-J?hrige muss wohl die richtigen Worte gefunden haben. Auf einmal drehte das deutsche Team auf. Nowitzki, der auf 20 Punkte kam, traf immer besser. Und da war dann auch noch Pascal Roller (15). Der Spielmacher aus Frankfurt lenkte nicht nur besser als sein Kollege Steffen Hamann, sondern versenkte bis zur Pause auch vier Drei-Punkte-W?rfe. „Prima, dass wir heute Dirk entlasten konnten“, meinte Roller. Insgesamt trafen die Deutschen 13 Dreier bei 26 Versuchen. „Unglaublich“, meinte Brasiliens Coach Monsalve Moncho nur. Sein Team stand dem f?nfmin?tigen Wirbel von Nowitzki, Roller und Co. bis zur Pause hilflos gegen?ber. Beim Wechsel lagen die jetzt wie befreit wirkenden Deutschen mit 45:26 vorn. Nach der Auszeit war ihnen ein 31:7-Lauf gelungen.
Auf einmal zeigten die Deutschen Nerven
Und es ging erst einmal so weiter. Kaman wurde defensiv wie offensiv immer st?rker (12 Punkte/14 Rebounds), Demond Greene traf aus der Distanz. Die Deutschen setzten sich bis auf 60:33 (28.) ab. Die Brasilianer attackierten jetzt zwar sehr fr?h (Zonen-Presse), dennoch lag das deutsche Team zehn Minuten vor Ende mit 62:39 in Front. Ein 23-Punkte-Vorsprung sollte doch reichen.
Aber auf einmal zeigten die Deutschen Nerven. Das fr?he Verteidigen der Brasilianer stellte sie teilweise vor unl?sbare Probleme. Bauermann: „Das hat uns wehgetan.“ Auf einmal hieß es sechs Minuten vor Ende nur noch 63:50.
Nowitzki, mit vier Fouls belastet und nach einem Foul leicht an der Zunge verletzt, musste wieder zur?ck aufs Feld. Doch Dreier von Greene, Nowitzki und nat?rlich Roller sorgten f?r das große Aufatmen. „Jetzt t?ten wir das gegen Kroatien ein“, war sich Roller sicher. Und Greene f?gte hinzu: „Wir wollen unbedingt schon am Samstagabend unsere Olympia-Teilnahme feiern.“
dpa/sid/ras





