Was den Status von Transferprozessen betrifft, halten sich Trainer meist zurück. Pedro Calles verweist bei Fragen in dieser Richtung stets auf Himar Ojeda, den Sportdirektor von Alba Berlin. Am Freitagmorgen machte der Coach aber eine Ausnahme. Kurz vor dem Beginn der Einheit hatte der Spanier die Nachricht erhalten, dass Ojeda auf der Suche nach einem Center fündig geworden ist. Sein Wissen teilte er gleich. Yankuba Sima schließt sich dem Meister der Basketball Bundesliga (BBL) an.

Es wurde Zeit, dass die Berliner dieses Thema abhaken können. Drei Niederlagen gab es zuletzt in der BBL. Dabei ergab sich immer ein ähnliches Muster. „Rebounding, Verteidigung des Korbs“, so Calles. Denn nach der Verletzung von Norris Agbakoko (Knöchelbruch) hatte Alba nur noch einen gelernten Center im Team. Und Nevio Bennefeld ist ein 19-jähriges Talent. Mit Sima kommt nun ein 30-jähriger Spanier. „Er bringt viel Erfahrung mit, was uns sicherlich weiterhelfen wird“, sagt Calles.

Alba Berlin im Pokal gegen Bamberg

Ob das schon für den Montag gilt, ist ungewiss. Die Berliner treten in der Uber Arena im Achtelfinale des Pokals gegen Bamberg an (20 Uhr, Dyn). Doch den Zustand des Zugangs kennt der Trainer nicht genau. Erst einmal spielt das auch weniger eine Rolle als das Potenzial, das Sima offeriert. „Er ist ein agiler Center, der für sein schnelles Spiel auf dem Feld und seine Dynamik im Pick-and-Roll bekannt ist“, erzählt Calles. Beim Euroleague-Team Valencia konnte er das zuletzt aber kaum zeigen. Er blieb dort unter den Erwartungen und spielte in dieser Saison selten.

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Das nehmen die Berliner pragmatisch. „Sonst wäre er jetzt nicht bei uns“, so der Coach, der sich zunächst anschauen will, in welcher Verfassung Sima in Berlin ankommt. In den Grundanforderungen allerdings erfüllt der 2,11 Meter große Profi das, was Alba will. „Wir suchten einen Spieler, der auch in unser Defensivsystem passt, bei dem ein Center nicht nur in der Zone steht“, sagt Calles. Er soll auch außerhalb aggressiv verteidigen.

Sie haben uns gelehrt, wie man schnell spielt, wie man Rebounds holt und wie man im Eins-gegen-Eins gewinnt.

Pedro Calles, Trainer von Alba Berlin

Überhaupt wird die Defensive am Montag zu einem wichtigen Element. Alba kann den Gegner gut einschätzen. In der Liga gab es vor zwei Wochen ein 83:98. „Sie haben uns gelehrt, wie man schnell spielt, wie man Rebounds holt und wie man im Eins-gegen-Eins gewinnt“, so der Trainer. Zuletzt in der Champions League steigerten sich die Berliner bereits beim Sieg gegen Igokea (90:79). Im Duell der Pokalfinalisten und Play-off-Halbfinal-Gegner der Vorsaison wird aber noch mehr nötig sein.

Alba Berlin kann wieder den Plänen folgen

Die Stimmung beim Meister dürfte vor dem Spiel gegen den Pokalsieger durch die Verpflichtung bereits einen Schub erhalten. Denn es ist absehbar, dass die Berliner wieder mehr ihren Plänen folgen können mit dem fünften Zugang. Mit den vier anderen Neuen ist Calles soweit zufrieden. „Wir fordern von einigen Spielern Verhaltensweisen auf dem Feld, die sie bisher nicht hatten. Dabei geht es mehr um das Tempo und die Intensität, mit der wir spielen wollen“, erzählt der Spanier.

Bislang verlief diese Anpassung allerdings deutlich langsamer als erwartet. Weil gerade auch neue Spieler wie Joe Wieskamp und Brandon Angel auf Positionen spielen mussten, die ihnen nicht in dem Maß zugedacht waren. Durch Yankuba Simas Ankunft wird sich das ändern. Aber vielleicht erst nach dem wichtigen Pokalspiel.