Als der Basketballklub Alba Berlin vor einigen Jahren begann, sich auch im weiblichen Bereich zu engagieren, da ging es den Verantwortlichen zunächst vor allem um die Förderung des Nachwuchses. Niemand im Verein erwartete, dass die „Albatrosse“ bei den Frauen allzu bald in der Bundesliga mitmischen könnten. Doch die Jugendspielerinnen wurden nicht nur älter, sondern mit der Zeit auch immer besser. Zuletzt gewann die Mannschaft die Meisterschaft in der Regionalliga und schaffte den Aufstieg in die zweite Liga.

Die Alba-Frauen sind damit im semiprofessionellen Basketball angekommen. „Das kann den Frauenbasketball in der Stadt auf ein ganz neues Level befördern“, sagt Ex-Nationalspielerin Ireti Amojo. Der Name Alba Berlin sei im deutschen Basketball ein Begriff, bislang jedoch hauptsächlich bei den Männern. „Unser Ziel ist es, Alba jetzt auch bei den Frauen auf die Landkarte zu packen“, sagt Amojo.

Das kurzfristige Ziel ist der Klassenerhalt

Am vergangenen Mittwoch siegten die Berlinerinnen deutlich in Mainz. An diesem Sonnabend (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle B) heißt der Gegner im ersten Heimspiel Bad Homburg, einer der Favoriten auf den Staffelsieg. Der Verein hat mehrere starke Ausländerinnen unter Vertrag, wohingegen Alba gänzlich ohne Importspielerinnen auskommt. Ireti Amojo sagt: „Wir haben keine Angst. Die Mädels denken darüber gar nicht groß nach. Die wollen einfach nur Basketball spielen.“

Die 28-Jährige ist neben Noémie Rouault (23), die ebenfalls schon erstklassig spielte und gegen Mainz mit 22 Punkten glänzte, eine der wenigen erfahrenen Spielerinnen im Kader, in dem mit Meret Kleine-Beek auch eine aktuelle U18-Europameisterin steht. Im Vorjahr spielte Amojo noch für den TuS Lichterfelde, der sich nach der Saison jedoch aus der zweiten Liga zurückzog. Den Platz hat nun Alba eingenommen. Offiziell spricht man im Klub nur vom Klassenerhalt, doch langfristig formuliert Ireti Amojo ganz andere Ziele. „Es war immer unser Traum, dass es in Berlin wieder einen Erstligisten gibt“, sagt sie. Trainer Moritz Schäfer meint: „Wir wollen unseren Weg konsequent weitergehen.“ Zuletzt spielten in den 1990er-Jahren City Basket und Wemex Berlin im Oberhaus. Wemex schaffte es einst sogar ins Finale um die deutsche Meisterschaft und in den Europapokal, ehe der Klub nach dem Rückzug des Hauptsponsors bankrott ging.