Die Basketballer von Alba Berlin haben ihr Ziel, ab dem 9. Mai als Zweiter in das Play-off zu starten, weiter im Visier. Im vorletzten Spiel der Bundesliga-Hauptrunde schlugen sie in einer wenig eleganten, aber umkämpften und spannenden Partie die Eisbären aus Bremerhaven vor 9319 Zuschauern in der O2-World 74:73 (35:38).

Bevor es ernst wurde, ging der Blick noch einmal zurück auf das Final Four des Eurocups in Vitoria. Die gut 50 Fans, die sich vom vulkanischen Staub nicht abhalten ließen und kurz entschlossen per Bus oder Auto nach Spanien gefahren waren, wurden vor dem Spiel mit einem „Ich war dabei“-T-Shirt geehrt. Sie durften beim Einlaufen der Alba-Spieler das Spalier bilden.

Beide Teams begannen mäßig, vergaben leichte Würfe, verloren häufig den Ball. Nach Albas 6:2-Führung durch Rashad Wright und Blagota Sekulic bereitete Kraftpaket Jeff Gibbs (17 Punkte, acht Rebounds) mehr und mehr Probleme. Er brachte die Gäste heran, mit 13:14 (8.) lagen die Berliner erstmals zurück, zu Beginn des zweiten Viertels hieß es sogar 15:23 (12.). Einzig verlässliche Größe in dieser Phase war im Angriff Adam Chubb, der dann auch auf 18:23 verkürzte. Beim Rest der Berliner reihte sich ein Fehlwurf an den anderen. Das Team von Luka Pavicevic schien im ersten Heimspiel seit vier Wochen mit den Körben in der Arena am Ostbahnhof zu fremdeln – 22:31 (15.). Dank Sekulic und Dreiern von Julius Jenkins und Dragan Dojcin hieß es zu Pause nur noch 35:38.

Bremerhaven war mit zehn Siegen in fremder Halle als zweitstärkstes Auswärtsteam hinter Alba (elf) angereist und blieb auf Augenhöhe. Auch, als Alba durch zwei Wright-Dreier wieder führte (45:43/23.), antworteten Gibbs, Andrew Drevo und der starke Philipp Schwethelm (16 Punkte) umgehend – 52:55 nach dem dritten Viertel.

Die letzten zehn Minuten waren Kampf pur. Alba traf noch immer nicht wie gewünscht aus der Distanz, erarbeitete sich aber durch Offensivrebounds immer wieder zweite Chancen – allerdings tat Gibbs auf der anderen Seite das gleiche – 54:59 (33.). Erst danach entschied Alba mit eisernem Willen und bissiger Defense die Partie für sich, führte bald 63:59 (35.) und blieb vorn. Die Berliner retteten sich trotz schwacher Freiwurfausbeute von Wright und auch Immanuel McElroy nach einer 72:63-Führung (38.) noch mit 74:73 hauchdünn ins Ziel. „Kompliment an die Bremerhavener“, sagte Kapitän Jenkins nach dem Spiel. „Sie haben gezeigt, warum sie auswärts so gefährlich sind. Ich bin froh, dass wir im Schlussviertel noch mal zulegen und die Partie drehen konnten.“

Es könnte durchaus sein, dass die Eisbären nicht zum letzten Mal in dieser Saison in der O2-World zu Gast gewesen sind. Sie waren schon vor dem Spiel für das Play- off qualifiziert und könnten als Siebte auf Alba treffen, wenn die Berliner sich kommenden Sonnabend gegen Ludwigsburg (19.55, O2 World) Platz zwei sichern. Beide Teams standen sich schon zweimal im Play-off gegenüber. 2006 gewann Alba die Halbfinalserie 3:1, zwei Jahre später setzte sich das Team auf dem Weg zur späteren Meisterschaft im Viertelfinale 3:0 durch.