Alba Berlin

Wagner möchte bei Alba bleiben

Franz Wagner ist der beste Nachwuchsspieler der Basketball-Bundesliga. Er hofft auf einen Profivertrag bei Alba Berlin.

Strahlemann Franz Wagner (l., mit Joshiko Saibou): Der 17-Jährige ist bei Alba schon ein wichtiger Spieler.

Strahlemann Franz Wagner (l., mit Joshiko Saibou): Der 17-Jährige ist bei Alba schon ein wichtiger Spieler.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Einer strahlte bei Alba Berlin nach dem 110:98-Heimsieg gegen die Telekom Baskets Bonn besonders. Franz Wagner durfte sich nicht nur über den wichtigen Erfolg freuen, er wurde vor der Partie auch von der Liga als „bester U22-Nachwuchsspieler“ ausgezeichnet. Dabei ist Wagner noch immer erst 17 Jahre alt. „Das macht mich stolz, weil sich die harte Arbeit auszeichnet“, sagte er.

Auszeichnung auch für den Klub

Der gebürtige Berliner schaffte bereits vor einem Jahr den Sprung aus der eigenen Jugend zu den Profis und ist mittlerweile fester Bestandteil des Basketball-Bundesligisten. „Es ist auch eine Auszeichnung und Bestätigung für unseren Weg, junge Spieler aus der Jugend aufzubauen“, sagte Sportdirektor Himar Ojeda stolz. Viel Lob gab es vom Spanier für die große Basketball-Nachwuchshoffnung: „Er hat viel Talent. Er arbeitet hart und will sich immer verbessern.“

Franz Wagner profitierte zuletzt vor allem von dem straffen Spielplan der Berliner. „Das kam mir zugute, dass ein paar Jungs Pausen brauchten“, sagte er. Jetzt, wo Martin Hermannsson und Niels Giffey ihre leichten Blessuren überstanden haben, wird die Luft wieder enger.

Bruder Moritz hat bei einigen Spielen zugeschaut

Noch zwei Spiele hat Alba bis zum Play-off-Start zu absolvieren. Am Freitag daheim gegen die Eisbären Bremerhaven (20.30 Uhr) und am Sonntag bei den Riesen Ludwigsburg (18 Uhr).

Sportlich geht es um nichts mehr, Alba steht als Tabellendritter fest. „Es wäre aber nicht gut schon jetzt ans Play-off zu denken“, warnte Wagner. Der 17-Jährige will auch dann ein wichtiger Teil des Teams sein. „Ich weiß, dass es nicht genau so weitergehen wird, aber ich hoffe, dass ich noch einige Minuten sehen darf“, sagte er.

Sein älterer Bruder Moritz, der über Ostern bei einigen Heimspielen zusah, wird dann nicht da sein. Er ist zurück in die USA gereist, wo er sich auf seine zweite Saison mit den Los Angeles Lakers in der nordamerikanischen Profiliga NBA vorbereitet. Der große Bruder ist für Franz nicht nur Vorbild, sondern auch Ratgeber.

Auf lange Sicht heißt das Ziel NBA

„Wir reden, was man abseits des Spiels machen kann. Also eher mentale Dinge“, erzählte der jüngere Wagner-Bruder. Dabei hat er ihm eines schon voraus: Im April 2018 debütierte Franz Wagner als jüngster Spieler in Albas Bundesliga-Historie. Und löste damals Moritz ab.

Perspektivisch will er seinem Bruder auch in die USA folgen. „Es ist kein Geheimnis, dass jeder Spieler mal in die NBA will. Wenn ich irgendwann die Chance habe, will ich das auch machen“, verriet er. Nur den Zeitpunkt lässt er noch offen: „Ich bin da sehr geduldig.“ All zu weit will er noch gar nicht in die Zukunft schauen, „sonst denkt man, man ist schon irgendwo, wo man noch gar nicht ist“, sagte er nach der Auszeichnung am Mittwochabend.

Wagner hofft, dass Alba ihn halten will

Über die nahe Zukunft denkt Franz Wagner aber schon „pausenlos“ nach. Gespräche über einen Vertrag für die kommende Saison gab es noch nicht. „Das müssen wir jetzt mal machen“, sagte er, „ich hoffe, sie wollen mich behalten“. Eine Lösung scheint greifbar, denn auch Alba möchte seinen Youngster gern halten. „Wir werden zeitnah Gespräche führen“, kündigte Ojeda an.