Die letzten Minuten glichen einer Schlacht. Verbissen kämpfte Alba Berlin um jeden Punkt, verzweifelt bäumte sich der Zweite der Hauptrunde auf gegen die Niners Chemnitz, um den Fehlstart in das Halbfinale der Basketball-Bundesliga (BBL) noch zu vermeiden. Doch den Rückstand konnten die Berliner nicht mehr egalisieren. Vor 8147 Zuschauern in der Uber Arena verlor Alba 82:95 (32:44) und liegt damit in der „Best of five“-Serie 0:1 zurück.
Man durfte gespannt sein, wie sich die erste Play-off-Partie zwischen beiden Teams entwickeln würde. Schließlich hatten die beiden Spiele während der Punkterunde, die Alba gewann, einige Dissonanzen herbeigeführt. Die körperlich äußerst intensive und hin und wieder grenzüberschreitende Spielführung der Sachsen missfällt den Berlinern, was sie oft genug bekundet haben.
Alba kann die eigene Linie nicht umsetzen
Doch Trainer Israel Gonzalez war bewusst, dass man dies nicht zu sehr zum Thema machen durfte, weil dies von der eigentlichen Aufgabe ablenken könnte. Hart und smart müsse man spielen, so der Spanier, nicht hadern mit Schiedsrichterentscheidungen, den Fokus behalten gegen ein gut abgestimmtes Team, das es neben seiner zupackenden Verteidigung ebenso versteht, den Ball laufen zu lassen und zum Korb zu bringen.
Doch das umzusetzen, erwies sich als enorm schwierige Aufgabe. Zwar zeigten beide Kontrahenten lange ein ähnliches Niveau, viele Parameter lagen eng beieinander, was sich auch in vielen Führungswechseln äußerte. Doch schon am Ende des ersten Viertels zeichnete sich ab, dass es einige Dreier von Sterling Brown waren, die Alba im Spiel hielten. Ebenso wie einige Einzelaktionen von Johannes Thiemann.
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Der Rest des Teams trug offensiv wenig bei, die Point Guards Martin Hermannsson und Malte Delow konnten gegen die bewegliche Abwehr kaum zielgenaue Pässe spielen. Alba kam nur schwer zum Korb, lediglich sechs Zweier gelangen in der ersten Halbzeit. Während die Sachsen sich gegen die Defensive der Berliner immer wieder durchsetzten, stark zum Korb zogen und auch viele Offensivrebounds einsammelten.
Gegen Ende der ersten Hälfte brachte das Alba erstmals in Bedrängnis. In einer durch einige strittige Entscheidungen mittlerweile aufgeheizten Atmosphäre verlor der Zweite der Hauptrunde etwas die Nerven und kassierte einen 0:12-Lauf zum 32:44 (20.). Eine schwere Hypothek für die zweite Hälfte, zumal die Chemnitzer ihr Programm sehr souverän abspulten.
Nur Thiemann und Brown treffen verlässlich für Alba
Und dies auch weiterhin taten, während bei Alba weiter nur Thiemann und Brown offensiv in Erscheinung traten. Das allein aber genügte nicht, um den Abstand zu verringern. Den Berlinern fehlte es an Ideen, um gegen die starke Abwehr in den Spielfluss zu kommen. Dazu konnten sie sich unter den Körben zu selten behaupten, ihnen unterliefen viele kleine Fehler, was Chemnitz eiskalt ausnutzte. Zwar zeigten auch die Sachsen in der Schlussphase kurz Nerven, doch letztlich behielten sie die Kontrolle.
Das bescherte Alba die erste Niederlage in diesem Play-off. Wie sie damit umgehen, müssen die Berliner am Freitag zeigen, wenn sie in der Schmeling-Halle zum zweiten Halbfinal-Duell gegen die Niners antreten.


