Alba Berlin hat auch die Hürde bei den Bremerhavener Eisbären genommen. Keine 48 Stunden nach dem 80:70-Triumph gegen den FC Barcelona zum Auftakt der Top 16 in der Europaliga taten sich die Berliner nur anfangs schwer, gewannen am Ende dann aber souverän mit 95:75 (42:39).

„Zufrieden“ sei er schon, gestand Kapitän Alex King nach der Partie erleichtert. „Jetzt ist es aber wichtig, gut zu regenerieren, dann weiter zu arbeiten und zu versuchen, noch besser zu werden.“

Die Folgen des Kraftakts gegen den FC Barcelona waren zu spüren. Nur 39 Stunden und eine Busfahrt später zeigte Albas ganz offensichtlich müde Mannschaft die bekannten Symptome. Sie war in der Abwehr den berühmten halben Schritt zu langsam, im Angriff zu ungeduldig und unkonzentriert. Eigentlich für ein Team von Sasa Obradovic unvorstellbar: zweimal landete ein Einwurf der Berliner direkt in den Armen des Gegners.

Albas Coach hatte aber noch mehr Gründe, an der Seitenlinie impulsiv aufzutreten. Während sein Team wie gewohnt eher aus der Nahdistanz den Korberfolg suchte, taten es die Bremerhavener per Dreier. Erst trafen Tyrus McGee, Lorenzo Williams und Myles Hesson, dann legte Sven Schultze, in der vergangenen Saison noch Albas umjubelter Kapitän, für die Gastgeber nach – die Berliner lagen 14:21 (11.) zurück.

Der Muskelkater ist weg

In diesem Moment schien der Muskelkater vom Barcelona-Spiel bei den Berlinern abgebaut gewesen zu sein. Sie zogen in der Verteidigung an und erspielten sich im Angriff cleverer ihre Chancen. Kapitän King glich mit seinem zweiten Dreier zum 31:31 (17.) aus, Alba ging mit einer knappen Führung (42:39) in die Halbzeit.

Drei Punkte Vorsprung sind im Basketball nichts, auch nicht sieben, wie die anfängliche Führung der Gastgeber bewies. Obradovics Männer hatten bis tief ins dritte Viertel Mühe, die Eisbären, die von Ex-Alba-Spieler und -Coach Calvin Oldham trainiert werden, gerade so auf Distanz zu halten. Nach einem Dreier von Moses Ehambe lag Alba erneut mit 57:58 zurück (29.).

Was dann folgte, lässt sich wohl am besten mit Lehrstunde beschreiben. Die Berliner antworteten mit einer 22:2-Serie, „bestraften jeden kleinen Fehler und jeden Ballverlust“, wie Schultze anerkennend zugeben musste. Die Partie war bei 79:60 (36.) entschieden, spätestens, und der Weg frei für die Youngster. Ismet Akpinar, 19, gelangen noch vier Punkte. Martin Seiferth, 24, der sich zu Saisonbeginn die Hand gebrochen hatte, machte seine ersten Alba-Punkte überhaupt.

Mit Marko Banic (14), King, Reggie Redding (je 13), Leon Radosevic, Cliff Hammonds (je 12) und Jamel McLean (11) punkteten gleich sechs Alba-Spieler zweistellig. McLean blockte noch dazu fünf gegnerische Würfe. Ein erneuter und imposanter Beleg dafür, dass ihn Redding das „Biest“ nennt.

TheBre