Kommentar

Macher von Alba Berlin benötigen eine neue Vision

Früh wie seit 20 Jahren nicht mehr sind Berlins Basketballer im Titelkampf gescheitert. Spieler- und Trainerwechsel sind jetzt aber nicht das Wichtigste. Auch die Klubchefs müssen sich hinterfragen.

Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts/Getty Images

Reichlich unqualifiziert hatte Uli Hoeneß im März die O2 World schlecht geredet, in München würde bald eine bessere Arena entstehen (anders als in Berlin dann aus Steuergeldern finanziert übrigens).

Bei den Anschutz-Managern hat er sich danach leise dafür entschuldigt, doch nun erlegten die Albatrosse ihrer Heimstätte selbst den schwersten Makel auf: Die Arena erlebte in diesem Jahr nur ein Play-off-Spiel des Basketballteams.

Letztmals gab es das im Jahr 1993, in einer Zeit also, als der Verein noch in der Sömmeringhalle spielte. Und es war nun schon das zweite Erstrunden-Aus in Serie, die Meisterschaft gewann Alba letztmals 2008. Die Niederlage tut aber nicht nur deshalb so weh. Es war ja klar, dass da in München ein starker nationaler Rivale erwächst, gegen den man auch mal verlieren wird.

Pokalsieg und Euroleague-Erfolge zählen auch etwas

Eher deswegen, weil es so viel Positives gab in dieser Saison: den Pokalsieg, das Erreichen der Zwischenrunde in der Euroleague samt den ersten historischen Erfolgen dort und einen großen Zuschauerzuwachs. Aber seit Ende März geriet man in einen Abwärtstrend, den keiner mehr stoppen konnte.

Warum nicht? Es war nicht nur Verletzungspech, auch wenn es davon reichlich gab. Aber die Nachverpflichtung des angeschlagenen Traoré war eben sehr risikoreich, zudem fehlt ausgerechnet der früheren Talentschmiede schon seit längerem der nötige Unterbau an deutschen Top-Spielern, um solche Phasen abfangen zu können.

Die Eisbären haben so etwas, Hertha baut es sich gerade auf, Volleys, Füchse sowieso. Und allesamt haben damit auch den Erfolg, den Profisport in dieser Stadt unbedingt braucht.

Man muss Dingen auch Zeit geben

Alba muss sich das wieder aufbauen, dabei ist vor allem eine Vision bei den Machen gefragt. Und auch die nötige Konstanz: Fast jedes Jahr den halben Kader und oft den Trainer zu tauschen (auch diesmal hat nur Heiko Schaffartzik schon für nächste Saison alles geklärt), führt selten zu Großem.