Basketball

Alba triumphiert im Pokalfinale gegen Oldenburg

Alba Berlin hat sein Finaltrauma überwunden und mit dem 89:67 den zehnten Pokaltriumph geschafft. Entscheidend war das dritte Viertel.

Alba Berlin ist Deutscher Pokalsieger 2020 - der zehnte Pokaltriumph für die Hauptstädter.

Alba Berlin ist Deutscher Pokalsieger 2020 - der zehnte Pokaltriumph für die Hauptstädter.

Foto: dpa

Berlin. Aller guten Dinge sind sechs, oder besser: Nach den verlorenen Endspielen in Meisterschaft, Pokal und Eurocup in den vergangenen zwei Spielzeiten endete Albas Serie der verlorenen Finals gestern in der Mercedes-Benz Arena. Und zwar glanzvoll. Die Berliner gewannen zum zehnten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den deutschen Basketball-Pokal.

Dank einer überragenden zweiten Halbzeit bezwang Alba die Oldenburger Baskets mit 89:67 (40:43) und wurde von der überwiegenden Mehrheit des mit 14.614 Zuschauern ausverkauften Hauses bereits in den Schlussminuten mit stehenden Ovationen gefeiert. Erleichterung, Stolz und Freude pur bei der Mannschaft von Coach Aito Reneses. Auch er feierte ja im sechsten Anlauf seinen ersten Titel mit den Berlinern.

Alba trat wie erwartet ohne die Langzeitverletzten Stefan Peno, Tim Schneider und Makai Mason an. Dafür waren jedoch Kenneth Ogbe nach überstandener Gehirnerschütterung und Johannes Thiemann trotz lädierter Schulter erstmals wieder im Aufgebot. Da Thiemann Landry Nnoko auf der Centerposition unterstützen konnte, traf es Tyler Cavanaugh, der als siebter Ausländer pausieren musste.

1500 Fans kamen aus Oldenburg

Der Partie war von der ersten Sekunde an anzumerken, dass es um Sekt oder Selters ging. Auf beiden Seiten wurde verteidigt, als gäbe es kein Morgen. Wobei die Oldenburger anfangs deutliche besser trafen und auch reboundeten – sehr zur Freude ihrer rund 1500 Fans, von denen einige mit den elf von Sponsoren der Baskets bereitgestellten Bussen in die Hauptstadt gekommen waren.

Die Niedersachsen gingen allerdings auch deutlich rustikaler zu Werke, sodass Peyton Siva nach dem 13:18 mit vier Freiwürfen auf 19:20 (10.) verkürzen konnte. In der Folge bereitete den Hausherren weiterhin Braydon Hobbs große Probleme. Nach zwei Dreiern von ihm und einem von Philipp Schwethelm lag Alba, noch immer bei den Rebounds unterlegen, erneut mit 26:31 (14.) zurück.

Dass sich die Baskets abermals nicht deutlicher absetzen konnten, lag auch an den beiden Rückkehrern. Ogbe erhöhte mit Athletik und Energie für einige Minuten den Biss seines Teams, Thiemann glich per Dreier sogar zum 34:34 (17.) aus. Durch einen Dreier aus knapp zehn Metern von Tyler Larson mit Schlusssirene lag Alba zur Halbzeit dennoch mit 40:43 zurück. Die Trefferquote der Berliner aus dem Feld lag bis dahin bei mageren 41 Prozent (Oldenburg: 47%).

In der zweiten Halbzeit kam die Wende

Zu Beginn der zweiten Halbzeit legte Alba noch mal deutlich zu und war auch bei den Rebounds aggressiver. Und nicht zum ersten Mal bewahrheitete sich die alte Basketball-Weisheit, dass eine gute Defensive auch immer die Offensive beflügelt. Nach Dreiern von Jonas Mattisseck und erneut Siva sowie acht Punkten in Folge durch Rokas Giedraitis (55:49/26.) waren die Oldenburger erstmals erkennbar beeindruckt. Bis zum Ende des dritten Viertels erhöhten Markus Ericsson und Kapitän Niels Giffey auf 65:51. Nur noch zehn Minuten lagen zwischen den Berlinern und dem so innig herbeigesehnten Ende der Titel-Dürre.

Um es vorwegzunehmen. Albas Triumph geriet nicht mehr in Gefahr, im Gegenteil: Die Berliner dominierten ihren Gegner mit dem Dauerapplaus der eigenen Fans im Rücken von Angriff zu Angriff und Verteidigung zu Verteidigung immer klarer, was auch an der Körpersprache der Oldenburger abzulesen war. Spätestens nach den Dreiern von Ericsson und Martin Hermannsson zum 77:62 (35.) war der Widerstand der Baskets gebrochen.

Faire Verlierer aus Oldenburg

Die Titel-Party begann, und die Youngster Malte Delow und Lorenz Brenneke durften den Sieg nach Hause spielen. Hermannsson hatte 20 Punkte zum Ende der einstmals unerfreulichen Finalserie beigetragen, Giedraitis 13, Ericsson und Siva jeweils zwölf und Nnoko elf – eine geschlossene Mannschaftsleistung also.

„Gratulation an Alba, sie waren besser heute, wir haben verdient verloren“, zeigte sich Oldenburgs Rasid Mahalbasic als fairer Verlierer. Oldenburgs Rickey Paulding meinte: „Es tut weh, wir wollten gewinnen, aber Alba war besser. Sie kamen im dritten Viertel richtig gut, da kamen wir nicht gegen an“. Albas Peyton Siva freute sich: „Wir wussten, dass es eine harte Partie werden würde, aber wir haben gut dagegengehalten.“

Alba-Manager Marco Baldi sagte: „Die Mannschaft ist sehr leidenschaftlich und sehr homogen, da war Druck drauf, und irgendwann habe sie sich freigespielt, Ich freue mich wahnsinnig für die Mannschaft.“

Es wäre nur allzu verständlich, wenn Alba diesen Triumph eine Woche lang durchfeiern würde, aber genau das wird der Terminkalender verhindern, denn bereits am Donnerstag (18 Uhr, Magentasport) tritt das Team zum 25. Spieltag der Euroleague in St. Petersburg an. Die Oldenburger, die sich als faire Verlierer präsentierten, haben jede Menge Zeit, dieser Niederlage nachzuhängen. Für sie geht es erst am übernächsten Sonntag in der Bundesliga mit einem Gastspiel beim FC Bayern weiter.