Die besten Fünf beginnen, dann spielen mal ab und an die anderen und, wenn es um den Sieg geht, kehrt die erste Fünf aufs Parkett zurück. So ist es meistens im Basketball. Aber nicht bei Albas grandiosem 73:52 gegen Bayern München. Da plauderte Kapitän DaShaun Wood am Ende mit Center Torin Francis hocherfreut auf der Bank, ein Stück weiter flachsten Kyle Weaver und Derrick Allen. Einzig Bryce Taylor war noch auf dem Spielfeld unterwegs. Jeder spielt natürlich lieber, als dass er zusieht. Dennoch war die Stimmung bestens, denn Albas Bankspieler, der vermeintlich „zweite Anzug“, spielte die Bayern in den letzten zehn Minuten in Grund und Boden.

Nun ist die Sichtweise, dass die, die nicht in der Starting Five stehen, ein „zweiter Anzug“ seien, ohnehin eher etwas für Laien. „Bei uns können neun Spieler ohne Probleme von Beginn an spielen“, sagt Coach Gordon Herbert. Und sein Kapitän DaShaun Wood, der genau 10:50 Minuten vor dem Ende ausgewechselt wurde und nicht mehr aufs Parkett zurückkam, ergänzt: „Du könntest fünf beliebige Spieler aus unserer Mannschaft nehmen und mit ihnen in einer anderen Stadt ein neues Team aufmachen und das würde in der Bundesliga oben mitspielen.“

Wood lädt zum Kapitäns-Dinner

Wood war nach der Gala seiner Kollegen zum einen stolz, aber auch selbstkritisch. „Torin hatte zwar zehn Rebounds, aber unter dem Strich haben wir Starter es nicht sonderlich gut hinbekommen“, gestand Spieler Wood und dann sprach der Kapitän: „Ich habe die ganze Mannschaft noch gleich in der Kabine zum Essen eingeladen.“ Zum Kapitäns-Dinner, wenn man so will.

Dass sich Alba im Schlussviertel förmlich in einen Rausch und die eigentlich zu Recht hochgelobten Bayern an die Wand spielte, lag vor allem an Yassin Idbihi, der alle seine 17 Punkte in der zweiten Halbzeit und dreizehn davon in den letzten zehn Minuten machte.

Das geht bei einem 2,08 m langen Mann unterm Korb allerdings nur, wenn er auch den Ball bekommt. „Heiko (Schaffartzik, d. R.) und Yoannis (Kalampokis) haben mich super angespielt und wenn du drei, vier Korbleger hintereinander getroffen hast, läuft es natürlich. Ich kann mich bei den beiden nur bedanken“, sagte Idbihi. „Aber ich war vier, fünf Minuten vor Schluss so erschöpft, dass ich andauernd nachgedacht habe, ob ich nach einem Wechsel frage. Aber dann habe ich mir gesagt, es läuft, jetzt beißt du dich durch.“

Elfter Bundesligasieg in Folge

Wie die gesamte Mannschaft auch schon zuvor, denn es war der elfte Bundesligasieg in Folge, der – bedingt auch durch die 64:77-Niederlage Ulms in Frankfurt – Rang zwei in der Tabelle bescherte. Alba verspielt keine stattlichen Führungen mehr, geht energisch zum Rebound und leistet sich nicht mehr so viele Ballverluste.

Gegen die Bayern sah Coach Herbert „wieder einen Schritt in die richtige Richtung“ und gab zur Belohnung und ganz gegen seine Gewohnheit den Spielern am Sonntag frei. Wissend, dass das Training nicht zu kurz kommen wird, denn erst am kommenden Sonntag kommt Gießen in die O2 World (17 Uhr). In der Form macht Alba dann das Dutzend voll.