Basketball

Was Alba von seinen Neuen erwartet

Alba hat nur drei Spieler für die neue Saison verpflichtet. Aber Makai Mason, Tyler Cavanaugh und Marcus Eriksson werden wichtig sein.

Einer für den Aufbau, einer fürs Abräumen: Makai Mason (l.) und Tyler Cavanaugh müssen sich an Europa aber erst noch gewöhnen.

Einer für den Aufbau, einer fürs Abräumen: Makai Mason (l.) und Tyler Cavanaugh müssen sich an Europa aber erst noch gewöhnen.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Selten hat es nach einer Saison so wenige Veränderungen an einem Alba-Kader gegeben. Gegangen sind Dennis Clifford (nach Aleksandrovac/Bosnien), Joshiko Saibou (Bonn), Derrick Walton Jr. (L.A. Clippers), Bennet Hundt (Göttingen) und Franz Wagner (University of Michigan). Gekommen sind dafür Tyler Cavanaugh (Utah Jazz), Marcus Eriksson (Gran Canaria) und Makai Mason (Baylor University). „Es ist gut für die Identifikation mit den Fans, wenn nicht immer zehn Spieler ausgetauscht werden“, sagt Trainer Aito Reneses.

Kapitän Giffey: „Eriksson ist eine Waffe“

Am leichtesten bei der Eingewöhnung, das zeigte sich auch in den Vorbereitungsspielen, tat sich wenig überraschend Marcus Eriksson (25 Jahre/2,01 Meter). Der Schwede kennt Europa bestens, spielte einige Jahre in der spanischen Liga, dort zuletzt für CB Gran Canaria. In der vergangenen Saison trat dieser Klub in der Euroleague an, und Eriksson festigte dabei sein Image als veritabler Scharfschütze. 41,5 Prozent seiner Distanzwürfe landeten im Ziel, sogar 31 von 33 Freiwürfen. Er kam auf 10,4 Punkte im Schnitt. „Als Shooter ist Marcus eine gute Waffe für uns“, sagt Kapitän Niels Giffey. Eriksson hat einen Vierjahresvertrag.

Große Erwartungen haben die Berliner an Tyler Cavanaugh (25/2,06). „Wir werden sicher viel Freude an ihm haben“, glaubt Sportdirektor Himar Ojeda, der auf die Verpflichtung des 50-maligen NBA-Spielers besonders stolz ist. 39 Mal trug der kräftige Power Forward das Trikot der Atlanta Hawks, elf Mal jenes der Utah Jazz. Dort konnte er sich trotz seiner Wurfqualitäten allerdings nicht durchsetzen und kam vor allem für das Farmteam Salt Lake City Stars zum Einsatz. 18 Punkte im Schnitt, dazu acht Rebounds sind eine gute Visitenkarte. Cavanaugh gibt aber ehrlich zu, dass er sich an Europa gewöhnen muss, wo er zuvor nie in seinem Leben war. „Alles ist neu“, sagt er, „der Klub, der Spielstil im Basketball, die Sprache. Ich lerne jeden Tag.“ Er hat einen Vertrag bis 2020.

Deutscher Nationalspieler, der nicht Deutsch spricht

Nicht anders geht es Makai Mason (24/1,85). Er ist deutscher Nationalspieler (15 Einsätze), spricht aber kein Wort Deutsch, weil schon seine Mutter als Kind in die USA übersiedelte und er dort aufwuchs. Seine Karriere verbrachte er bisher ausschließlich am College, zunächst in New Haven, wo ihn eine Verletzung eine ganze Saison kostete, danach in Waco/Texas, wo er für die Baylor University in seinem Abschlussjahr mit 15 Punkten im Durchschnitt sehr gute Leistungen zeigte. Er berichtet ähnlich wie Cavanaugh, zunächst einmal „viel lernen zu müssen. Ich versuche, dem Team zu helfen, wie ich kann“. Mason unterschrieb für zwei Jahre in Berlin.

„Für Marcus ist es etwas einfacher, denn er hat schon in Europa gespielt“, sagt Reneses, „für Tyler und Makai ist es schwerer. Aber sie passen sich an, und sie machen das gut. Wir müssen trotzdem Geduld haben“, wünscht sich der Alba-Trainer. Er hat ja auch noch weitere Spieler zu integrieren, die in dieser Saison mehr oder weniger zu Einsätzen für Alba kommen werden: die Youngster Kresimir Nikic (20/2,13), Lorenz Brenneke (19/2,04) und Malte Delow (18/1,94). Sie spielen vor allem für Kooperationspartner Lok Bernau in der dritten Liga.

Youngster Delow hat Coach Aito überrascht

„Lorenz entwickelt sich gut, er ist schon ein Jahr bei uns“, sagt Reneses, „Kresimir ist ein großes Talent, aber er muss kräftiger werden.“ Von Delow, sagt der Spanier, sei er überrascht: „Ich hatte nicht erwartet, dass er seine Sache auf Anhieb so gut machen würde.“ Vielleicht schafft da über kurz oder lang ein weiteres großes Talent den Sprung in den Alba-Kader.