Alba Berlin

Sikma verlängert bei Alba bis 2023

Vor der Meisterschafts-Finalserie gegen München vermeldet Alba Berlin eine wichtige Personalie: Luke Sikma bleibt für weitere vier Jahre.

Fan-Liebling: Luke Sikma bleibt Alba Berlin bis 2023 erhalten.

Fan-Liebling: Luke Sikma bleibt Alba Berlin bis 2023 erhalten.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Noch vor einer Woche hatte Sportdirektor Himar Ojeda im Interview mit der Berliner Morgenpost auf die Frage, ob es stimme, dass er den Vertrag mit Luke Sikma bereits um vier Jahre verlängert habe, geantwortet, er sei „sehr optimistisch“, seinen Leistungsträger weiterhin an Alba Berlin zu binden. Das war wahrscheinlich schon zu diesem Zeitpunkt leicht untertrieben. Denn Berlins Basketballklub gab genau das jetzt bekannt.

126 Spiele in Folge für Alba

Sikma, 2,02 Meter groß und 29 Jahre alt, unterschrieb noch vor dem Meisterschaftsfinale gegen den FC Bayern, das am Sonntag (18 Uhr, Sport1 und Magentasport) mit dem ersten von maximal fünf Spielen in München beginnt, bei Alba gleich bis zum Ende der Saison 2022/23. Außerdem wurde bekanntgegeben, dass Assistenztrainer Thomas Päch (36) Berlin verlassen und neuer Cheftrainer der Baskets in Bonn wird.

Er habe sich „vom ersten Tag an bei Alba und in Berlin sehr wohlgefühlt“, erklärte Sikma, der im Sommer 2017 vom spanischen Meister Valencia nach Berlin gekommen war und erst kurz vor dem Play-off-Start dieser Saison Ende April nach 126 Spielen in Folge erstmals geschont wurde. „Der Klub hat große Ambitionen und zuletzt eine tolle Entwicklung hingelegt, weswegen es für mich logisch war, meinen Vertrag hier zu verlängern“, sagt Sikma der in seiner ersten Saison für Alba als „Wertvollster Spieler“ (MVP) der Bundesliga geehrt wurde.

Hoffnung auf einen Domino-Effekt

In der aktuellen Spielzeit wurde ihm im Eurocup die gleiche Ehre zuteil. Ihm gefalle auch „die Philosophie sehr, junge Spieler zu entwickeln und gleichzeitig Kontinuität im Kader zu haben. Ich genieße es, jeden Tag zum Training zu kommen“. Obwohl mit der Finalserie gegen die Bayern der absolute Saisonhöhepunkt noch bevorsteht, freue er sich „schon jetzt darauf, mit den Jungs in der nächsten Saison in der Euroleague zu spielen“.

Gut möglich, dass Sikmas frühe Unterschrift bei „Jungs“ wie beispielsweise Peyton Siva, Joshiko Saibou oder auch Kapitän Niels Giffey, deren Verträge zum Saisonende auslaufen, einen Wenn-der-bleibt-bleib-ich-auch-Effekt auslösen könnte. Für Ojeda jedenfalls ist „die Vertragsverlängerung von Luke ein wichtiges Zeichen“.

Statistiken eines Top-Spielers

Auch Sikma selbst hofft „auf einen Domino-Effekt“. Das Zeichen, das er jetzt gegeben habe, sei „Ausdruck des Wir-Gefühls unserer Mannschaft. Ich glaube, dass nicht nur ich den Wunsch habe, diese Gruppe zusammenzuhalten“. Und, ergänzt Sikma lachend, er wisse schon, „dass es jetzt keine Ausrede mehr gibt, nicht zumindest ein bisschen besser Deutsch zu sprechen“.

Sikma kam in dieser Saison in Bundesliga (39 Spiele) und Eurocup (24) im Schnitt auf rund elf Punkte, sechs Rebounds, über vier Assists und anderthalb Steals pro Spiel. Statistiken eines „Top-Level-Spielers“, wie Ojeda sagt. Mit denen hätte Sikma „natürlich zahlreiche lukrative Optionen für einen Wechsel zu anderen Klubs gehabt. Dass er diese ausschlägt und bei uns bleibt, zeigt, wie sehr er an unseren Weg und unsere Entwicklung glaubt“, erklärt Albas Sportdirektor weiter. Die Laufzeit des Vertrags zeige sowohl „Lukes Wunsch, sich uns zu verpflichten und unseren Wunsch, Luke langfristig bei uns zu haben“.

Päch wechselt zu den Bonner Baskets

Dass Thomas Päch den Verein verlassen würde, war in den vergangenen Wochen bereits mehr als ein Gerücht. Bloß den neuen Arbeitgeber hatte niemand auf der Rechnung. Viele waren sich sicher, dass er Cheftrainer in Ulm, einige, dass Braunschweig sein neuer Klub werden würde. Geworden ist es Bonn, eine kontinuierlich anerkannte Topadresse im deutschen Basketball, knapp unter dem Toplevel der beiden Finalisten FC Bayern und Alba. „Wir freuen uns für Thomas, dass er nun den nächsten Schritt macht. Er ist ein exzellenter Trainer, von dem ich glaube, dass er als Headcoach sehr erfolgreich sein wird“, gibt ihm Ojeda mit auf den Weg an den Rhein.

Päch war 2010 nach fünf Jahren in Albas Nachwuchsbereich mit Henrik Rödl nach Trier gegangen und hatte dort dem heutigen Bundestrainer bis 2015 assistiert. Nach seiner Rückkehr zu Alba arbeitete er erst unter Sasa Obradovic, dann unter Ahmet Caki und seit 2017 unter Aito Reneses.

Päch hinterlässt eine Lücke in Berlin

Dass der Schritt zum Chef nur eine Frage der Zeit sein würde, war spätestens klar, nachdem sich Alba vor zwei Jahren kurz vor dem Play-off von Caki getrennt hatte und Päch die Saison in nur kurzer Zeit zu einem guten Ende führte. Er wird in Berlin ganz sicher eine Lücke hinterlassen, aber damit kann Ojeda leben: „Schließlich gehört es nicht nur zu unserer Philosophie, Spieler besser zu machen, sondern auch Trainer. Wir sind sehr stolz, ihn bei uns entwickelt zu haben und wünschen ihm viel Erfolg.“