Aus der Kabine drang lautes Klatschen. Viel war das Team von Alba Berlin zuletzt hin- und hergereist, hatte wenig Zeit für die Vorbereitung und zudem mit einem Virus zu kämpfen. Aber die Partie, für die die Mannschaft bereit sein musste, endete genau so, wie man es sich vorgenommen hatte. „Es war nicht einfach heute, wir sind glücklich“, sagte Sportdirektor Himar Ojeda nach dem 92:77 (54:34) gegen die Towers Hamburg.
Wenn man so will, fing mit Hamburg alles an. Oder besser in Hamburg. Das erste Spiel der Saison in der Basketball-Bundesliga (BBL). Alba kassierte ein deutliches 80:97. Was damals noch als Ausrutscher wahrgenommen wurde, entpuppte sich als Dauerzustand in einer Spielzeit, die die Berliner in dieser Form noch nicht kannten. Der Tabellenkeller wurde zum Tummelplatz für einen Klub, der an sich mit Bayern München die Spitze des deutschen Basketballs darstellt.
Alba Berlin trifft auf einen Gegner mit einer starken Serie
Insofern bot das Rückspiel gegen die Norddeutschen eine gute Gelegenheit, um ein paar Dinge geradezurücken. Dennoch lässt sich nicht unbedingt behaupten, dass die Leidenszeit hinter dem Team von Trainer Israel Gonzalez liegt. Zwar gehen die Verletzungen zurück, aber der Rhythmus kommt nur langsam wieder. Die Probleme sitzen tief und wiegen schwer. Doch wenn Alba die Niederungen der Tabelle verlassen und vor allem die Play-off-Region erreichen will, wird es Zeit, sie zu überwinden.
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Hamburg also, ein Startsignal? Die Hanseaten, als Zwölfter angereist in der Uber Arena, kamen immerhin mit einer Serie von fünf Siegen in BBL und Eurocup. Der Tabellen-15. musste zwei Niederlagen in der BBL wegstecken, zwei in der Euroleague. Unterschiedliche Vorzeichen, die in der Partie vor den 7442 Zuschauern schnell keine Rolle mehr spielten.
Das Team von Alba wusste, dass es sich keine Schwächen mehr erlauben darf, wenn die Saisonziele nicht in Gefahr geraten sollen. „Ich glaube, dass wir dementsprechend auch agiert haben“, sagte Jonas Mattisseck. Mit viel Schwung, aber noch ohne griffige Defensive fingen die Berliner an. Als sie die Abwehr mit gutem Positionsspiel verbesserten, bauten sie ihren Vorsprung kontinuierlich aus mit vielen Rebounds und ordentlichen Wurfquoten.
Alba zeigt sich in der Offensive sehr flexibel
Sowohl die Rückkehr des angeschlagenen Martin Hermannsson als auch der Einsatz von Michael Kessens (nicht spielberechtigt in der Euroleague) zahlten sich aus. Gonzalez hatte die Möglichkeit, gut zu rotieren. Obwohl manche Profis mit Infekten zu tun hatten. „Das zeigt sehr viel Einsatz und sehr viel Wille, einige haben sich durchgekämpft“, so Mattisseck. Alba präsentierte sich dennoch flexibel in der Offensive, kam gut in die Zone, traf aber ebenso sicher von außen.
Hamburg konnte sich der Dynamik der Berliner nicht entziehen. Bis auf 24 Punkte zog Alba davon (64:40/22.). Zwischenzeitlich schmolz der Vorsprung immer mal wieder, weil sich Ballverluste und ein paar schlechte Abschlüsse einschlichen. Doch das Team verlor nie komplett den Faden, nahm stets wieder den Schwung auf. Alba hielt die Hanseaten auf Distanz und überflügelte sie in der Tabelle.
Für den Sprung auf einen Play-off-Platz reicht das noch nicht. „Rostock ist extrem wichtig für uns. Das sind solche Spiele, wo wir bestätigen können, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Mattisseck, der schon an die nächste Aufgabe am Mittwoch dachte.



