Malte Delow dachte nach dem Spiel auch an die Fans. Die hatten in den vergangenen Jahren einiges erdulden müssen, sahen viel mehr Niederlagen als gewohnt. Mittlerweile ist das bei Alba Berlin wieder anders, die Siege reihen sich aneinander. „Wenn man Spiele hintereinander gewinnt, macht es auch als Fan mehr Spaß. Ich bin froh, dass wir da etwas zurückgeben können“, so der Profi nach dem 88:80 (40:45) gegen den MBC vor 9221 Zuschauern in der Uber Arena.
Mit starken Kontrahenten hatte Alba zuletzt keine Probleme. Die Energie stimmte bei dem jungen Team ohnehin meist. Mit der steigenden Zahl der Spiele wuchsen die Berliner aber auch immer mehr zusammen, entwickelten Selbstvertrauen und schlugen Mannschaften, die weitaus besser in die Saison gekommen sind. Wie etwa Ulm im Pokal. Oder Bayern München in der Basketball Bundesliga (BBL).
Alba Berlin besteht Test gegen einen guten Prüfstein
Die bislang beste Mannschaft der BBL kam jedoch aus Weißenfels. Der MBC zeigte bereits in der Vorsaison mit dem Pokalsieg seine Qualität und setzte das in dieser Spielzeit fort. Insofern stellte das Team aus Sachsen-Anhalt einen weiteren guten Prüfstein für den Entwicklungsprozess der Berliner dar, die zuvor wettbewerbsübergreifend fünf Partien gewinnen konnten.
Fraglos hat die Mannschaft von Trainer Pedro Calles ebenso an Profil gewonnen. Nach dem Wechsel von Top-Scorer Boogie Ellis folgte keine schwierige Phase. Die Berliner blühten auf mit einem ausgewogeneren Spiel, das sich über die Defensive definiert. In dem steigendes Verständnis mehr Spielfluss generierte. „Wenn es läuft, dann glauben alle an das System und ihre Rolle, an das, was wir machen. Dann spielt es sich einfacher, das haben wir uns erarbeitet“, sagte Delow.
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Gegen den MBC war davon allerdings erst einmal wenig zu erkennen. Beide Kontrahenten hatten Probleme, in die Partie zu finden. Allerdings kamen die Gäste schneller in den Rhythmus, während Alba bei den Rebounds öfter danebengriff und zu viele leichte Würfe vergab. Daraus resultierte ein Rückstand, der bis zu zehn Punkte betrug (15:25/10.). Dass das wenig bedeutet bei einem Team, das von sich überzeugt ist, zeigte ein 10:0-Lauf zum Ausgleich.
Debüt für Neuling O’Connell bei Alba Berlin
Als die Berliner die Partie im Griff zu haben schienen, ließen sie den MBC allerdings wieder davonziehen. Ein wenig wie ein Katz- und Maus-Spiel wirkte es zeitweise, was beide Mannschaften ablieferten. Das änderte sich erst in der zweiten Hälfte, als Alba beim Debüt des am Mittwoch verpflichteten Alex O’Connell den Halbzeit-Rückstand schnell wettgemacht hatte und sich in kleinen Schritten etwas absetzte.
Mit einer sehr aufmerksamen Arbeit in der Abwehr zwangen die Berliner die Gäste zu Fehlern, erlaubten ihnen keine guten Wurfoptionen und waren durch ihr vielseitiges Spiel in der Offensive nur schwer zu stoppen. „Man muss es schaffen, den Hebel umzulegen. In der ersten Halbzeit hat ein bisschen was gefehlt. Ich bin zufrieden, wie wir uns entwickeln“, sagte Delow, dessen Team nun auf Platz fünf der Tabelle vorgerückt ist, während der MBC die Spitze abgeben musste.



