Alba Berlin geht als Tabellenvierter der Vorrundengruppe B und mit großen personellen Sorgen in die Top 16 der Basketball-Europaliga.
Der ersatzgeschwächte achtmalige Deutsche Meister unterlag am Donnerstagabend in der O2 World trotz einer starken kämpferischen Leistung Unicaja Malaga in seinem vorletzten Rundenspiel mit 63:74 (35:36) und könnte sich selbst mit einem Sieg in der nächsten Woche bei Maccabi Tel Aviv nicht mehr verbessern.
Doch viel schlimmer als die Niederlage: Vule Avdalovic verdrehte sich eineinhalb Minuten vor dem Ende das Knie und wurde von seinen Teamkollegen vom Spielfeld getragen. Die bittere Diagnose: Das vordere Kreuzband und das Innenband sind kaputt, für den 31 Jahre alten Serben ist die Saison damit beendet.
Die erste Hiobsbotschaft gab es schon vor dem Spiel für die Alba-Fans. Mit Heiko Schaffartzik war ein weiterer Spielmacher gar nicht in der Arena am Ostbahnhof, sondern lag daheim mit einer fiebrigen Erkältung im Bett.
Center Deon Thompson, der beim Bundesligasieg gegen Bayern München umgeknickt war, konnte seiner Mannschaft ebenfalls nicht helfen und schaute zu.
Ausgerechnet diese Beiden – sie waren beim 62:67 im Hinspiel in Andalusien die einzigen Berliner gewesen, die zweistellig gepunktet hatten. Ob sie am Sonntag beim Punktspiel in Gießen wieder einsatzbereit sind, ist ungewiss. Die Hoffnungen, den fünften Saisonsieg in der Europaliga einzufahren, erhielten damit schon vorab einen herben Dämpfer.
Konzentration nach glänzendem Start nachgelassen
Doch auch die acht restlichen Berliner, die Trainer Sasa Obradovic in seine Rotation nahm, kämpften wacker. Sie hatten sogar einen glänzenden Start, führten schnell 11:1 (4. Minute) und zehrten lange von diesem Vorsprung, der sie fast durch die komplette erste Hälfte trug. Auf der anderen Seite wechselte Coach Jasmin Repesa unzufrieden seine Startformation rasch aus. Zu wenig Intensität, in der Defensive zu unaufmerksam gegen die auch im Rebound stark auftrumpfenden Gastgeber – der Kroate war sauer.
Erst allmählich kam Malaga besser in seinen Rhythmus, vor allem mit Dreipunktewürfen immer näher heran und ging kurz vor der Pause erstmals seit dem 1:0 wieder in Führung. Bei Alba nahmen nun die Ballverluste deutlich zu, es waren am Ende 22 und damit mehr als doppelt so viele wie üblich. Da war zu sehen, dass es noch manche Unstimmigkeiten im Zusammenspiel gibt, wenn Obradovic häufiger gezwungen ist, Stammkräfte zu ersetzen. Und es war ebenso zu spüren, dass die Kräfte und damit die Konzentration allmählich nachließen.
Malaga kontert eiskalt
Nach der Halbzeit kam Alba dennoch frischer aus der Kabine, profitierte in dieser Phase auch vom frühen fünften Foul des Malaga-Guards Krunoslav Simon. Die Gastgeber zogen unter dem Jubel der knapp 8000 Zuschauer sogar mit 49:41 davon. Aber die Europaliga-erfahrenen Spanier ließen sich nun nicht mehr überraschen, konterten eiskalt vor allem durch den immer treffsicherer werdenden Amerikaner Marcus Williams (16 Punkte) und lagen ihrerseits nach dem dritten Viertel 59:51 vorn, nach 18:2 Punkten in Serie.
Es war die entscheidende Wende in der Partie, die durch die böse Verletzung von Avdalovic – ohne Foul eines Gegenspielers – ihren negativen Höhepunkt erlebte. Der 31-Jährige wurde nach dem Spiel zur Untersuchung ins Unfall-Krankenhaus Berlin-Marzahn gebracht. Kapitän Sven Schultze sagte: „Eine Verletzung am Knie ist immer schlecht.“ Yassin Idbihi ergänzte: „Vule lag mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck auf dem Boden. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist.“ Der erste Verdacht lautete auf Kreuzbandriss. Kurz vor Mitternacht kam die niederschmetternde Gewissheit über das vorzeitige Saison-Ende.
Auch der US-Amerikaner Zach Morley knickte um und konnte nicht mehr eingesetzt werden, die Situation wird für die Berliner immer schwieriger. Die routinierten Gäste ließen sich diese Chance nicht mehr entgehen und zogen auf bis zu elf Zähler (69:58/35. Minute) davon. Beste Berliner Werfer waren Schultze (12 Punkte).





