Basketball

Alba kehrt zu einem Erfolgsrezept zurück

Alba hat wieder einen Kooperationspartner: Beim SSV Lok Bernau sollen die Berliner Talente zum Einsatz kommen.

Ismet Akpinar wechselte einst aus Hamburg nach Berlin. In seinem dritten Jahr wurde er zum Alba-Stammspieler, davor musste er in der Regionalliga ran

Ismet Akpinar wechselte einst aus Hamburg nach Berlin. In seinem dritten Jahr wurde er zum Alba-Stammspieler, davor musste er in der Regionalliga ran

Foto: Soeren Stache / picture alliance / dpa

Berlin.  Bei Alba Berlin werden derzeit in schneller Abfolge Weichen neu gestellt. Am Montag wurde mit Ahmet Caki ein neuer Cheftrainer verpflichtet, am Mittwoch der neue US-Spielmacher Peyton Siva. Jetzt kehrt der Verein zu einem Modell zurück, das sich in ähnlicher Form über Jahre bewährt hatte, dann aber beendet wurde, weil Alba seine Jugendarbeit komplett in die eigenen Hände nahm: zur Kooperation mit einem unterklassigen Klub.

Lok Bernau ist gerade in die Pro B aufgestiegen

Eine solche Zusammenarbeit, die mit dem TuS Lichterfelde einst sehr fruchtbar war, will der achtmalige Deutsche Meister künftig mit dem SSV Lok Bernau wieder aufleben lassen, der gerade in die Pro B aufgestiegen ist. Das ist die dritthöchste Spielklasse. „Von dieser Kooperation profitieren beide Seiten“, sagt Alba-Sportdirektor Himar Ojeda, „Perspektivspieler unseres Programms können wichtige Erfahrungen auf einem anspruchsvollen Herren-Niveau sammeln, während Lok Bernau neue potenzielle Leistungsträger für sein Pro-B-Team erhält.“ Diesem Gedanken kann jeder leicht folgen. Die Frage ist nur, warum er nicht längst umgesetzt wurde?

Der Spanier Ojeda, seit Anfang des Jahres bei Alba im Amt, ist die treibende Kraft gewesen, es zu tun. Die deutschen Basketball-Talente schauen sich heute genau an, wo sie ihren nächsten Karriereschritt machen wollen. Viele, wie die Berliner Niels Giffey, Maodo Lo oder zuletzt Moritz Wagner, gehen für vier Jahre auf ein US-College, nicht zuletzt, um eine neue Kultur und Sprache kennenzulernen. Andere folgen dem finanziell besten Angebot, wieder andere suchen sich einen Verein aus, wo ihnen viel Spielzeit zugesagt wird. Das darf zu Beginn auch gern bei einem Partnerklub in der zweiten Liga sein. Albas Talente wurden bisher in der viertklassigen Regionalliga eingesetzt.

Junge Spieler machten Bogen um Berlin

Viele junge Spieler machten deshalb einen Bogen um Berlin, etwa Johannes Voigtmann, der in Frankfurt unterschrieb und jetzt weiterzieht in die spanische Liga zu Laboral Kutxa Vitoria. Auch für Talente wie Daniel Theis (erst Ulm, dann Bamberg) oder jüngst den 18-jährigen Hamburger Louis Olinde (Baskets Bamberg) war Alba nicht die erste Option. Vielleicht wird Berlin nun wieder attraktiver für Spieler wie sie.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.