In der neuen Basketball-Saison geben sich die Meister in der O2 World nahezu die Klinke in die Hand. Zuerst war mit Bayern München der Deutsche Meister zum Champions Cup bei Alba zu Gast, die Berliner gewannen die Partie mit 76:68. Dann schlugen sie sensationell den Meister der nordamerikanischen Profiliga NBA, die San Antonio Spurs, mit 94:93. Am Donnerstag (20 Uhr) nun haben sie mit Maccabi Tel Aviv den Champion der vergangenen Europaliga-Saison vor der Brust. Irgendwie fällt einem dabei ein, dass ja aller guten Dinge drei sind.
Dritte Niederlage droht
Allerdings droht Alba in Europas Königsklasse am dritten Spieltag auch die dritte Niederlage. Dem am Ende klaren 68:84 in eigener Halle gegen ZSKA Moskau zum Auftakt folgte am vergangenen Freitag in Malaga eine frustrierende 84:87-Niederlage in letzter Sekunde. Das Lospech wollte es, dass die Berliner gleich zu Beginn gegen die drei Schwergewichte der Gruppe antreten müssen. „Das erschwert natürlich unseren Start in die Euroleague. Auch gegen den Titelverteidiger Maccabi haben wir nichts zu verlieren“, sagt Sasa Obradovic, der weiß, dass eine Woche später mit CSP Limoges (7.11., 20 Uhr, O2 World) und danach auswärts bei Cedevita Zagreb (14. 11., 19.30 Uhr) vermeintlich schlagbare Gegner warten.
Was allerdings nicht bedeutet, dass Maccabi einfach durchgewinkt wird. „Es muss unser Ziel sein, ein gutes Spiel zu spielen und auf unsere Tugenden und unsere Verteidigung zu setzen“, fordert Albas Coach. Eine gute Leistung gegen den Champion würde natürlich „das Selbstvertrauen vor den Spielen gegen die kommenden Konkurrenten stärken“.
Center Schortsanitis hat abgenommen – wiegt aber noch 150 Kilo
Mit Maccabi kommen gleich mehrere bemerkenswerte Spieler nach Berlin. Zum einen der 2,06 Meter große Center Sofoklis Schortsanitis, auf den noch immer das Prädikat „quadratisch, praktisch gut“ zutrifft, obwohl er nach einer erfolgreichen Fastenkur nur noch gute 150 Kilogramm wiegt. Und da wäre auch noch Brian Randle, der bislang in der Europaliga mit 14 Punkten pro Spiel Tel Avivs Topscorer ist und zudem durchschnittlich fünf Rebounds holt. Zur Erinnerung: Randle gab vor zwei Jahren ein kurzes Gastspiel bei Alba, nachdem sich Nathan Peavy schwer verletzt hatte. Er musste dann aber nach nur zwei Einsätzen in der Euroleague wegen einer entzündeten Plantarsehne im Fuß für den Rest der Saison passen.
Von den bisherigen acht Duellen gegen den 51-maligen israelischen Meister konnte Alba nur eines gewinnen. Unschlagbar ist der Titelverteidiger allerdings nicht. In Moskau verlor Maccabi vergangene Woche mit 80:99. Sicherlich seien die Israelis wieder „ein großer und richtig schwerer Gegner“, sagt Alex Renfroe, der erst nach der Verletzung von Jonathan Tabu nach Berlin kam und aus dem Stand zum Leistungsträger wurde. „Ich sehe aber, dass wir von Spiel zu Spiel besser werden. Wir werden trotzdem alles versuchen, um in eine Situation zu kommen, dieses Spiel zu gewinnen.“ Schließlich kennen sich er und sein Team mit Meistern aus. Und aller guten Dinge sind drei.
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